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Lauter Knall durch Überschallflug am Samstagmorgen - Wieso die Eurofighter in die Luft stiegen

Mehrere laute Knalle erschreckten am Samstagmorgen viele Menschen in Franken. Ursache waren zwei Flugzeuge, die mit Überschallgeschwindigkeit flogen. Doch weshalb mussten die Kampfjets in die Luft starten? inFranken.de hat die Erklärung.
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Ein Flugzeug  kann für einen stark wahrnehmbaren Knall sorgen. So wie am Samstagmorgen in Unterfranken. Symbolbild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein Flugzeug kann für einen stark wahrnehmbaren Knall sorgen. So wie am Samstagmorgen in Unterfranken. Symbolbild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Überschall-Knall in Franken zu hören - Das steckt dahinter: Am Samstagmorgen (25.08.2018) erschreckten sich einige Menschen in Franken. Ursache waren mehrere donnernde Knalls, die in der gesamten Region zu vernehmen waren.

Die örtliche Polizei reagierte kurze Zeit später und erklärte den Vorfall auf Twitter: "Nix passiert!!! Bei dem lauten Knall, der vorhin zu hören war, handelte es sich um einen sog. #Überschall der entsteht, wenn militärische #Kampfflugzeuge die #Schallmauer durchbrechen!" Der Knall soll nach Angaben des Polizeipräsidiums in ganz Unterfranken, von Iphofen bis in die Rhön, zu hören gewesen sein. Laut der deutschen Luftwaffe war der Knall auch in Bamberg hörbar. Über 80 Kilometer weit kann ein Überschallknall reichen.

Laut einem Sprecher der deutschen Luftwaffe war eine Alarmrotte aus Neuburg an der Donau losgeflogen, weil der Funkkontakt zu einem privaten Flugzeug abgebrochen war. Das Flugzeug aus Ägypten hatte die falsche Funkfrequenz eingeschaltet. Nachdem nach mehreren Versuchen kein Kontakt hergestellt werden konnte, starteten zwei Eurofighter der deutschen Luftwaffe mit Überschallgeschwindigkeit in die Höhe. In solchen Fällen müssen die Flieger in maximal 15 Minuten in der Luft sein. Kurz darauf konnte der Funkverkehr zu dem Flugzeug aus Ägypten wieder hergestellt werden und es gab Entwarnung.

Zu solchen Fällen kommt es in Deutschland laut dem Sprecher der Deutschen Luftwaffe ungefähr 15 bis 20 Mal. Franken ist hier stärker betroffen als andere Regionen in Deutschland, weil es mehr Flugverkehr gibt. Es kann also öfter mal knallen, was die Bürger nicht unbedingt beunruhigen sollte.

Wird die sogenannte "Schallmauer" durchbrochen, kommt es zu einer schlagartigen Veränderung des Luftdrucks. Fliegt ein Flugzeug schneller, als sich der Lärm der entsprechenden Triebwerke ausbreiten kann, ist am Boden ein lauter Knall zu hören - so wie Mitte der Woche in Nürnberg und Umgebung. Die Luft am Flugzeug verdichtet sich im Eiltempo: Die enorme Beschleunigung des Flugobjektes sorgt für diese Luftveränderung. Dabei werden Schallwellen vom Flugzeug vor sich her geschoben. Durch die erwähnte Veränderung des Luftdrucks kann sich die Luft schlagartig wieder ausdehnen. Es kommt zum Überschall-Knall.

Im Juli war in Nürnberg und Umgebung ein ähnlich lauter Knall zu hören gewesen - er hatte für große Aufregung bei vielen Menschen gesorgt

Jedoch ist der laute Knall nicht nur auf den Moment des Schallmauer-Durchbruchs reduzierbar: Er tritt während der kompletten Zeit des Überschallflugs auf. Um das Flugzeug herum bildet sich ein typischer weißer Trichter aus kondensiertem Wasser. Das Flugzeug trägt beziehungsweise schleppt den Überschall-Knall während der gesamten Flugzeit hinter sich her. Im Überschallflug entstehen Schallwellen nicht mehr kreisförmig, sondern diese werden als Kegel hinter dem Flugobjekt hergezogen. Treffen nun zwei dieser Schallwellen am Boden überlagert aufeinander, heben sich diese mit einem lauten Knall und deiner Druckwelle auf.

Knall über Franken: Der Pilot hört ihn nicht

Der laute Knall ist jedoch nicht Ergebnis eines einzelnen Moments, sondern Produkt mehrerer Sekundenbruchteile. Bei trockener Luft und circa 20 Grad Celsius durchbricht ein Flugzeug die sogenannte Schallmauer bei rund 1235 km/h.

Kurioserweise hört der fliegende Pilot den Knall überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil zu den Menschen in Erlangen-Höchstadt, Herzogenaurach oder Fürth. Das Phänomen ist zeitversetzt wahrnehmbar. Der Knall ist erst zu hören, wenn die Schallwellen am Ort des Hörenden angekommen sind. red/tu



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