Würzburg
Fotoverbot

Bilderverbot im Kindergarten? Caritas warnt professionelle Fotografen

Ein gerahmtes Foto des Kindes im Regal der Eltern. Gehören solche Erinnerungsfotos aus dem Kindergarten bald der Vergangenheit an? Der Caritasverband hat sich gegen den Einsatz von professionellen Fotografen ausgesprochen. Experten sind sich bei der rechtlichen Lage ebenfalls uneinig.
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Aufsehen um Fotos in den Kindergärten und -krippen: Verwaschene, vielleicht sogar unscharfe Erinnerungsfotos aus der Kindergartenzeit. Für viele ein großes Ärgernis. Und doch: Dieses Szenario könnte eintreten. Denn nachdem mittlerweile Geburtstagskuchen durch neue Regularien zum Teil bereits schon verboten sind, könnten offenbar auch Erinnerungsfotos in Kindergärten in absehbarer Zukunft der Vergangenheit angehören. Die Caritas in Würzburg empfiehlt Kitas, keine professionellen, hauptberuflichen Profi-Fotografen mehr in Anspruch zu nehmen. Als Grund sehen die Verantwortlichen, dass die Aufträge eventuell ausgeschrieben werden müssten, erläuterte ein Sprecher am Dienstag (1. Oktober 2019).

Ermittlung gegen Kitaleiterin: Eltern sollen Fotos im Kindergarten selbst organisieren

Gegen eine Kitaleiterin sei bereits wegen Vorteilsnahme ermittelt worden. Die Ermittlungen wurden laut Caritas zwar eingestellt. Dennoch rate man inzwischen, dass Eltern die Fotoshootings selbst organisieren.

 

Der evangelische Kindertagesstättenverband in Bayern empfiehlt laut seiner Sprecherin Steffi Krause schon seit Jahren "dringend", dass die Fotoaktionen von den Eltern organisiert werden. "Der Datenschutz hat den Blick darauf gelenkt, wie wir es grundsätzlich mit Fotos halten", so Krause.

Der emeritierte Rechtsprofessor und Berater katholischer Kitas, Simon Hundmeyer, versteht die Aufregung nicht. Die Fotos müssten seiner Meinung nach nicht ausgeschrieben werden. "Schließlich belasten sie die Kita-Finanzen nicht." Ähnlich äußert sich der Würzburger Fachanwalt für Vergaberecht Thomas Wandler. "Wohlfahrtsverbände gelten in der Regel gar nicht als öffentliche Auftraggeber."

Daher müssten sie nur bei öffentlich geförderten Baumaßnahmen ausschreiben. Dennoch sei denkbar, dass Kitaleitungen strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie mit Geldern nicht ordnungsgemäß umgehen.

 

Erst kürzlich hatte eine Kita in Schwaben aus Hygienegründen verboten, zu Geburtstagen eigene Speisen wie Kuchen mitzubringen. Werden Kitas immer stärker reglementiert? "Die Anforderungen sind gestiegen", sagte Krause. Kitaleiter müssten den Eltern zunehmend neue Gesetze und Vorgaben für Sicherheit, Hygiene und Ernährung erklären. Die Zeit fehle für die Arbeit mit den Kindern.

Anforderungen in Kindergärten: Jede Woche etwas Neues

Auch der Sprecher der Würzburger Caritas, Sebastian Schoknecht, weist auf mehr rechtliche Anforderungen und Sensibilisierungen hin: Datenschutz, Transparenz, Digitalisierung, Missbrauchsfälle ... "Man hat das Gefühl, jede Woche kommt etwas Neues." Mit Empfehlungen wie bei den Fotos wolle man nicht der Buhmann sein, sondern der Sorgfaltspflicht nachkommen.

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