Rimpar
Zeugen gesucht

Brutale Attacke in Unterfranken: Sanitäter bei Faschingszug getreten und mit dem Tode bedroht

Bei einem Faschingszug im fränkischen Rimpar wurden mehrere Sanitäter von unbekannten Tätern körperlich angegangen. Während die Helfer eine Frau medizinisch versorgten, wurde einer von ihnen in den Bauch getreten. Kurz darauf wurde der andere mit dem Tode bedroht.
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Beim Faschingszug in Rimpar wurden mehrere Sanitäter von unbekannten Tätern körperlich und verbal angegriffen.  Symbolbild: MichaelGaida/pixabay.com
Beim Faschingszug in Rimpar wurden mehrere Sanitäter von unbekannten Tätern körperlich und verbal angegriffen. Symbolbild: MichaelGaida/pixabay.com

Die Enthemmung feiernder Narren überschritt am Samstag beim Faschingszug in Rimpar (Lkr. Würzburg) ihre Grenzen: Während der Zug sich mit viel "Helau" durch den Ort schlängelte, hatten vor allem die eingesetzten Mitarbeiter des Rettungsdienstes jede Menge Hilfe zu leisten: 20-mal mussten sie - vor allem bei angetrunkenen Narren - helfen. "Ein erklecklicher Teil der Patienten waren bezeichnenderweise minderjährig", sagt Paul Justice, der den Einsatz der Helfer vom Bayerischen Roten Kreuz leitete.

Situation eskaliert bei Faschingszug: Angriff auf Rettungsdienst mit Todesdrohung

Sieben Personen mussten in Kliniken gebracht werden - eine bedenkliche Anzahl bei einem Faschingszug dieser Größe in dem Vorort von Würzburg. Dann eskalierte die Situation.

Als die Sanitäter gerade einer Frau helfen wollten, ging ein Zuschauer - offenbar deren Partner - am Straßenrand massiv auf die Helfer los. Laut Paul Justice trat er einem der Helfer in den Bauch. Dann drohte er einem zweiten Helfer den Tod an. Mitarbeiter eines Würzburger Sicherheitsdienstes gingen schützend dazwischen.

Mehrere Körperverletzungsdelikte registriert: Attacken werden Nachspiel haben

Auf Anfrage bestätigte Pressesprecher Andy Laacke vom Polizeipräsidium Unterfranken am Sonntag: "Der Vorfall hat sich so abgespielt, wie geschildert." Auch seine Kollegen von der Polizei-Inspektion Würzburg-Land hatten beim Rimparer Faschingszug jede Menge Arbeit: Die Polizei registrierte vier Körperverletzungsdelikte und die Sachbeschädigung eines Autos.

Die Attacke auf die Sanitäter wird ein Nachspiel haben: "Wir haben Strafanzeige erstattet", sagte Justice, der Führer der Rotkreuz-Kräfte vor Ort. BRK-Sachgebietsleiter Stefan Dietz bereiten diese Vorkommnisse große Sorgen: "Es ist erschreckend, wie sich einige Mitmenschen gegenüber unseren ehrenamtlichen Sanitätern aufführen. Wir fordern mehr Respekt für unsere Helfer!"

Scheibe an Bus eingeschlagen: Unbekannter Täter flieht und hinterlässt hohen Sachschaden

Möglicherweise hat auch ein weiterer Vorgang damit zu tun. Nach Angaben der Polizei schlug ein bisher unbekannter Täter am Samstag gegen 19 Uhr von innen die Seitenscheibe eines Linienbus ein. Der Bus sollte vom Marktplatz in Richtung Hauptbahnhof fahren.

Nach der Tat stieg der Täter aus dem Bus aus und entfernte sich in unbekannte Richtung. Der Schaden beläuft sich auf etwa 500 Euro.

Der Sicherheitsdienst hielt sich auf Anfrage am Sonntag bedeckt über den Vorfall: "Für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden im oft heiklen Bereich von Sicherheitsdienstleistungen ist unsere Verschwiegenheit und die Vertraulichkeit sämtlicher Vorfälle im Rahmen eines Auftrages besonders wichtig!", hieß es. "Daher geben wir generell keinerlei Auskünfte gegenüber Dritten, wenn unsere Auftraggeber dies nicht ausdrücklich wünschen."

Zeugen gesucht: Wer hat den Angriff auf die Sanitäter gesehen?

Derzeit werden Zeugen für den Angriff auf die zwei Sanitäter beim Rimparer Faschingszug gesucht, weil die Identität des Angreifers noch nicht feststeht. Wer etwas gesehen hat, sollte sich an die Polizei-Inspektion Würzburg-Land, Telefon (0931) 457-1630 wenden.

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