Wettelsheim
Gutachten

Tödliches Maibaum-Unglück in Wettelsheim: Finales Gutachten erst Anfang Juni 2018

Zum tödlichen Maibaum-Unglück in Wettelsbach (Treuchtlingen) hat nun ein Gutachter eine erste Stellungnahme abgegeben: Der Baum war demnach nicht beschädigt. Die Spitze des Maibaums war kurz nach dem Aufstellen abgebrochen. Das finale Gutachten wird jedoch erst Anfang Juni 2018 erwartet.
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Zum tödlichen Maibaum-Unglück in Wettelsbach (Treuchtlingen) hat nun der bestellte Gutachter Stellung bezogen: Der Baum war demnach nicht beschädigt. Es handele sich wohl einfach um "höhere Gewalt". Mit dem finalen Gutachten ist jedoch erst Anfang Juni 2018 zu rechnen. Foto: NEWS5 / Fechner
Zum tödlichen Maibaum-Unglück in Wettelsbach (Treuchtlingen) hat nun der bestellte Gutachter Stellung bezogen: Der Baum war demnach nicht beschädigt. Es handele sich wohl einfach um "höhere Gewalt". Mit dem finalen Gutachten ist jedoch erst Anfang Juni 2018 zu rechnen. Foto: NEWS5 / Fechner
Nach dem tödlichen Maibaum-Unglück im mittelfränkischen Treuchtlingen (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) liegt ein vorläufiges Gutachten eines Baumexperten vor. Danach sei der Stamm weder beim Fällen noch beim Aufstellen beschädigt worden, berichtete die Polizeiinspektion Treuchtlingen am Donnerstag. Zuerst hatten dies das Online-Portal nordbayern.de und der "Treuchtlinger Kurier" berichtet. Kurz nach dem Aufstellen des Baumes am vergangenen Montag war plötzlich dessen Spitze abgebrochen und hatte eine 29 Jahre alte Frau erschlagen. Ein Notarzt hatte der Mutter von drei Kindern nicht mehr helfen können. Ein dreijähriger Junge wurde bei dem Unfall verletzt, inzwischen aber aus dem Krankenhaus entlassen.


Erste Sichtkontrolle des Maibaums brachte keine Ergebnisse

Am Donnerstagmorgen unterzog der Sachverständige im Beisein der Ansbacher Kriminalpolizei den Maibaum in Treuchtlingen einer ersten Sichtkontrolle. Im weiteren Verlauf erfolgten Untersuchungen am bekannten Fällort in einem Waldgebiet bei Treuchtlingen. Bei der ersten Sichtung des Baumes sowie des feststehenden Fällortes konnten bislang keine offensichtlichen Hinweise festgestellt werden, welche zur Klärung des tragischen Unglückes führen.

Der Baum wird nun einer intensiven technischen Begutachtung des Sachverständigen zugeführt. Die Untersuchungen werden einige Wochen in Anspruch nehmen. Mit Vorliegen des Gutachtens ist nicht vor Anfang Juni 2018 zu rechnen.

"Entgegen einiger Presseveröffentlichungen ist festzustellen, dass sich mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeiten erst nach Vorliegen eines abgeschlossenen Gutachtens durch die Staatsanwaltschaft bewerten lassen." Darauf weißt das Polizeipräsidium Mittelfranken in seiner Pressemitteilung hin. "Es wird dementsprechend nachberichtet."


Ursprüngliche Meldung: Maibaum-Unfall war "höhere Gewalt"

Die Staatsanwaltschaft schließe Fremdverschulden aus und leite kein Ermittlungsverfahren ein, hieß es weiter bei der Polizeiinspektion Treuchtlingen. Deren Chef Dieter Meyer sagte dem örtlichen Blatt: "Es gibt wohl keinen Schuldigen." Wenn das endgültige Gutachten zum gleichen Ergebnis komme, sei der Unfall - so tragisch das sei - "einfach höhere Gewalt".

Noch ungeklärt ist, ob der Baum von einem Pilz oder Schwamm befallen war, der von außen nicht erkennbar war. Wann das endgültige Gutachten vorliegt, steht noch nicht fest.


Gutachter erkrankt: Neuer Experte hinzugezogen

Die Geschwindigkeit, mit der sich der Gutachter äußerte, überrascht: Noch am Donnerstag hatte die Polizei gemeldet, dass die Erstellung des Gutachtens bis zu zwei Wochen dauern könnte. Nachdem der ursprünglich bestellte Gutachter jedoch erkrankte, wurde ein neuer Experte hinzugezogen, der den in einer Treuchtlinger Lagerhalle aufbewahrten Baum umgehend begutachtete. Es handelt sich um ein vorläufiges Untersuchungsergebnis.


Den Kulturverein Wettelsheim trifft keine Schuld

Zu dem Unfall kam es im Wettelsheimer Ortsteil von Treuchtlingen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen). Der Kulturverein von Wettelsheim richtet das jährliche Maibaumfest aus. Der Maibaum stammte dieses Jahr nach Angaben des Treuchtlinger Rathauses aus dem Stadtwald und wurde von Vereinsmitgliedern geschlagen, die Erfahrung mit dem Fällen von Bäumen hätten. Beim Kulturverein dürfte das vorläufige Gutachten, wonach kein Fremdverschulden vorliegt, mit Erleichterung aufgenommen werden. Die Stadt hatte schon am Mittwoch ein Mitverschulden des Vereins verneint.


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