Würzburg
Warnung

Wasserqualität im Main: Regierung spricht Warnung aus

Die Hitze macht nicht nur den Menschen zu schaffen. Auch der Main hat mit den Temperaturen zu kämpfen. So sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers, die Flora und Fauna des Flusses ist gefährdet. Die Regierung Unterfranken spricht daher eine Warnung aus. Zusätzliche Belastungen des Gewässers sollen in den nächsten Tagen vermieden werden.
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Die Wasserqualität des Main hat unter der Hitze gelitten. Symbolbild: dpa
Die Wasserqualität des Main hat unter der Hitze gelitten. Symbolbild: dpa
Die Regierung Unterfranken hat am Dienstag eine Warnung für den Main ausgesprochen. Aufgrund der lang anhaltenden Hitze sei der Sauerstoffgehalt im Main zu niedrig. Das hätte gravierende Auswirkungen auf Flora und Fauna im Main. Außerdem würden die Bedingungen das Wachstum von Bakterien begünstigen.

Die Warnung wurde das erste Mal ausgesprochen, seit der neue Alarmplan im Jahr 2012 herausgegeben wurde. Betroffen ist das gesamte Gebiet von der Landesgrenze nach Hessen bei Kahl bis Bischberg unterhalb von Bamberg. Die Warnung muss ausgesprochen werden, wenn die gemessenen Wassertemperaturen drei Tage am Stück die 25 Grad-Marke übersteigen.

Sollten sich die Wetterbedingungen in den nächsten Tagen nicht ändern, so ist mit einer noch höheren Alarmstufe zu rechnen. Dabei reicht es laut Johannes Hardenacke, Pressesprecher der Regierung Unterfranken, nicht aus, dass es einmal regnet. Vielmehr müssten die Temperaturen dauerhaft sinken, um die Situation zu entschärfen.

Nach den Vorgaben des Alarmplans ist daher in den folgenden Tagen alles zu unterlassen, was zu zusätzlichen Belastungen im Main führen könnte. Dies gilt beispielsweise für Schlammräumungen und Baggerungen im Main und in seinen Nebengewässern, soweit sie nicht zwingend zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und der Leichtigkeit des Verkehrs auf der Bundeswasserstraße notwendig sind. Außerbetriebnahmen (auch teilweise) von Kläranlagen für Revisionsarbeiten sind nicht mehr zulässig. Die Turbinenbelüftung im Kraftwerk Kleinostheim ist einzuschalten.

Die Landratsämter und Stadtverwaltungen wurden bereits gebeten, alle Direkteinleiter (Kläranlagen und Industriebetriebe) zu verständigen.

Für den Menschen bestehe hingegen keine akute Gefahr. Laut Hardenacke ist der Main jedoch grundsätzlich kein klassisches Badegewässer. Die gewässerökologischen Bedingungen seien an vielen Stellen nur mäßig. Die Wasserqualität leide in Hitzeperioden zusätzlich. Hinzu kommen äußere Gefahren, beispielsweise durch den Schiffsverkehr.

Weitere Informationen zum Alarmplan Main, den verschiedenen Warnstufen und den damit verbundenen Maßnahmen sind unter im Internet abrufbar.
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