Randersacker
Baustelle

A3-Ausbau dauert zwei Jahre länger: Abschnitt bei Würzburg erst im Herbst 2021 fertig

Der Ausbau der A3 wird sich bei Würzburg zwischen Heidingsfeld und Randersacker erheblich verzögern: Zwei Jahre länger als geplant soll die Fertigstellung der Fahrbahn in Richtung Nürnberg dauern - bis Ende 2021. Es hagelt Kritik.
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Der Ausbau der A3 wird sich bei Würzburg zwischen Heidingsfeld und Randersacker erheblich verzögern: Zwei Jahre länger als geplant soll die Fertigstellung der Fahrbahn in Richtung Nürnberg dauern - bis Ende 2021. Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa
Der Ausbau der A3 wird sich bei Würzburg zwischen Heidingsfeld und Randersacker erheblich verzögern: Zwei Jahre länger als geplant soll die Fertigstellung der Fahrbahn in Richtung Nürnberg dauern - bis Ende 2021. Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Schon seit einer Weile hatten sich Hinweise auf eine mögliche Bauverzögerung auf der A3 zwischen den Anschlussstellen Würzburg-Heidingsfeld und Randersacker gemehrt. Nun sind die Befürchtungen Realität geworden: Die Fertigstellung der Fahrstrecke Richtung Nürnberg wird sich um zwei Jahre verschieben - auf den Herbst 2021. Das teilte die Autobahndirektion Nordbayern am Dienstag mit. Bislang wurde für Ende 2019 mit einem Abschluss des sechsspurigen Ausbaus gerechnet. Als Grund nennt die Behörde "erhebliche bauvertragliche Auseinandersetzungen mit den Auftragnehmern des Streckenbaus und der Talbrücke". Diese hätten die Bauarbeiten "deutlich verzögert". Die Folge: Verschiebungen im Bauablauf.


Autobahndirektion Nordbayern: Baufirmen sind schuld an Verzögerungen
 

Mit verschiedenen Maßnahmen habe man noch versucht, die Verzögerungen zu minimieren. So sei etwa der neue Katzenbergtunnel vorzeitig in Betrieb genommen worden, wobei vorgeschriebene Tunneltests parallel zur Montage der Tunnelausrüstung in den kritischen Wintermonaten stattgefunden hätten. Doch geholfen hat es nichts: Die von den Baufirmen "verursachten Verlängerungen der Bauzeit für den Streckenbau sowie für den Neubau und den Abbruch der Brücke führten zu weiteren Zeitverschiebungen, da die Fertigstellungstermine im ursprünglichen Bauzeitenplan eng aufeinander abgestimmt waren", heißt es in der Pressemitteilung weiter. In den vergangenen Wochen seien schließlich die Bauabläufe angepasst worden.


A3: Arbeiten sogar noch im Jahr 2022
 

Demnach wird auch im Jahr 2022 in dem Bereich gebaut. Die Autobahndirektion spricht von "Restleistungen". Darunter fallen unter anderem Arbeiten an Asphalt und Lärmschutzwänden. In der Gegenrichtung ist die Fahrbahn bereits seit Anfang März für den Verkehr freigegeben. Die Arbeiten an der A3 hatten im März 2014 begonnen.


Staus, Lärm, Abgase: Verzögerungen belasten Anwohner


"Der Bund Naturschutz ist fassungslos über die massive Bauzeitverzögerung beim A3-Ausbau bei Würzburg bis 2021", so Armin Amrehn, Vorsitzender beim Bund Naturschutz (BN) Würzburg. Der Ausbau wird damit insgesamt acht Jahre dauern, über zwei Jahre länger als geplant. Die Autobahndirektion Nordbayern hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Fertigstellung der Fahrstrecke Richtung Nürnberg sich um zwei Jahre verschieben werde - auf den Herbst 2021.

