Würzburg
Gerichtsprozess

Epileptiker fährt Fußgängerin (26) in Franken tot: Gericht fällt "hartes, aber notwendiges Urteil"

In Hettstadt (Unterfranken) wurde im Januar 2018 eine 26-jährige Fußgängerin von einem Auto tödlich verletzt. Vor dem Amtsgericht Würzburg fiel jetzt ein Urteil gegen den Autofahrer.
Artikel drucken Artikel einbetten
Weil er eine 26-jährige Fußgängerin in Franken totgefahren hat, muss sich ein Autofahrer jetzt vor Gericht verantworten. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa
Weil er eine 26-jährige Fußgängerin in Franken totgefahren hat, muss sich ein Autofahrer jetzt vor Gericht verantworten. Symbolfoto: Armin Weigel/dpa

Update 18.11. 2019: Drei Jahre Haft für Epileptiker

Nach einem tödlichem Unfall zwischen Hettstadt und Roßbrunn (Landkreis Würzburg) muss ein Autofahrer (32) für drei Jahre ins Gefängnis. Das Amtsgericht Würzburg verurteilte ihn am Montag wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs sowie fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Haft. Außerdem erhielt der Mann ein lebenslanges Fahrverbot. Damit blieb das Gericht unter der von der Anklage geforderten vierjährigen Gefängnisstrafe. 

Der 32-Jährige hatte am Dreikönigstag vergangenen Jahres auf einem Feldweg im Landkreis Würzburg die Kontrolle über sein Auto verloren. Er war mit Tempo 120, statt mit erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs und fuhr frontal in eine 26-jährige Spaziergängerin. Die Frau erlitt einen Schädelbruch und starb noch am Unfallort.

Der Unfallfahrer hatte erst ein knappes Jahr vor dem Unfall seinen Führerschein zurückerhalten. Dieser war ihm entzogen worden, weil er bei einer Alkoholfahrt einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte. Im Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verschwieg der Verurteilte seine Epilepsie, die seit 2009 diagnostiziert war.

Nach Überzeugung des Gerichts nahm er gegen ärztlichen Rat seine Medikamente nur unregelmäßig. Die Mediziner hatten ihm auch vom Autofahren grundsätzlich abgeraten. Das Gericht sprach deshalb von einem "harten, aber notwendigen Urteil".

Unfall in Unterfranken: Spaziergängerin (26) erleidet Schädelbruch und stirbt

Der Mann soll am Dreikönigstag 2018 auf einem Verbindungsweg zwischen Hettstadt und Roßbrunn (Landkreis Würzburg) die Kontrolle über sein Auto verloren und frontal in eine 26-jährige Spaziergängerin gefahren sein. Die Frau erlitt dabei einen Schädelbruch und starb noch am Unfallort. Auf dem nur für Anlieger freigegebenen und mit 30 Stundenkilometern zu befahrenden Weg war der Mann laut Staatsanwaltschaft mit mehr als 120 Stundenkilometern unterwegs, als es zu dem Unfall kam.

Trunkenfahrt: Angeklagter verlor bereits Führerschein nach anderem Unfall

Erst kurz zuvor hatte der Unfallfahrer seinen Führerschein zurückbekommen. Dieser war ihm entzogen worden, weil er 2011 bei einer Alkoholfahrt einen schweren Verkehrsunfall verursacht hatte. In seinem Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verschwieg er laut Anklage seine wiederkehrenden Anfälle. Auch Warnungen von Ärzten, er dürfe nicht mehr Auto fahren, habe er in den Wind geschlagen. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll am 18. November gesprochen werden.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.