Aschaffenburg
Prozess

Handyschmuggel in Aschaffenburger Knast: Zwei Justizbeamte angeklagt

Die beiden 26 und 46 Jahre alten Männer sollen Drogen und Handys in das Gefängnis in Aschaffenburg geschmuggelt haben. Nun stehen sie selbst vor Gericht.
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Symbolbild: Arne Dedert/dpa
Symbolbild: Arne Dedert/dpa
Weil sie für Geld Handys und Drogen ins Aschaffenburger Gefängnis geschmuggelt haben sollen, stehen zwei Justizbeamte seit Montag vor Gericht.


43 Handys sollen so ins Gefängnis gekommen sein

Angehörige von Gefangenen legten der Anklage zufolge Pakete mit Mobiltelefonen und Drogen bei den Mülltonnen des Gefängnisses ab, wie eine Sprecherin des Gerichts erläuterte. Dort habe es keine Kameras gegeben. Die beiden 26 und 46 Jahre alten Männer hätten dann zugelassen, dass die Insassen die Pakete holten - oder hätten sie auch selbst hineingeschmuggelt. Bei der Durchsuchung von Zellen fanden Ermittler insgesamt 43 Handys, die auf diese Weise in das Gefängnis gekommen sein sollen.


Insassen zahlten zwischen 300 und 500 Euro

Beide Angeklagten arbeiteten in der Küche der Haftanstalt, so dass Mittelsmänner die Handys
für die Gefangenen regelmäßig im einsamen Kartoffelkeller "bestellten". Der Anklage zufolge zahlten die Insassen für jedes Handy zwischen 300 und 500 Euro, einen großen Teil davon sollen die Angeklagten erhalten haben. Der Vorwurf lautet demnach auf Bestechlichkeit.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des 26-Jährigen fanden Ermittler zudem eine Cannabis-Plantage. Deshalb wird ihm außerdem Besitz von Betäubungsmitteln vorgeworfen. Für die Verhandlung sind vier Prozesstage angesetzt, ein Urteil könnte demnach am 6. Juli fallen.
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