Zellingen
Greifvogel-Angriff

Bussard attackiert Radfahrer bei Zellingen

Ein Mäusebussard hat auf einem Waldweg im Landkreis Main-Spessart einen Radfahrer angegriffen. Ernsthaft verletzt wurde Andreas Müller dabei nicht. Grundsätzlich seien solche Attacken eher selten, weiß Hartwig Brönner. Der Vogel-Experte vermutet, dass der Bussard seinen Horst verteidigen wollte.
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Ein Mäusebussard (hier ein Archivbild) hat zwischen Duttenbrunn und Zellingen (Landkreis Main-Spessart) einen Fahrradfahrer angegriffen. Foto: Thinkstock
Ein Mäusebussard (hier ein Archivbild) hat zwischen Duttenbrunn und Zellingen (Landkreis Main-Spessart) einen Fahrradfahrer angegriffen. Foto: Thinkstock
"Auf einmal hat es einen Schlag getan", erzählt Andreas Müller. "Zuerst habe ich gedacht, mich hat ein großer Ast am Kopf getroffen." Doch es war kein Ast, sondern ein Bussard. Er hinterließ eine Schramme an Müllers Hinterkopf.

Müller war mit dem Fahrrad auf dem Nachhauseweg von einem Grillfest in Steinfeld (Lkr. Main-Spessart) nach Würzburg. Auf einem Waldweg zwischen Zellingen und Duttenbrunn geschah es: Ein Bussard setzte zum Sturzflug an und traf Müller am Hinterkopf. Dabei krallte der Vogel sich die Schildmütze des Fahrradfahrers, ließ sie dann aber nach einigen Metern aber wieder fallen.

Er habe sich bemühen müssen, nicht vom Fahrrad zu stürzen, so stark sei der Zusammenstoß gewesen, sagt Müller. Der Angriff habe sich durch nichts angekündigt. Nach der Attacke habe sich der Mäusebussard auf einen Baum gesetzt und Laute von sich gegeben. Müller verjagte das Tier durch Klatschen und Rufen. Dann setzte er sein Käppi wieder auf und fuhr weiter.

Ernsthaft verletzt wurde Müller nicht, er trug lediglich eine Schramme am Hinterkopf davon. Der Schreck wirkt allerdings noch nach. Er habe nicht damit gerechnet, dass ein Bussard Menschen angreifen könnte, sagt Müller.

Einige Bussarde an Menschen gewöhnt

Grundsätzlich ereigne sich ein solcher Vorfall eher selten, weiß Hartwig Brönner, der Kreisgruppenvorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz im Landkreis Main-Spessart. Normalerweise sähen Greifvögel den Menschen als Bedrohung an und flüchteten vor ihm - sogar während der Brutzeit. Dass es trotzdem hin und wieder zu solchen Attacken komme, liege daran, dass einige Bussarde an Menschen gewöhnt seien, meint Brönner. Beispielsweise wenn verletzte Bussarde von Menschen aufgepäppelt werden. Dadurch würden die Vögel zwar nicht zahm, verlören aber die Scheu vor den Menschen. Anstatt zu flüchten, schalteten diese Bussarde dann auf Angriff, wenn sie Junge haben.

Die Brutzeit der Vögel dauert von Februar bis Anfang Juni. Bussarde bauen ihren Horst häufig an Waldrändern. Verteidige ein Bussard sein Revier vor dem Menschen, solle man seinen Kopf schützen, rät Brönner. Die Tiere mit einer maximalen Flügelspannweite von 1,30 Meter kämen häufig von hinten angeflogen. Vor dem Schnabel der Vögel brauche man sich nicht zu fürchten.

Wenn die Tiere jemanden verletzen, dann mit ihren Fängen. Nach einiger Zeit ziehe sich der Bussard wieder zurück. Dann solle man die Stelle schnell verlassen, sagt Brönner - so wie es Andreas Müller getan hat.




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