Würzburg
Urteil

Urteil im Bierkarussell-Prozess: Fünf Jahre Haft für Würzburger

Die Mithilfe in einem millionenschwere Steuerbetrug brachte einen Würzburger nun für fünf Jahre in Haft. Er hatte in einem sogenannten Bierkarussell 3600 angeblichen Bierlieferungen fingiert.
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Urteil im Bierkarussell-Prozess: Fünf Jahre Haft für Würzburger. Der Mann hat bei der Steuerhinterzieheung durhc Bier mitgeholfen. Symbolfoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Urteil im Bierkarussell-Prozess: Fünf Jahre Haft für Würzburger. Der Mann hat bei der Steuerhinterzieheung durhc Bier mitgeholfen. Symbolfoto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Weil er bei einem millionenschweren Steuerbetrug mit Hilfe eines sogenannten Bierkarussells mitgeholfen hat, ist ein Würzburger zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Würzburg ordnete für den schwer drogenabhängigen 42-Jährigen zudem eine sofortige Therapie an. "Das ist Ihre letzte Chance", sagte der Vorsitzende Richter. Er sprach von einem "harten aber notwendigen Urteil".

Urteil im Bierkarussell-Prozess: Deutsche Biersteuer ausgenutzt

Eine international agierende Bande hatte den Import von französischem Bier nach Deutschland vorgetäuscht, um die in der Bundesrepublik niedrigeren Biersteuern auszunutzen. Tatsächlich wurde das Bier aber in andere Länder, unter anderem nach Großbritannien, gebracht. Auf diese Weise sollen europäischen Finanzbehörden 35 Millionen Euro an Steuereinnahmen verloren gegangen sein.

Knapp 3600 fingierte Lieferungen wurden dem 42-Jährigen vorgeworfen. Für die erfundenen Importe hat die Gruppe laut Anklage sechs Millionen Euro Steuern in Deutschland gezahlt - weniger als in anderen Ländern fällig geworden wären. Etwa 700 000 Euro soll der Angeklagte als "Provision" bekommen haben. Auch seine Frau habe Geld erhalten. Die französischen Behörden schickten einen 1500 Seiten umfassenden Steuerbescheid.

3600 Lieferungen fingiert: Hintermänner nicht bekannt

Der Würzburger hatte die Taten während des Prozesses über seinen Anwalt gestanden. Die französischen Hintermänner sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch unbekannt. Gegen einen Mittelsmann soll demnächst ebenfalls in Würzburg verhandelt werden.

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