Würzburg
Punk in Drublic

Ein Hauch Punkrock weht durch Würzburger Arena

Beim "Punk in Drublic"-Festival ist der Name Programm, zumindest musikalisch: Szene-Größen wie NOFX; Bad Religion und Anti-Flag haben am Samstag die Würzburger s. Oliver-Arena gerockt. Immer unter dem Motto: Schön an den Zeitplan halten.
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Punkrock in der Würzburger s.Oliver-Arena: Sänger Fat Mike (links) und Gitarrist Eric Melvin von NOFX. Foto:  Stephan Großmann
Punkrock in der Würzburger s.Oliver-Arena: Sänger Fat Mike (links) und Gitarrist Eric Melvin von NOFX. Foto: Stephan Großmann

Fat Mike ist ein Phänomen. Er ist laut, er ist schrill. Dafür muss er nicht unbedingt ein kurzes gestreiftes Frauenkleid tragen. Dass er es doch tut, spricht wohl für seinen guten Geschmack. Michael Burkett, wie der Sänger und Bassist der US-Punkband "NOFX" mit bürgerlichen Namen heißt, neigt zum Exzentrischen, was seit jeher als eins der Markenzeichen der Band zählt. Mit dem Festival "Punk in Drublic" haben sich die US-Amerikaner viele Punk-Größen der Szene mit ins Boot geholt und sind mit ihnen in die Arenen weltweit getourt. Am Samstag waren sie in Würzburg.

Dass die s. Oliver-Arena nicht nur Basketball und Ausbildungsmessen kann, sondern auch harten Texten, bunten Haaren und Unmengen Bier aus Plastikbechern standhält, hat sich beim "Punk in Drublic" gezeigt. Würzburg war eine von vier Stationen in Deutschland (Köln, Hannover und Saarbrücken), zu denen "NOFX" ihre punkigen Mitstreiter zu einem grandiosen Line-Up gesellte.

"Punk in Drublic" in Würzburg: Ein Hauch von Punkrock in der Arena

Organisatorisch taten die Veranstalter ihr Bestes. Jedoch ist die Halle an ihre Grenzen gestoßen - es hätte die eine oder andere Toilette mehr sein können und wer ohne rutschfeste Schuhe aufschlug, musste sich jeden Schritt gut überlegen. Etwas schade war es, dass sich die Bands derart strikt an ihren Zeitplan halten mussten: Zugaben Fehlanzeige.

Die sechs Bands machten das Eintagesfestival trotzdem zu einem besonderen Erlebnis. Los ging's am frühen Abend mit den kanadischen Folk-Punkern von "The Real McKenzies". Während sich viele der 4300 Zuschauer noch auf dem Vorplatz tummelten, um die unerwarteten Sonnenstrahlen mit Bier, Zigarette und Falafel zu feiern, hatte die andere Hälfte drinnen schon Spaß mit Dudelsackklängen, Gitarren und Schlagzeug.

In den Konzertmarathon reihten sich die Ska-Punker von "Less than Jake" sowie die US-Punkrocker von "Lagwagon" und "Anti-Flag" ein. Ein besonderes Highlight: die "alten" Männer von "Bad Religion". Auch im 40. Jahr ihrer Bandgeschichte zeigt die Truppe um Sänger Greg Graffin, dass sie in Sachen Punk noch nicht zum alten Eisen gehört. Zwar fiel ihre Bühnenpräsenz etwas entspannter und langsamer aus. Ganz im Gegenteil zu den bissigen Texten ihrer Songs.

Blaue Dreads und Frauenkleider

Dann kam Fat Mike. Mit Wodka-Flasche und Frauenkleid eroberte er die Bühne und lieferte mit seiner Band "NOFX" der mittlerweile tobenden Arena eine fulminante Show. Die pogotanzende Meute im Innenraum drehte sich munter im Kreis und selbst die vielen Tribünenkartenbesitzer hielt es spätestens jetzt nicht mehr auf ihren Sitzen. Überpünktlich und gefühlt viel zu früh endete der Gig und entließ die fränkischen Punkrockfans in die verregnete Nacht.



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