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Besserer Schutz vor Angriffen: Polizei Unterfranken führt Body-Cams ein

Die Polizei Unterfranken führt als erste in Bayern Body-Cams ein. Sie sollen zum Schutz vor Angriffen dienen und deeskalierend wirken. Datenschützer sehen den Einsatz der Kameras jedoch kritisch.
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In Unterfranken sind die Polizisten ab jetzt mit Body-Cams ausgestattet.  Foto: Daniel Karmann/dpa
In Unterfranken sind die Polizisten ab jetzt mit Body-Cams ausgestattet. Foto: Daniel Karmann/dpa

Die Polizei Unterfranken teilt in einem Facebook-Post mit, dass die Polizeistreifen ab sofort mit einer Body-Cam ausgestattet sind. Nach Beendigung der Pilotversuche ist das Präsidium Unterfranken das Erste in Bayern, das die Kameras einsetzt.

In Unterfranken tragen Streifenpolizisten ab jetzt Body-Cams

Die Body-Cams sollen dabei vor allem zum Schutz der Polizisten und von Dritten dienen und vor tätlichen Angriffe schützen. Bei den Geräten handelt es sich um Kameras, die die Beamten am Körper tragen und aktivieren dürfen, wenn sie oder Dritte bedroht werden. In der Testphase hat sich gezeigt, dass das schon Tragen der Kamera eine deeskalierende Wirkung hat, so die Polizei.

Insgesamt sollen 126 Body-Cams an die Streifenpolizisten in Unterfranken verteilt werden - berichtet der Bayerische Rundfunk. Die Kameras verfügen über ein sogenanntes "Pre-Recording". Das heißt, die Kameras laufen ununterbrochen. Grund dafür ist, dass durch das Einschalten Zeit verloren geht und die eigentliche Bedrohung deshalb nicht aufgezeichnet werden könnte. Speichern darf die Polizei die Aufnahmen aber nur dann, wenn Leib und Leben in Gefahr sind.

Auch die Kulmbacher Polizisten werden im Einsatz bald Body-Cams tragen.Ende des Jahres sollen Polizeibeamte im ganzen Freistaat mit den Kameras ausgestattet sein.

Datenschützer äußern Bedenken

Datenschützer haben jedoch Bedenken, denn Unbekannte oder Passanten könnten mit den Body-Cams ungewollt aufgezeichnet werden. Auch Einsätze in Wohnungen sehen Kritiker problematisch - denn hier dürfen die Polizisten filmen, ohne davor oder danach ein richterliches Einverständnis einholen zu müssen.

Positiv bewertet wird jedoch, dass das Videomaterial der bayerischen Polizei verschlüsselt und auf lokalen Servern gesichert wird - erklärt der BR. Bei der Bundespolizei sieht das anders aus: Diese speichert ihre Daten auf Amazon-Servern in den USA.

Positive Rückmeldung aus der Bevölkerung

Die Reaktionen auf den Facebook-Post der Polizei sind überwiegend positiv. Die meisten Nutzer befürworten den Einsatz der Body-Cams und einige erhoffen sich sogar einen deutschlandweiten Einsatz der Technologie.

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