 


BN: Es geht um die Gesundheit
 

Als Grund nennt die Behörde "erhebliche bauvertragliche Auseinandersetzungen mit den Auftragnehmern des Streckenbaus und der Talbrücke". Diese hätten die Bauarbeiten deutlich verzögert. "Eine derartige Verzögerung ist erschreckend und geht auf Kosten der Gesundheit der Anwohner an den Ausweichstrecken in und um Würzburg, die Lärm, Abgase und einen gesundheitsschädlichen Mix aus Feinstaub und Stickoxiden hinnehmen sollen", kritisiert auch Steffen Jodl, Geschäftsführer beim BN die enorme Bauzeitverlängerung. Vor allem die Gemeinden Kist, Höchberg und Reichenberg sowie die Stadt Würzburg sind durch diese unfallträchtige "Dauer-Staustelle" fast schon täglich massiv betroffen. Auch der öffentliche Nahverkehr sei häufig lahmgelegt. Der BN fordert von der Autobahndirektion Nordbayern dringend Maßnahmen zur Entschärfung dieser extrem stauanfälligen Baustelle. "Vertragliche Auseinandersetzungen zwischen der Autobahndirektion und Baufirmen - die Grund für die Verzögerung sein sollen - dürfen nicht auf Kosten der Gesundheit der Bürger gehen", so der BN.

 

 


Unzufriedene Bauarbeiter
 

Auch Bürger tun ihren Unmut auf der Internetseite dieser Zeitung kund: "Acht Jahre für den Ausbau von ein paar Kilometern! Das ist rekordverdächtig. In anderen Ländern arbeitet man geringfügig schneller", schreibt ein User. "Kein öffentliches Bauvorhaben bleibt mehr im Budget", schimpft ein anderer. "Erst mal billig anbieten um den Auftrag zu bekommen, wenn dann mal das Ding zur Hälfte fertig und bezahlt ist, geht die Verzögerungstaktik und das Nachgekarte los." Auch die Bauarbeiter sind unzufrieden - und zwar mit der Bezahlung. Am Mittwoch machten sie an der A3-Baustelle bei Geiselwind (Lkr. Kitzingen) ihrem Ärger Luft: Sie ließen Schubkarre, Schippe, Kelle & Co. liegen - und machten eine "Bau-Pause". Die IG Bau Franken nennt den Grund für den Bau-Protest: "Bei den Bauarbeitern wächst die Unzufriedenheit. Auf Deutsch gesagt: Sie sind stinksauer, weil die Arbeitgeber die Tarifverhandlungen zum Scheitern geführt haben. Die Bau-Bosse sind nicht bereit, ein vernünftiges Lohn-Plus auf den Tisch zu legen", sagt Kathrin Winkler von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau).

 

 


Streik als Signal nach Berlin
 

Die IG-BAU-Branchensekretärin für das Baugewerbe will damit von Franken aus ein "Bau-Protest-Signal" nach Berlin senden. Dort wird am Freitag, 11. Mai, die Schlichtung im Tarifkonflikt fortgesetzt. Ein erstes Schlichtungstreffen zu Beginn dieser Woche hatte keine Einigung gebracht. Für Kathrin Winkler ist es ohnehin ein "starkes Stück", dass es so weit gekommen ist: "In anderen Branchen gibt es Tarifabschlüsse. Nur im Baugewerbe blockieren die Arbeitgeber. Und das, obwohl der Bau boomt und die Auftragsbücher voll sind." Zudem sei die Lohnforderung der IG Bau vergleichbar mit der anderer Branchen: Sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Deshalb, so Winkler, machen die Bauarbeiter in Geiselwind mit ihrer "Bau-Pause" eines noch einmal deutlich: "Ohne den Bau läuft nichts. Autobahnen und Straßen fallen nicht vom Himmel. Und auch Wohnungen bauen sich nicht von allein. Nur wenn gebaut wird, können die Menschen wohnen und der Verkehr fließen."

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Von Claudia Kneifel und Benjamin Stahl

 



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