Würzburg
Axt-Attacke in Zug

Zwei Schüsse töteten Axt-Attentäter von Würzburg

Der Axt-Attentäter von Würzburg wurde von insgesamt vier Polizei-Kugeln getroffen. Inzwischen ermittelt auch die Bundesanwaltschaft.
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Das DB-Regio Werk Würzburg, fotografiert am 20.07.2016. In dem Werk steht der Zug, in dem ein mutmaßlich afghanischer Flüchtling Reisende mit einer Axt und einem Messer angegriffen und zum Teil lebensgefährlich verletzt hatte. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Das DB-Regio Werk Würzburg, fotografiert am 20.07.2016. In dem Werk steht der Zug, in dem ein mutmaßlich afghanischer Flüchtling Reisende mit einer Axt und einem Messer angegriffen und zum Teil lebensgefährlich verletzt hatte. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Zwei der Schüsse waren tödlich, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Bardo Backert am Mittwoch sagte.

Wie viele weitere Schüsse abgegeben wurden, die den 17-Jährigen verfehlten, müsse noch untersucht werden.

Der junge Mann sei von einem der beiden Polizisten, die ihn stellten, wohl seitlich in den Kopf getroffen worden. Backert sprach von einem "dynamischen Geschehen", bei dem das Verhalten der zwei Beamten aller Wahrscheinlichkeit nach gerechtfertigt gewesen sei. Seine Behörde werde das Geschehen jedoch im Detail überprüfen.

Der Attentäter sei nur etwa drei Armlängen von einem der beiden Polizisten entfernt gewesen. "Er war unvermittelt da und lief aus einem Gebüsch mit maximaler Geschwindigkeit auf die Beamten zu." Der 17-Jährige habe versucht, mit einem Beil auf einen der Beamten einzuschlagen. Die Polizisten hätten keine Möglichkeit zum Ausweichen gehabt. In dieser Situation hätten die etwas versetzt zueinander stehenden Beamten beide schnell reagieren müssen. Ein Schuss alleine stoppe einen Angreifer auch nicht sofort. Danach vergehe in der Regel noch etwas Zeit, bis der Getroffene zu Boden gehe.


Bundesanwaltschaft ermittelt nach Axt-Angriff

Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zur Axt-Attacke übernommen.Es bestehe der Verdacht, "dass der Attentäter die Tat als Mitglied des sogenannten Islamischen Staats zielgerichtet begangen hat", teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mit. Die Bundesanwaltschaft verfolgt Straftaten gegen die innere Sicherheit der Bundesrepublik.

Die Bundesanwaltschaft begründete die Übernahme der Ermittlungen damit, dass die Terrororganisation IS die Tat für sich reklamiert. Außerdem habe das IS-Sprachrohr Amak ein Video des Attentäters veröffentlicht. "Vor diesem Hintergrund ist zu klären, ob weitere bislang unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner in die Tat eingebunden waren." Die Behörde ermittle daher wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes "gegen nicht namentlich bekannte Beschuldigte".

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte dagegen in Berlin, der Attentäter sei ein Einzeltäter, der sich durch die Propaganda der Terrormiliz IS "angestachelt" gefühlt habe. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte der 17-Jährige keinen konkreten Auftrag vom IS erhalten.

Der 17-jährige Afghane hatte am Montagabend in einem Regionalzug bei Würzburg vier Menschen mit einer Axt und einem Messer verletzt. Auch eine Fußgängerin, die der Jugendliche auf seiner Flucht angriff, erlitt schwere Verletzungen. Kurze Zeit später wurde der Mann von Polizisten erschossen.


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