Würzburg
Kriminalität

Ermittlungserfolg - Unterfränkische Polizei identifiziert über 50 Beschuldigte

Seit mehreren Monaten hat eine Polizei-Kommission in Würzburg ermittelt. Jetzt zieht sie erstmals Bilanz.
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Die erste Bilanz der Würzburger Ermittler: 52 Beschuldigte identifiziert und zwölf Haftbefehle. Symbolfoto: Christopher Schulz
Die erste Bilanz der Würzburger Ermittler: 52 Beschuldigte identifiziert und zwölf Haftbefehle. Symbolfoto: Christopher Schulz

In den vergangenen Monaten hat es in der Würzburger Innenstadt vermehrt schwere Straftaten wie Körperverletzungsdelikten oder Verbrechen des Raubes gegeben. Das vermeldet das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Würzburg. Nach intensiven und Ermittlungen wurden bis Mitte März gegen zwölf dringend Tatverdächtige Untersuchungshaftbefehle erlassen.

Polizeipräsidium Unterfranken ermittelt seit Monaten

Bereits am 14. Januar 2019 berichteten das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Würzburg über vier Tatverdächtige, die wiederholt aus einer etwa 15-köpfigen Gruppe heraus Personen auf aggressive Weise angegriffen haben sollen. Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen durch die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt hatte sich noch ein fünfter Tatverdächtiger herauskristallisiert. Gegen alle fünf Beschuldigten wurden Untersuchungshaftbefehle erwirkt. Darüber hinaus ergaben sich erste Erkenntnisse über eine weitere dreiköpfige Tätergruppierung.

Ende Januar 2019 hatte die Würzburger Kriminalpolizei darauf aufbauend eine Ermittlungskommission (EKO) gegründet, um die Vielzahl der begangenen Raub- sowie Körperverletzungsdelikte zentral zu bearbeiten und weitere Tatverdächtige zu identifizieren. Um die bereits gewonnenen Ermittlungserkenntnisse in die Arbeit der EKO mit einfließen zu lassen, wurden zwei Ermittlerinnen der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt in das Team der fünfköpfigen EKO integriert. Unter anderem führten die Ermittlungen zur Feststellung einer dritten, achtköpfigen Tätergruppierung, die sich aus Zuwanderern mit unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten zusammensetzt.

Vermehrte Kontrollen um Straftäter zu identifizieren

Auf Grundlage der Ermittlungserkenntnisse führten die Beamten in den folgenden Wochen gezielte Kontrollen durch, um die unbekannten Straftäter zu identifizieren und Informationen über deren Zusammenwirken zu erhalten. Das Ziel der Ermittler war es von Anfang an, die Taten der Gruppierungen aufzudecken und die Tatverdächtigen zu ermitteln und die Taten, die zunächst von den Geschädigten meist gegen Unbekannt bei der Polizei angezeigt worden waren, nachweisen zu können.

Bei komplexen Vernehmungen von Beschuldigten und Zeugen gewann die EKO immer weitere Einblicke in die Zusammensetzungen und die Vorgehensweisen der unterschiedlichen Tätergruppen.

Aktuell bearbeitet die EKO insgesamt rund 70 Straftaten, die teils bis Anfang 2018 zurückliegen. Es handelt sich in der Mehrzahl um Raub- und Körperverletzungsdelikte.

Den Ermittlungen zufolge hatten sich Gruppierungen, bestehend aus jungen Zuwanderern und deutschen Staatsangehörigen im Alter von 14 bis 23 Jahren, teilweise gegenseitig angegangen. In mehreren Fällen war es auch zu Übergriffen auf unbeteiligte Passanten gekommen.

Nach Erkenntnissen der Ermittlungskommission haben die Tatverdächtigen zur Nachtzeit die Geschädigten zunächst angesprochen und Bargeld oder Zigaretten von ihnen verlangt. Im weiteren Verlauf hatten sie mit Gewalt gedroht oder ihre Opfer auch tätlich angegriffen. In manchen Tatnächten kam es auch zu mehreren überfallartigen Angriffen.

Manches Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden

Unter den aufgeklärten Fällen befindet sich auch ein Raubdelikt, bei dem eine Touristin im Bereich des "Alten Kranen" von zunächst unbekannten Männern tätlich angegriffen und geschlagen worden war. Die Täter waren mit der Handtasche der Frau geflüchtet. Sie und auch ihr Ehemann hatten Verletzungen davongetragen und mussten in einem Krankenhaus behandelt werden. Am 26. Januar 2019 hatte das Polizeipräsidium Unterfranken bereits über diesen Fall berichtet.

Ungeachtet der zwölf bereits erwirkten Haftbefehle dauern die Ermittlungen der Kripo Würzburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg weiterhin an.

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