Würzburg
Prozess

Weitere Urteile in Prozess wegen Handyschmuggel im Würzburger Gefängnis

Hat ein JVA-Beamter Gefängnisinsassen mit Mobiltelefonen versorgt? Das wirft die Staatsanwaltschaft einem 55-Jährigen vor: Nun wurde Anklage erhoben.
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Der Beamte soll Geld und geringe Mengen Betäubungsmittel sowie Medikamente als Gegenleistung erhalten haben. Symbolfoto: Peter Steffen/dpa
Der Beamte soll Geld und geringe Mengen Betäubungsmittel sowie Medikamente als Gegenleistung erhalten haben. Symbolfoto: Peter Steffen/dpa

Update, 02.10.2019: Drei weitere Männer verurteilt

In den Prozessen um Handyschmuggel im Würzburger Gefängnis sind am Mittwoch drei weitere Männer rechtskräftig verurteilt worden. Zwei bekamen wegen Beihilfe zur Bestechung eines Justizbeamten eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Der eine hatte als Häftling in Untersuchungshaft Käufer für eingeschmuggelte Handys gesucht. Der andere war außerhalb des Gefängnisses an Übergaben von Verkaufserlösen beteiligt. Der dritte Angeklagte wurde wegen Geldwäsche verurteilt, weil er als Häftling eines der Telefone angenommen hatte. Alle drei Ende 20-jährigen Männer haben Vorstrafen wegen Drogen. Sie gestanden die Taten.

Ein Justizbeamter war in dem Fall bereits vergangene Woche erstinstanzlich wegen Bestechlichkeit zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte mehrfach Handys in die JVA eingeschmuggelt und laut Urteil im Gegenzug Geld sowie leichte Drogen und Arzneimittel erhalten. 

Kommende Woche folgt ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher des Handyhandels und seine Frau. Zudem sind weitere Prozesse gegen Häftlinge und mutmaßliche Helfer geplant. Mobiltelefone gelten gerade in Untersuchungshaft als heikel, weil die Häftlinge sich damit über die laufenden Verfahren austauschen könnten.

Handyschmuggel im Gefängnis Würzburg

Wegen geschmuggelter Handys muss ein Beamter des Würzburger Gefängnisses vor Gericht. Der 55-Jährige soll mehrfach für Insassen Mobiltelefone eingeschleust und dafür Geld sowie geringe Mengen Betäubungsmittel und Medikamente bekommen haben, teilte die Staatsanwaltschaft Würzburg mit. Sie habe vorm Landgericht Anklage wegen Bestechlichkeit erhoben. Dem Beamten drohten bis zu 15 Jahre Haft.

 

Prozess in Würzburg: Wie groß ist das Schmuggel-Netz in der JVA?

Neben dem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) sind laut Staatsanwaltschaft 16 weitere Menschen in eigenen Verfahren angeklagt, acht Gefangene und acht Unterstützer, die das Schmuggelgut und den Bestechungslohn besorgt und übergeben haben sollen. Die Strukturen seien durchaus als bandenmäßig zu bezeichnen. Die Verhandlungstermine stehen noch nicht fest.

Schon 2016 war in der Würzburger JVA ein Handyschmuggel aufgeflogen. Der neue Fall des JVA-Beamten wurde bereits im Januar bekannt, nachdem der Mann in U-Haft gekommen war.

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