Würzburg
Fasching

Die Bilanz der Polizei Unterfranken: So kriminell war der Fasching 2018 - hohe Einsatzzahl

Für die Unterfränkische Polizei galt es in diesem Jahr viele Einsätze rund um das bunte Treiben der Narren zu bewältigen. Hauptursache: der Alkohol.
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Für die Unterfränkische Polizei galt es in diesem Jahr wieder zahlreiche Einsätze rund um das bunte Treiben der Narren zu bewältigen.  Die Zahl der Einsätze war hoch - Hauptursache war der Alkohol. Symbolfoto: Philipp von Ditfurth/dpa
Für die Unterfränkische Polizei galt es in diesem Jahr wieder zahlreiche Einsätze rund um das bunte Treiben der Narren zu bewältigen. Die Zahl der Einsätze war hoch - Hauptursache war der Alkohol. Symbolfoto: Philipp von Ditfurth/dpa
Für die Unterfränkische Polizei galt es in diesem Jahr wieder zahlreiche Einsätze rund um das bunte Treiben der Narren zu bewältigen. Gut vorbereitet und mit starker Präsenz auf den Straßen sorgten die Streifen auch in der fünften Jahreszeit für Sicherheit. Nach der Kontrolle von etwa 6.800 Fahrzeugen im Straßenverkehr und der Kontrolle von diversen Veranstaltungen zieht die Polizei insgesamt eine positive Bilanz.

Die Unterfränkische Polizei hatte zahlreiche Faschingsveranstaltungen begleitet und gezielt Kontrollen in Sachen Alkohol im Straßenverkehr und Jugendschutz durchgeführt. Der Großteil der unterfränkischen Närrinnen und Narren hatte am Faschingswochenende ausgelassen aber friedlich gefeiert und der Polizei keine Arbeit beschert. Einige Jecken, meist nach übermäßigem Konsum von Alkoholika, hatten jedoch über die Stränge geschlagen. Hier galt es für die Beamten sich Streitigkeiten sowie Körperverletzungsdelikten und weiteren Straftaten anzunehmen oder sich gemeinsam mit dem Rettungsdienst um hilflose Personen zu kümmern. Die Betreuung von stark alkoholisierten, meist jugendlichen, Personen gehörte am Faschingswochenende leider auch 2018 zur Tagesordnung.

Neben Alkohol war auch Pfefferspray dieses Jahr ein Thema, das die Polizei beschäftigt hatte. Mehrmals war solches Spray ohne erkennbaren Grund eingesetzt worden und es hatte jeweils zu leichten Verletzungen wie Augenreizungen bei umstehenden Personen geführt. Die Polizei betont nochmals, dass hier eine Straftat vorliegt und in jedem Fall Ermittlungen eingeleitet werden.


Region Mainfranken

Zum größten Faschingszug Südbayerns waren dieses Jahr am Faschingssonntag trotz eisiger Temperaturen rund 65.000 Zuschauern gekommen, um die bunten Wägen durch die Würzburger Innenstadt ziehen zu sehen. Da die Feiern rund um den Faschingszug zur späteren Stunde meist immer feuchtfröhlicher wurden, hatte die Würzburger Polizei im Anschluss an den Gaudiwurm im Stadtbereich alle Hände voll zu tun.

Auch beim Heidingsfelder Faschingszug waren gewohnt viele Zuschauer bei bestem Wetter am Faschingsdienstag am Start. Dieses Jahr hatten sich etwa 30.000 Faschingsbegeisterte in dem Würzburger Stadtteil entlang der Umzugsstrecke eingefunden. Mehrere Einsätze rund um die Veranstaltung trübten jedoch die überwiegend friedliche Stimmung der Feiernden. Bei Streitigkeiten zwischen jungen Männern an einer Straßenbahnhaltestelle versprühte ein Täter Pfefferspray und verletzte dabei drei Jugendliche. Bei einem weiteren Konflikt, bei dem die Polizei eingreifen musste, ging ein Beschuldigter auf die eingesetzten Beamten und später auch auf das Krankenhauspersonal los. Ihn erwartet unter anderem eine Strafanzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Nach dem Faschingszug in Retzstadt wurden vier Jugendliche mit hohen Promillewerten in Gewahrsam genommen und nach dem Gaudiwurm in Karlstadt nahmen die Beamten zwei Anzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung auf, nachdem auf der Straße ohne erkenntlichen Grund von Faschingsnarren Pfefferspray versprüht worden war.


Region Main-Rhön

Mit 20.000 Zuschauern war auch der Faschingszug in Schweinfurt in diesem Jahr gut besucht. Sowohl während als auch nach dem Faschingszug kam es zu keinen nennenswerten Sicherheitsstörungen, die Narren hatten überwiegend friedlich gefeiert. Lediglich ein junger Jeck hatte bei einer Party auf dem Markplatz im Anschluss an den Zug gegen die Maßnahmen zweier Beamte, die den Mann nach einer begangenen Sachbeschädigung kontrollierten, Widerstand geleistet.

Am Faschingssonntag war ein 16-Jähriger in Sand am Main vom Sicherheitspersonal nicht auf eine Veranstaltung gelassen worden. Der Jugendliche hatte über 4 Promille und als die verständigte Polizei eintraf, beleidigte er die Beamten massiv und wurde handgreiflich.

