Arnstein
Sicherheit

Sechs Jugendliche starben in Arnstein an Vergiftung: So gefährlich ist Kohlenmonoxid

Nach der Tragödie von Arnstein rückt die Gefahr von Kohlenmonoxid-Vergiftungen wieder ins öffentliche Bewusstsein. So tückisch ist das Gas
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Kohlenmonoxid entsteht unter anderem bei Wohnungsbränden. Symbolfoto: NEWS5/Merzbach
Kohlenmonoxid entsteht unter anderem bei Wohnungsbränden. Symbolfoto: NEWS5/Merzbach
Nach der Tragödie von Arnstein in der Nähe von Würzburg in Unterfranken ist die Ursache für den Tod der sechs Jugendlichen klar: Sie starben in einer kleinen Laube an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Jährlich betrifft dies mehrere hundert Menschen in Deutschland. Im Jahr 2015 waren es 648. Auch die Berufsfeuerwehr Würzburg habe mehrmals im Jahr mit dieser Art Verletzungen zu tun, erklärt Brandoberinspektor Florian Fastner.


Was ist Kohlenmonoxid?

Ein brennbares, giftiges, farb- und geruchloses Gas, das entsteht, wenn etwa Holz, Kohle oder Gas ohne genügend Sauerstoff verbrennen.


Wo entsteht Kohlenmonoxid?

Kohlenmonoxid könne in mehreren Situationen entstehen, sagt Fastner. Etwa bei einem Wohnungsbrand oder einem Defekt an Ofen oder Heizung. Ebenfalls wenn ein Grill unsachgemäß verwendet wird, zum Beispiel in einem geschlossenen Raum. Selbst, wenn der Grill bereits gelöscht wurde, könne das Gas immer noch austreten, sagt Fastner.


Worin besteht die Gefahr bei Kohlenmonoxid?

Das Gas ist tückisch: "Man kann es nicht riechen, nicht schmecken und nicht sehen", sagt Forstner. Genau das mache es für den Menschen so gefährlich.


Was passiert bei einer Kohlenmonoxidvergiftung?

Nachdem man das Gas eingeatmet hat, verbindet es sich mit den roten Blutkörperchen. Dadurch kann kein Sauerstoff im Blut transportiert werden. Das führe zunächst zu Bewusstlosigkeit und könne auch zum Tod führen, erklärt Fastner.


Was sind die Symptome?

Die Hauptmerkmale einer Vergiftung seien Übelkeit und Schwindel. Das Gas führt dann zu Bewusstlosigkeit. "Das geht dann recht schnell", erklärt der Feuerwehrmann.


Welche Dosis ist tödlich?

Pauschal könne das nicht beantwortet werden, sagt Fastner, denn die Auswirkungen seien bei jedem anders. Wie schnell das Kohlenmonoxid zu Bewusstlosigkeit und gar zum Tod führt, hänge von mehreren Faktoren ab: Das Alter, die körperliche Verfassung, die Konzentration des Gases im Raum und der eigenen Atmung.


Wie kann man sich vor einer Kohlenmonoxid-Vergiftung schützen?

Es gibt Warnmelder für Kohlenmonoxid (CO-Melder). Diese reagieren auf das Gas, erklärt der Brandexperte. "Die Geräte messen den Kohlenmonoxidwert in Räumen und geben gegebenenfalls wie Rauchmelder ein akustisches und ein optisches Signal ab", erklärt Christian Dinkel von der Kaminkehrerinnung Unterfranken. Doch während es für Wohnräume in Bayern bereits eine Rauchmelderpflicht gibt, gibt es keine verbindliche Vorschrift für CO-Melder. Bei der Installation sollte man darauf achten, dass es nach der in Europa geltenden Norm (EN 50291) zertifiziert ist, erklärt Dinkel. Allerdings warnt er vor Panik: "Kohlenmonoxid entsteht nur, wenn mehrere ungünstige Faktoren zusammenkommen."

Heizungsanlagen oder Thermen sollten immer von einem Fachmann installiert werden und regelmäßig gewartet werden. Einen Grill solle man immer im Freien betreiben, empfiehlt Fastner.
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