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Ultraheller Rekord-Gammastrahlenblitz entdeckt - fränkische Forscher beteiligt

Fränkische Wissenschaftler waren Anfang 2019 an der Erforschung eines bisher einzigartigen Weltraumphänomens beteiligt: Ein Rekord-Gammastrahlenblitz wurde entdeckt.
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"GRB 190114C" hat Anfang des Jahres für eine Weltall-Sensation gesorgt. Am 14. Januar 2019 registrierte der NASA-Forschungssatellit "Swift", dass es nahe des Sternbilds "Eridanus", ungewöhnlich hell wurde. Ein Gammastrahlenblitz, der über fünf Milliarden Lichtjahre entfernt aufleuchtete, erreichte eine Energie, wie Forscher sie bisher noch nie beobachtet haben. Alle anderen Lichtquellen wurden durch die enorme Helligkeit des Blitzes überstrahlt. Normalerweise stellt "Messier 1", ein unter Experten bekannter Überrest einer Supernova, in dieser Region des Weltraumes die hellste Gammaquelle dar: Dieser wurde um das Hundertfache übertroffen, wie Wissenschaftler nun bekanntgaben. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Fachjournal Nature.

25 Sekunden, nachdem "Swift" das Weltraumphänomen registriert hatte, richtete ein Forschungsteam zwei Hightech-Teleskope, die auf der kanarischen Insel Las Palmas stehen, auf die übermittelten Koordinaten. An der Erforschung des Blitzes waren unter anderem Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität aus dem unterfränkischen Würzburg beteiligt. Daran, dass die rund 64 Tonnen schweren Teleskope so schnell bewegt werden konnten, wirkten zudem zahlreiche Unternehmen aus Franken, wie "Mero" aus Würzburg, "Bosch-Rexroth" aus Lohr am Main oder "Scheba" aus Schweinfurt mit. Das bestätigte der Würzburger Forscher Karl Mannheim, der am Projekt beteiligt war, gegenüber inFranken.de.

Gammastrahlenblitz im Weltall: Wie entstand so viel Energie?

Laut Mannheim handelt es sich bei Gammastrahlung um eine mit Röntgenstrahlung verwandte Energie, die sehr durchdringend ist. Sie entsteht bei Kernprozessen. Extrem energiereiche Elementarteile stoßen dabei aneinander und erzeugen sie. Den Angaben der Wissenschaftler zufolge, wurde "GRB 190114C" wohl durch eine Hypernova, eine "Supernova-Sternexplosion eines seltenen Typs massereicher Sterne", verursacht. Mannheim bezeichnet Hypernovae als die "effizientesten Kraftwerke im Universum".

Die Teleskope sind Teil der europäischen Nordsternwarte am Roque de los Muchachos auf der Kanarieninsel La Palma.

Durch den extremen Gammastrahlenblitz wurde den Forschungen zufolge wohl eine Stoßwelle ausgelöst. Diese verbreitete sich nahezu in Lichtgeschwindigkeit im interstellaren Raum: "Solche kosmischen Katastrophen finden auch in unserer Milchstraße statt. Sie sind sehr selten, wären aber absolut tödlich, wenn sie in Erdnähe geschehen" macht Mannheim deutlich. Eine mögliche Folge sei beispielsweise die Zerstörung der Ozonschicht.

Sternbild Eridanus: Ein gigantisches Loch im Universum

Das Sternbild, aus dem der ultrahelle Gammastrahlenblitz stammt, ist bereits seit 2007 bekannt. Damals fanden Wissenschaftler heraus, dass inmitten von "Eridanus" ein gigantisches Loch existiert, das einen Durchmesser von fast einer Milliarde Lichtjahre besitzt. Darin gibt es keinen einzigen Stern, keine schwarzen Löcher und keine dunkle Materie, wie die Forscher im Fachblatt Astrophysical Journal berichteten. Mittlerweile haben Forscher allerdings ein schwarzes Loch im Sternbild "Eridanus" gefunden.

Dieser Fund stellte eine Errungenschaft dar, weil zum ersten Mal ein schwarzes Loch mit einer Masse von rund 17 Milliarden Sonnen in einer isolierten Galaxie , statt in einem Galaxie-Haufen, gefunden wurde. "Andere Galaxien, die sehr massereiche Schwarze Löcher beherbergen, liegen typischerweise in dicht besiedelten Regionen des Universums, die von vielen anderen Galaxien und Galaxienhaufen bevölkert sind", erläuterte Jens Thomas vom Max-Planck-Institut in München der Deutschen Presse-Agentur.

 

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