Würzburg
Schädlingsbekämpfung

Rattenplage in Unterfranken: Die Giftköder schmecken nicht jedem

Mit Giftköderboxen kämpft die Stadt Würzburg gegen eine Rattenplage im Ringpark. Nicht alle Würzburger finden dieses Vorgehen angemessen. Schon werden erste Köderboxen zerstört.
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Eine Rattenplage macht derzeit dem Gartenamt Würzburg zu schaffen. Im Ringpark sind außergwöhnlich viele Nager unterwegs - auch tagsüber. Symbolfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Eine Rattenplage macht derzeit dem Gartenamt Würzburg zu schaffen. Im Ringpark sind außergwöhnlich viele Nager unterwegs - auch tagsüber. Symbolfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Würzburg hat ein Rattenproblem. Im Ringpark treiben Unmengen der Nager ihr Unwesen - auch tagsüber. ""Natürlich kenne ich Ratten, die nachts mal über den Platz huschen", so der Würzburger Gartenamtsleiter Helge Grob gegenüber dem BR. "Aber dieses massive Auftreten tagsüber ist für mich auch ein ungewöhnlicher Anblick." Eine Schädlingsbekämpfungsfirma aus Nürnberg soll der Plage nun Herr werden.

Gründe für die Vermehrung der Ratten

Für das massive Auftreten der Ratten im Ringpark, beispielsweise am Lindahl-Brunnen, hat Torsten Volkmar von der beauftragten Schädlingsbekämpfungsfirma APC ("Allround Pest Control") zwei Erklärungen. Zum einen gebe es durch das sogenannte "Mastjahr" ungewöhnlich viele Nüsse, die den Nagern als Nahrung dienen. Zum anderen würden viele Parkbesucher Essensreste einfach achtlos ins Gebüsch werfen. An Nahrung herrsche also kein Mangel - und das ist die Grundvoraussetzung für die massenweise Vermehrung der Ratten.

 

Giftköderboxen spalten Würzburger Bürger

Mit fest im Erdreich verankerten Giftköderboxen, grün und von der Größe eines Schuhkartons, kämpft die Firma nun im Auftrag der Stadt gegen die Ratten im Ringpark. Die Boxen seien derart gesichert, dass andere Tiere, wie zum Beispiel Eichhörnchen, nicht hinein gelangen könnten. Auch Kinder könnten die Köder nicht erreichen. Das Gift enthält einen gerinnungshemmenden Stoff, der dazu führt, dass die Ratten innerhalb einiger Tage innerlich verbluten. Nicht alle Würzburger finden das gut. Manche von ihnen haben sich auf die Seite der Ratten gestellt, füttern die Tiere und zerstören die Köderboxen. Manche Boxen seien mit Bauschaum gefüllt worden, berichtet das Würzburger Gartenamt.

Gartenamt bittet Bevölkerung um Mithilfe

Gartenamtsleiter Helge Grob betont, dass Ratten diverse Krankheiten übertragen könnten. Gerade im Bereich der Kinderspielplätze im Ringpark sieht er die Stadt daher in der Pflicht, gegen die Nager vorzugehen. Auch die Bevölkerung bittet er um Mithilfe: Gelbe Säcke sollten gut verschnürt und nach Möglichkeit erst am Morgen rausgestellt werden. Durch die Verknappung des Nahrungsangebots hofft er auf eine natürliche Dezimierung der Rattenpopulation.

Mittelfranken: Gemeinde kämpft gegen 8000 Ratten

Die Gemeinde Adelsdorf kämpfte Ende vergangenen Jahres gegen ein massives Rattenproblem: Mehr als 8000 Ratten trieben in der Adelsdorfer Kanalisation ihr Unwesen. Bürgermeister Karsten Fischkal verzichtete bewusst auf den Einsatz von Giftködern. Stattdessen setzte die Gemeinde auf eine neuartige "vollautomatische, digitalisierte Schlagfalle" aus Schweden. Mit Erfolg: In Adelsdorf ist man nach einer überaus erfolgreichen Testphase von dem System überzeugt.

 

 



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