Würzburg
Illegaler Pflanzenschutz

Verbotenes Pestizid beim Christbaum-Anbau: Fränkischer Betrieb unter Verdacht

Am Dienstag sind die Räume eines fränkischen Weihnachtsbaum-Anbaubetriebs durchsucht worden. Der Verdacht: Beim Anbau der Bäume kam das seit über 15 Jahren verbotene E605 zum Einsatz.
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Wegen des Verdachts auf illegale Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist am Dienstag ein Weihnachtsbaum-Anbaubetrieb in Franken durchsucht worden. Symbolbild: pixabay.com/Capri23auto
Wegen des Verdachts auf illegale Verwendung von Pflanzenschutzmitteln ist am Dienstag ein Weihnachtsbaum-Anbaubetrieb in Franken durchsucht worden. Symbolbild: pixabay.com/Capri23auto

Hat ein Weihnachtsbaum-Erzeuger aus Franken ein verbotenes Pflanzenschutzmittel auf seiner Plantage benutzt? Wegen dieses Verdachts sind am Dienstag im Spessart die Betriebsräume eines gewerblichen Christbaum-Anbauers durchsucht worden, teilt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit.

"Im Raum steht der etwaige Einsatz des in der EU verbotenen Pestizids Parathion, oft auch als E 605 bezeichnet", teilte ein Sprecher der Würzburger Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Bodenverunreinigung laufen demzufolge gegen zwei Verantwortliche des Unternehmens. Konkrete Angaben zur Firma oder zum Ort der Durchsuchungen wollte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht machen.

Verbotenes Pestizid beim Weihnachtsbaum-Anbau: Untersuchung aus 2017 brachte Ermittlungen ins Rollen

Die Ermittlungen waren ins Rollen geraten, nachdem der Bund Naturschutz (BN) im Winter 2017 die Nadeln von in Baumärkten verkauften Weihnachtsbäumen untersuchen lassen hatte. Dabei wurden in 13 von 17 Proben Rückstände von Insektengiften gefunden, darunter auch das seit mehr als 15 Jahren verbotene E 605. Darunter war auch ein Weihnachtsbaum aus dem fränkischen Gemünden (Landkreis Main-Spessart). Dem BN zufolge landen Gifte aus den Pestiziden in Böden und Gewässern, schädigen Insekten und zerstören Lebensräume anderer Nützlinge.

Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger zeigte sich bestürzt von dem Vorfall. "Das war ein einmaliger Fall. Der hat uns total schockiert", sagte Geschäftsführer Martin Rometsch. Der Verband empfehle seit Jahren seinen Mitgliedern auf Pflanzenschutzmittel weitestgehend zu verzichten und informiere sie permanent über die zugelassenen Mittel und deren Anwendung. Damit komme man auch dem Wunsch der Verbraucher entgegen, im Anbau weitestgehend auf Chemie zu verzichten. Der Einsatz von verbotenen Pflanzenschutzmitteln sei "grundsätzlich ein absolutes Unding", so Rometsch weiter.

In Deutschland werden jährlich etwa 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Die Saison soll heuer dem Bundesverband zufolge am 8. November in Nordrhein-Westfalen eröffnet werden.

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