Würzburg
Unwetter

Sturmtief "Burglind" hält Einsatzkräfte in Atem: Notrufe im Minutentakt in Unterfranken

Umgestürzte Bäume, Stromausfälle und überflutete Straßen: Sturmtief "Burglind" wirbelte am Mittwoch durch Bayern - und richtete teils schwere Schäden an.
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Umgestürzte Bäume, Stromausfälle, überflutete Straßen, abgedeckte Dächer: Sturmtief Burglind hielt Deutschland in Atem. Auch in Franken kam es zu zahlreichen Schäden und Behinderungen. Foto: NEWS5 / Grundmann
Umgestürzte Bäume, Stromausfälle, überflutete Straßen, abgedeckte Dächer: Sturmtief Burglind hielt Deutschland in Atem. Auch in Franken kam es zu zahlreichen Schäden und Behinderungen. Foto: NEWS5 / Grundmann
Sturmtief "Burglind" hat in weiten Teilen Bayerns am Mittwoch für Dutzende Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Bei der Bahn fielen Züge aus, Tierparks und Friedhöfe blieben sicherheitshalber geschlossen. In Lindau wurden vom Deutschen Wetterdienst Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 108 Stundenkilometern gemessen.
In Unterfranken stürzte auf der Autobahn 3 auf Höhe der Anschlussstelle Bessenbach/Waldaschaff (Landkreis Aschaffenburg) ein entwurzelter Baum auf die Fahrbahn. Ein Lkw-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte mit seinem mit 15 Tonnen Metallrohren beladenen Sattelzug gegen das Geäst. Der Fahrer blieb unverletzt.


Windhose: Scheune vollständig zerstört

In einem Ortsteil von Pommersfelden (Landkreis Bamberg) wurden nach Polizeiangaben eine Scheune vollständig zerstört und mehrere Häuser in Mitleidenschaft gezogen. Das Mauerwerk der Scheune sei regelrecht eingestürzt, sagte ein Polizeisprecher. Ein Augenzeuge berichtete von einer Windhose, die durch den oberfränkischen Ort gezogen sei.

Vielerorts wurden wegen der großen Niederschlagsmengen Straßen und Gehwege überschwemmt sowie Keller überflutet. In München rückte die Feuerwehr zwischen 10 und 15 Uhr zu 56 Unwettereinsätzen aus.


Mehrere Bahnstrecken gesperrt, viele Verspätungen

Mehrere Bahnstrecken wurden gesperrt, weil Bäume oder Äste auf den Gleisen lagen. Betroffen waren unter anderem Abschnitte auf den Strecken Ansbach-Crailsheim und Würzburg-Treuchtlingen. Die Bahn setzte in den betroffenen Bereichen Busse ein. Die Betreiber der Zugspitzbahn teilten mit, dass die Zahnradbahn ausschließlich zwischen den Zugspitzbahnhöfen Garmisch-Partenkirchen und Eibsee verkehren sollte. Das Skigebiet Garmisch-Classic blieb geschlossen.


Zahlreiche Stromausfälle

Das Sturmtief sorgte auch für zahlreiche Stromausfälle. Besonders betroffen waren die oberbayerischen Landkreise Pfaffenhofen an der Ilm, Weilheim-Schongau und Erding. Auch im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart fiel in vielen Häusern der Strom aus. In Schwaben hatten einige Tausend Haushalte kurzzeitig keinen Strom.


Zahlreiche Zoos blieben geschlossen

Der Münchner Tierpark Hellabrunn, der Tiergarten Nürnberg und der Augsburger Zoo blieben am Mittwoch wegen des Unwetters geschlossen. "Zur Sicherheit von Besuchern, Tieren und Mitarbeitern haben wir entschieden, den Tierpark heute nicht zu öffnen", teilte der Direktor des Münchner Tierparks mit. Bei orkanartigen Böen bestehe beim alten Baumbestand eine starke Gefahr vor herunterfallenden Baumteilen. Witterungsbedingt blieben in München auch die städtischen Friedhöfe gesperrt. Die Bayerische Schlösserverwaltung appellierte, den Schlosspark und den Englischen Garten in der Landeshauptstadt nicht zu betreten, es bestehe Lebensgefahr.


Tour de Ski abgebrochen

"Burglind" wirbelte zudem die vierte Etappe der Tour de Ski der Langläufer durcheinander: Nach dem Prolog der Damen in Oberstdorf reagierte die Jury und brach den Wettbewerb ab, weil Bandenteile und Werbebanner über die Wettkampfstrecke flogen. In der Geschichte der Tour ist es die erste Etappe, die während der Wettkampfserie abgesagt werden musste.
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