Würzburg

Wasser steht dem Africa-Festival bis zum Hals

Der Main spülte vor eineinhalb Wochen das Africa-Festival von den Mainwiesen. Jetzt suchen die Veranstalter Spender, um das Musikfest für die Zukunft zu sichern. Mehrere hunderttausend Euro könnten nötig sein.
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Über einen Meter hoch stand der Main vor einigen Tagen noch auf dem Gelände des Africa-Festivals in Würzburg. Foto: Tobias Köpplinger
Über einen Meter hoch stand der Main vor einigen Tagen noch auf dem Gelände des Africa-Festivals in Würzburg. Foto: Tobias Köpplinger
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Das Wasser ist abgelaufen, die Zelte stehen noch. Knapp eineinhalb Wochen nach dem Abbruch des Africa-Festivals auf den Würzburger Mainwiesen ist der Boden noch aufgeweicht vom Hochwasser. Ab Mittwoch dürfen die Helfer abbauen, zu Fuß, Lastwagen sind zu schwer für die matschigen Wiesen. Eine erste Bilanz haben die Veranstalter am Montag gezogen: "Der Schaden könnte im deutlichen sechsstelligen Bereich liegen", sagt Stefan Oschmann. Im schlimmsten Fall könnte die Zukunft des Festivals gefährdet sein.

Stefan Oschmann sitzt in einem Tagungsraum eines Würzburger Hotels. Er bemüht sich, optimistisch zu klingen, formuliert seine Sätze positiv

"Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, wenigstens einen Teil des Festivals zu retten."

Binnen weniger Stunden mussten sie am letzten Maiwochenende umziehen.
"Wir mussten alle aufschwimmenden Teile entfernen", sagt David Limmer, der technische Leiter. Zwei Wochen hatte der Aufbau gedauert, jetzt blieben nur wenige Stunden. Dann stand der Main einen Meter hoch auf dem Gelände.
Die Abendkonzerte fanden in den Posthallen am Bahnhof statt.Kinderprogramm und Diskussionsforen zogen in das Theater am Neunerplatz um.

Die Veranstalter zählten 23 000 Besucher, in den Vorjahren kamen über 100 000 Menschen

"Wir haben nur ein Viertel der Einnahmen erwirtschaftet", sagt Oschmann. Dazu kamen die Umzugskosten: 54 000 Euro. Platzmiete, Strom und Wasser: 40 000 Euro. Infrastrukturkosten für die drei Tage ohne Programm: 250 000 Euro. "Aber noch sind nicht alle Rechnungen eingegangen", sagt er. Im schlimmsten Fall könnten sie auf etwa 300 000 Euro sitzen bleiben. "Es gibt Rücklagen für den Regenfall, aber nicht für den Totalausfall", sagt Oschmann. Dazu kommen die Ausfälle aus Eintrittsgeldern und Getränkeverkauf, die das Festival zu einem Großteil finanzieren.
In den Vorjahren kostete das Festival rund 1,2 Millionen Euro.

Die Veranstalter verhandeln jetzt mit Geschäftspartnern über eine Reduzierung der Kosten. Verschiedene Spendenaktionen sind angelaufen, Hotel- und Gaststättenverband und Industrie und Handelskammer hätten Spendenaufrufe an ihre Mitglieder versandt. Auf dem Spendenkonto des Festivals sind 17 000 Euro eingegangen, am ersten Juli Wochenende sind Benefizkonzerte in Würzburg geplant. "Es hat uns Mut gemacht, wieviel Rückhalt das Festival in der Region hat", sagt Oschmann. Man überlege, mit dem Festival teilweise auf den höher gelegenen Talavera Parkplatz umzuziehen. "Ganz aufgeben wollen wir die Mainwiesen aber nicht", sagt Oschmann.

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