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Aschaffenburg
Prozess

Totschlagversuch nach vermuteter Pilzvergiftung: Prozess ausgesetzt

Im Prozess gegen einen 33 Jahre alten Student aus Alzenau, der wegen versuchten Totschlags angeklagt war, ist nun ein neues Gutachten vonnöten.
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Das Justizgebäude in Aschaffenburg (Bayern), in dem sich das Landgericht befindet, aufgenommen am 20.02.2014. Foto: David Ebener/dpa
Das Justizgebäude in Aschaffenburg (Bayern), in dem sich das Landgericht befindet, aufgenommen am 20.02.2014. Foto: David Ebener/dpa
Er glaubte, sein Stiefvater wolle ihn mit Pilzen vergiften - deshalb soll er versucht haben, ihn umzubringen: Doch der 33 Jahre alte Student, der dafür wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Aschaffenburg steht, ist vielleicht doch nicht schuldfähig.

Das Gericht setzte den Prozess am Dienstag aus, weil ein neues neurologisches Gutachten über den Angeklagten notwendig sei. Ein erstes Gutachten hatte den Studenten aus Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) zunächst für schuldfähig erklärt. Am Dienstag kam jedoch ans Licht, dass bereits zwei Wochen nach der mutmaßlichen Tat der Verdacht bestand, er leide an der Nervenkrankheit Multiple Sklerose.

Der 33-Jährige hatte ausgesagt, wann immer er im Haus seiner Familie getreidehaltige Lebensmittel gegessen habe, habe er sich wie betrunken gefühlt.
Laut Anklage hatte er daraus gefolgert, sein Stiefvater und seine Familie wollten ihn mit Pilzkulturen und Bakterien vergiften. Nach einem Streit mit seinem Stiefvater soll er deshalb versucht haben, ihn mit einem Kopfhörerkabel zu erdrosseln. Wenn das neue Gutachten da ist, muss der Prozess von vorne beginnen. Der Angeklagte bleibt in Haft.

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