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"Wir sind Kirche" fordert: "Bischöfe müssen über Sex reden"

Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" erinnert die deutschen Bischöfe an den klaren Auftrag beim Thema Familie, den sie vom Papst bekommen haben. Am Montag treffen sich die Kirchenoberen in Würzburg.
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Archivbild Foto: dpa
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Die deutschen Bischöfe sollen endlich mehr über die Themen Familie und Sexualität mit den Gläubigen reden. Das fordert die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" mit Blick auf das Treffen der Bischöfe in Würzburg. "Es ist ein drängendes Problem, dass die Kirchenleitung ein fruchtbares Gespräch mit den Kirchenmitgliedern anfängt", sagte Magnus Lux, einer der "Wir sind Kirche"-Sprecher. Papst Franziskus habe während der Familiensynode im Vatikan vor einem Monat die Bischöfe weltweit aufgefordert, über den Umgang der Kirche mit diesen Themen zu diskutieren und Stellung zu beziehen. Das muss bis Oktober 2015 geschehen, dann ist die nächste ordentliche Synode im Vatikan.

Gläubige sollen Bischöfe fragen

Schon allein deshalb seien die Gespräche über Kirche, Werte, Familie und Sexualität auf allen Ebenen in den Bistümern wichtig. "Wir fürchten aber, dass das in einigen Diözesen nicht passiert", sagte der 71 Jahre alte Theologe Lux weiter.

Er forderte deshalb auch die Kirchenmitglieder auf, ihre Bischöfe zu fragen, was sie dazu denken. "Und ihnen auch zu sagen: Wir sehen das aber anders." In Umfragen habe sich gezeigt, dass mehr als drei Viertel der befragten Kirchenmitglieder zu den Themen Familie und Sexualität eine andere Meinung haben als viele Bischöfe.

Marx war im Vatikan dabei

Lux geht davon aus, dass der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx, dieses Thema heute zur nichtöffentlichen Sitzung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz nach Würzburg mitbringen werde. Der Erzbischof hatte an den Beratungen im Vatikan teilgenommen und sagte im Anschluss, er hoffe nun auf eine intensive Debatte in den Bistümern, Pfarreien und Verbänden.

Wenn die Bischöfe bis zum nächsten Herbst jedoch keine konkrete und mit dem Kirchenvolk abgestimmte Stellungnahme abgeben, fürchtet der Sprecher der Kirchenvolksbewegung zahlreiche Kirchenaustritte. "Dann werden wir einen Auszug aus der Kirche erleben, der kaum mehr aufzuhalten ist. Weil die Leute dann sagen: "Ihr macht, was ihr wollt - ohne uns zu fragen und ohne Rücksicht auf uns zu nehmen." dpa
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