Jena
Gewalt im Fußball

Eklat beim Spiel der Würzburger Kickers: Fan greift Schiedsrichter mit Stuhl an - "Gewalt ist keine Emotion!"

Eklat bei Drittliga-Spiel der Würzburger Kickers beim FC Carl Zeiss Jena: Mit einem Stuhl bewaffnet attackierte ein Fan den Schiedsrichter - der wird dabei verletzt.
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Gewalt gegen Schiedsrichter sind immer wieder Thema. In Jena wurde nun ein Schiri Opfer einer brutalen Attacke. Symbolbild: Arne Dedert/dpa
Gewalt gegen Schiedsrichter sind immer wieder Thema. In Jena wurde nun ein Schiri Opfer einer brutalen Attacke. Symbolbild: Arne Dedert/dpa

Der Schiedsrichter des Drittliga-Spiels zwischen dem abstiegsbedrohten FC Carl Zeiss Jena und den Würzburger Kickers ist bei einer Fan-Attacke leicht verletzt worden. Erst im April bedrohte ein Fan in Oberfranken den Schiedsrichter bei einem Fußballspiel aufs Übelste und verfolgte ihn bis in die Kabine.

Wie die Thüringer Polizei in der Nacht zum Sonntag mitteilte, sei Markus Wollenweber nach der 3:4-Niederlage der Gastgeber von einem Fan mit einem Stuhl beworfen worden. Der mutmaßliche Täter wurde nach der Partie ausfindig gemacht. Gegen ihn und weitere Fans sei Anzeige erstattet worden.

Der FC Carl Zeiss Jena äußerte sich am Sonntag in einer längeren Presseerklärung zu den Vorkommnissen. "Für unseren FC Carl Zeiss Jena und seine treuen Fans geht es um nicht weniger als den Klassenerhalt in der 3. Liga. Dass da die Nerven manchmal blank liegen und unglückliche bzw. falsche Schiedsrichterentscheidungen ihr Übriges tun, darf dennoch keine Entschuldigung dafür sein, was sich nach Abpfiff der Partie in Jena zugetragen hat", schrieb der Club.

Carl Zeiss Jena: Ordner mit Teilschuld

Das Überschreiten der Zäune und Betreten des Innenraumes sei tabu, hieß es weiter. "Das gilt insbesondere für tätliche Angriffe. Und dabei ist es völlig egal, ob sich diese gegen Anhänger anderer Vereine, Ordnungskräfte oder wie am gestrigen Samstag die Schiedsrichter richtet."

Eine Teilschuld hat laut Verein jedoch auch der Ordnungsdienst: "In der Analyse der Vorkommnisse nach Abpfiff muss festgehalten werden, dass die vom gewerblichen Ordnungsdienst zu leistende Absicherung dieser Stelle am Samstag nicht im erforderlichen Maße geschehen ist. Dies muss mit dem Dienstleister besprochen und für die Zukunft vermieden werden", heißt es ind er Stellungnahme des Vereins.

Der Verein schließt seine Stellungnahme mit einem Aufruf an die Fans und einer Entschuldigung an das Schiri-Gespann: "Gewalt ist keine Emotion! Der FC Carl Zeiss Jena möchte sich auch auf diesem Wege bei Schiedsrichtergespann um Markus Wollenweber für das Fehlverhalten einiger Jenaer Anhänger entschuldigen und wird alles dafür tun, eine Wiederholung derartiger Vorkommnisse zu vermeiden.Gleichwohl sucht der Verein die Schuld "

rowa/mit dpa

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