Würzburg
Landesgartenschau

Landesgartenschau in Würzburg lässt neuen Stadtteil entstehen

Würzburg ist zum zweiten Mal Gastgeber einer Landesgartenschau. Bei der zweiten Auflage, die in drei Monaten beginnt, entsteht nun ein neuer Stadtteil.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Luftbildaufnahme von September 2017 zeigt das Gelände auf dem Würzburger Hubland, auf dem einst US-Soldaten arbeiteten und mit ihren Familien lebten. Aus dem Gelände ist nun nicht nur das Areal für die Würzburger Landesgartenschau 2018, sondern zudem ein neuer Stadtteil zum Leben, Wohnen und Erholen geworden.Foto: S. Diller/Stadt Würzburg /dpa
Die Luftbildaufnahme von September 2017 zeigt das Gelände auf dem Würzburger Hubland, auf dem einst US-Soldaten arbeiteten und mit ihren Familien lebten. Aus dem Gelände ist nun nicht nur das Areal für die Würzburger Landesgartenschau 2018, sondern zudem ein neuer Stadtteil zum Leben, Wohnen und Erholen geworden.Foto: S. Diller/Stadt Würzburg /dpa
Von der ehemaligen US-Kaserne zum modernen Stadtteil: Die bayerische Landesgartenschau 2018 in Würzburg ist ein Musterbeispiel für eine grüne Stadtentwicklung, die Leben, Arbeiten und Erholen verbinden soll. Noch wird auf dem Gelände des neuen Stadtteils Hubland gebaggert, gebaut und gepflanzt. In drei Monaten, am 12. April, soll die Landesgartenschau (LGS) schließlich eröffnet werden. "Es wird alles fertig, was fertig sein muss. Der Winter hat uns bislang relativ gnädig begleitet. Wir konnten durchbauen", sagte LGS-Geschäftsführerin Claudia Knoll der Deutschen Presse-Agentur.
Die Luftbilder des Areals im Westen Würzburgs zeigen die imposante Entwicklung vom einstigen US-Armee-Standort hin zu einem gänzlich neuen, grünen Quartier. Wo einst der Hubschrauberlandeplatz der amerikanischen Soldaten war, dominiert nun ein mehrere Hundert Meter langer Wiesenpark. Wo einst die Amerikaner auf zwei großen Feldern die Baseball-Keulen schwangen, stehen neue Häuser mit Sozialwohnungen und entstehen kleine Einfamilienhäuschen.

Bis 2024 sollen 4500 Menschen in dem neuen Stadtteil ihr Zuhause gefunden haben. In direkter Nachbarschaft erobern sich zudem die Universität Würzburg und wissenschaftliche Institute ihren Platz auf dem Hubland.

Aus dem einstigen US-Stützpunkt ist ein fast 28 Hektar großes LGS-Gelände geworden. 21 Hektar davon bleiben den Würzburgern als neuer Stadtpark nach der Schau erhalten. Die Fläche ist so groß wie fast 30 Fußballfelder. "Die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers ist in der Konsequenz sicher noch nicht bei anderen Landesgartenschauen passiert", sagte Knoll weiter. Sie muss es wissen, die Landschaftsarchitektin hat bereits neun Gartenschauen für Bayern mitkonzipiert.

Für Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) ist die Gartenschau ein "Meilenstein" für die Entwicklung des Hublands. "Die Landesgartenschau ist das Herzstück des neuen lebendigen Stadtteils Hubland und zugleich seine zentrale Oase", sagte der Politiker dazu. Der neue Stadtteil wäre sicherlich auch ohne die Landesgartenschau gekommen, dann aber vermutlich weniger schnell, so der OB weiter.

179 Tage lang können die Besucher auf der Hochfläche mit Blick bis zur Festung Marienberg sowohl Natur und Gartenkunst erleben, als auch einen Blick in die Zukunft werfen. "Wie wollen wir in Zukunft leben und wohnen", wird deshalb beispielsweise in den Themengärten gefragt. Sie zeigen experimentelle Wohnformen mit sogenannten Tiny houses (dt: Minihäusern), gehen der Digitalisierung des Gärtnerns auf den Grund und stellen gleichzeitig entschleunigte Gärten vor. Ausstellungen erzählen die wechselvolle Geschichte des Geländes vom Kartoffelacker über Flugplatz und US-Truppen-Standort bis hin zum neuen Stadtteil.

Etwa 31 Millionen Euro kostet die Landesgartenschau. Ein Drittel davon zahlt die Stadt Würzburg, ein weiteres Drittel wird über Zuschüsse finanziert und der Rest soll durch die Ticketpreise, Sponsorgelder und Einnahmen aus Verpachtung wieder reinkommen. Die Veranstalter hoffen auf mindestens eine Million Besucher.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren