Würzburg

Prozess: Was wusste das LKA über die Drogen der Bandidos?

Um die illegale Rolle des Landeskriminalamtes in einem neu aufgerollten Prozess gegen einen Drogenschmuggler zu beweisen, hat die Verteidigung mehr als ein Dutzend Beweisanträge gestellt.
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2013 hatte das Landgericht Würzburg einen in einer Rockergruppe eingeschleusten V-Mann wegen Drogenhandels zu fast sieben Jahren Haft verurteilt. Weil das BGH einen Teil des Urteils aufhob, wird neu verhandelt. Foto: Marius Becker/dpa
2013 hatte das Landgericht Würzburg einen in einer Rockergruppe eingeschleusten V-Mann wegen Drogenhandels zu fast sieben Jahren Haft verurteilt. Weil das BGH einen Teil des Urteils aufhob, wird neu verhandelt. Foto: Marius Becker/dpa
Der Angeklagte war zur Tatzeit für das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) V-Mann in der Rockergruppe "Bandidos".

Schon in seinem ersten Prozess sagte der Mann immer wieder, er habe die Drogen im Wissen des LKA besorgt. Doch LKA-Beamte widersprachen dem Gericht; der Angeklagte wirkte unglaubwürdig.

Doch seither kamen Ermittlungen gegen sechs LKA-Beamte wegen Strafvereitelung im Amt ins Rollen, was die Arbeit des LKA in neues Licht taucht. Die Anwälte hoffen daher, dass das auch Auswirkungen auf das neue Urteil hat.

Zu Beginn des Prozesses am Montag vor dem Landgericht Würzburg stellten sie daher 16 Beweisanträge.
Ursprünglich hatte der Bundesgerichtshof das Urteil vom Sommer 2013 nur deshalb in Teilen aufgehoben, weil der Mann aus Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen) bei seiner Drogenfahrt im November 2011 von Tschechien nach Deutschland ein Messer dabei hatte. Diesen Umstand habe die Kammer für das Urteil nicht beachtet, weshalb nachverhandelt werden müsse. Die Strafe könnte also sogar höher ausfallen.

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