Würzburg
Facebook

Facebook muss im Februar in Würzburg vor Gericht

Facebook muss sich am 6. Februar vor dem Landgericht Würzburg wegen der Verbreitung von Fake-News verantworten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Facebook muss sich in Würzburg vor Gericht verantworten. Foto: Tobias Hase, dpa
Facebook muss sich in Würzburg vor Gericht verantworten. Foto: Tobias Hase, dpa
Wie ein Sprecher des Landgerichts am Donnerstag mitteilte, erklärte eine Hamburger Anwaltskanzlei inzwischen, die Interessen des US-Konzerns bei der Verhandlung zu vertreten.

Bisher war noch fraglich, ob der Konzern mit europäischem Firmensitz im irischen Dublin zu einer Gerichtsverhandlung in Deutschland geladen werden kann. In der Verhandlung geht es um den möglichen Erlass einer einstweilige Verfügung gegen Facebook.

Beantragt hatte die Verfügung der Würzburger Fachanwalt für IT-Recht, Chan-Jo Jun, im Auftrag des syrischen Flüchtlings Anas Modamani. Der Grund für die beantragte Verfügung sei die zigfache Verbreitung wahrheitswidriger Behauptungen über Modamani auf Facebook.

Von Nutzern war behauptet worden, der Syrer sei einer der Männer, die im Dezember einen Obdachlosen anzünden wollten. Der Beitrag sei mehr als 500 Mal geteilt worden, verstoße aber laut Facebook nicht gegen die "Community-Standards", kritisierte Jun. Bereits im Sommer wurde der Syrer beschuldigt, an den Brüssel-Attentaten beteiligt gewesen zu sein. Beide Behauptungen seien völlig haltlos.

Verklagt wurde von der Würzburger Kanzlei unterdessen auch ein Funktionär der AfD, der die gefälschten Nachrichten weiter verbreitet hatte. Auch er muss sich am 6. Februar vor Gericht verantworten.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren