Erlenbach am Main
Festnahme

Polizei findet zwei Sprengsätze in einer Wohnung in Erlenbach am Main

Ein Mann im Landkreis Miltenberg hatte zwei Sprengvorrichtungen wohl selbst gebaut. Die Polizei fand außerdem Chemikalien und eine Schreckschusspistole.
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Der Verdächtige flüchtete zunächst vor den Beamten. Nach seiner Festnahme wurde er in ein Bezirkskrankenhaus geliefert, da ihn die Staatsanwaltschaft für psychisch belastet hielt. Symbolfoto: Christopher Schulz
Der Verdächtige flüchtete zunächst vor den Beamten. Nach seiner Festnahme wurde er in ein Bezirkskrankenhaus geliefert, da ihn die Staatsanwaltschaft für psychisch belastet hielt. Symbolfoto: Christopher Schulz
Beamte der Obernburger Inspektion haben am Dienstagnachmittag in der Wohnung eines 38-Jährigen unter anderem zwei offensichtlich selbstgebaute Sprengvorrichtungen sichergestellt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg erging am Mittwoch ein Unterbringungsbefehl gegen den offenbar psychisch Belasteten. Hinweise auf eine mögliche extremistische Motivation des 38-Jährigen liegen derzeit nicht vor. Das berichten das Polizeipräsidium Unterfranken und die Oberstaatsanwaltschaft Aschaffenburg.

Gegen 14 Uhr hatten sich Zeugen bei der Obernburger Polizei gemeldet, nachdem der 38-Jährige mit einer Zwille Geldmünzen aus seiner Wohnung heraus auf die Straße geschossen hatte. Die Passanten wurden jedoch nicht getroffen und blieben somit unverletzt. Nachdem der Beschuldigte den Ordnungshütern daraufhin den Zutritt zu seiner Wohnung verweigerte, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss erwirkt.

Sprengvorrichtungen, Chemikalien und Schreckschusspistole

Mit diesem ausgestattet trafen die Beamten im Treppenhaus auf den Tatverdächtigen, der daraufhin die Flucht ergriff. Er konnte in der Folge überwältigt und in einem Haftraum untergebracht werden. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung stießen die Ordnungshüter auf zwei offensichtlich selbstgebaute Sprengvorrichtungen. Außerdem stellten sie mehrere Chemikalien, Zwillen sowie eine Schreckschusswaffe sicher.

Sprengstoffexperten der Technischen Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamtes kamen noch am Dienstag vor Ort. Sie kümmerten sich um die beiden unter anderem mit Schwarzpulver befüllten Behälter, die durchaus als gefährlich eingestuft werden mussten.

Die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie Vergehen nach dem Sprengstoffgesetz werden von der Kripo Aschaffenburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft geführt.

Keine Hinweise auf extremistische Motivation

Hinweise darauf, dass der 38-jährige aus einer extremistischen Motivation heraus gehandelt hat, liegen derzeit nicht vor. Auf Anordnung der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft wurde der Tatverdächtige am Mittwochnachmittag der Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Aschaffenburg vorgeführt. Diese erließ einen Unterbringungsbefehl und die Beamten brachten den offenbar psychisch belasteten Mann in ein Bezirkskrankenhaus.


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