Nach dem Faschingszug in Bad Kissingen führte der Weg einer 16-Jährigen direkt in die Notaufnahme einer Klinik, nachdem Zeugen sie stark betrunken und bewusstlos aufgefunden hatten.


Region Untermain

Beim größten Faschingszug am bayerischen Untermain waren etwa 45.000 Zuschauer anwesend. Die Aschaffenburger Polizei hatte gerade mit jüngeren Narren zu kämpfen, die Hinweisschilder zerbrachen, gegen einen Streifenwagen spuckten oder Beleidigungen gegen die Ordnungshüter aussprachen. Erst nachdem sich die Feiernden in Gaststätten und Kneipen begeben hatten, wurde es auf den Aschaffenburger Straßen ruhiger.

Zu einem kuriosen Einsatz wurden die Polizisten gerufen, als ein als Bär kostümierter Mann mit der Aufschrift "Ich will nur spielen" die Fensterscheibe eines Aschaffenburger Reisebüros eingetreten und Schaden in Höhe von etwa 2.000 Euro verursacht hatte.

Auch nach dem Faschingsumzug in Alzenau kam es nach dem übermäßigen Genuss von Alkohol zu Streitigkeiten. Hier mussten die Beamten im Stadtteil Wasserlos bei einem Konflikt zwischen Jugendlichen vermitteln und im Anschluss wegen Körperverletzung ermitteln.


Verkehrsdelikte

Keine Überraschung waren für viele Verkehrsteilnehmer die intensiven Kontrollen im Straßenverkehr. Die Beamten hatten sich dabei auf Alkoholkontrollen konzentriert und insgesamt auch 67 (72 - Vorjahreswerte in Klammern) alkoholisierte Fahrzeugführer aus dem Verkehr gezogen. 20 (17) Autofahrern wurde vorsorglich der Schlüssel sichergestellt, bevor sie sich betrunken ans Steuer setzen konnten. Bei 29 (32) Pkw-Fahrern am Steuer stellten die Beamten einen Wert zwischen 0,5 und 1,09 Promille fest. Diese erwartet nun jeweils ein Ordnungswidrigkeitenverfahren und dementsprechende Fahrverbote. 38 (32) Fahrzeuglenker wurden mit Werten von 1,1 Promille und darüber gestoppt. Hier lag die Straftat Trunkenheit im Verkehr vor und es droht der Entzug der Fahrerlaubnis. Durch Alkohol am Steuer war es zu insgesamt 17 (9) Verkehrsunfällen gekommen, bei denen auch zehn Personen verletzt wurden. Hier ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr angestiegen und allein dies zeigt, wie essentiell die gezielten Verkehrskontrollen der Polizei sind.

27 (30) Fahrer waren gänzlich ohne Führerschein unterwegs und müssen mit einer Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis rechnen. In 29 (22) Fällen stellten die Polizisten noch an Ort und Stelle den Führerschein der alkoholisierten Fahrer sicher und 29 (42) Fahrzeugführer standen offensichtlich unter Drogeneinfluss. Hier sind die Zahlen erfreulicherweise rückläufig.


Jugendschutzkontrollen

Auch 2018 hat die Unterfränkische Polizei wieder in Zusammenarbeit mit den örtlichen Jugendämtern gezielt Kontrollen zum Thema Jugendschutz durchgeführt. Nachdem die Zahl der stark alkoholisierten Jugendlichen von 2016 auf 2017 stark angestiegen war, hatte man gerade in diesem Jahr die Abgabe von Alkohol an Jugendliche sowie den Aufenthalt auf Tanzveranstaltungen besonders im Blick. Hier gibt es im Vergleich zum Vorjahr mit 46 (68) Anzeigen insgesamt weniger Verstöße als im Jahr 2017 zu melden.

Bedenklich ist, dass unterfränkische Polizisten wie auch bereits im Vorjahr vermehrt bei den zahlreichen Faschingszügen in Stadt und Landkreis stark alkoholisierte Jugendliche feststellten, die teilweise zur Behandlung in Kliniken gebracht werden mussten. Die Jugendlichen hatten meist Mixgetränke mitgeführt und sich damit erschreckend hohe Promillewerte angetrunken.

Die Jugendschutzkontrollen, die fester Bestandteil der Sicherheitskonzepte sind, waren somit notwendig und werden daher weiterhin ein Steckenpferd der Unterfränkischen Polizei bleiben - und das nicht zur Faschingszeit.


Fazit

Auch wenn der Großteil der Faschingsbegeisterten die fünfte Jahreszeit friedlich und fröhlich begangen hatte, fiel in diesem Jahr dennoch die durch Alkohol verursachte hohe Einsatzzahl auf. Ordnungs- und Sicherheitsstörungen hatte die Unterfränkische Polizei stets rasch im Griff, dies zeigt, dass die Sicherheitskonzepte sich bewähren. Durch starke Präsenz rund um Veranstaltungen und gezielte Kontrollen wurde das Ziel, für Sicherheit zu sorgen, auch in diesem Jahr erreicht.

Die Unterfränkische Polizei bedankt sich bei allen Närrinnen und Narren, die maßvoll, aber nicht weniger fröhlich gefeiert haben.

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