Gunzenhausen
Mordprozess

Mittelfranken: Familienvater muss nach vierfachem Mord lebenslang ins Gefängnis

In Gunzenhausen hatte ein Vater seine Ehefrau und seine drei Kinder erstochen. Ein Jahr nach der Tat wurde der Vierfachmörder nun verurteilt. Vor Gericht wurde die letzte Polizeivernehmung der Ehefrau verlesen, bevor sie getötet wurde.
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Am Ansbacher Landgericht wurde am Mittwoch das Urteil zum Familiendrama aus Gunzenhausen verhandelt. Foto: Nicolas Armer/dpa
Am Ansbacher Landgericht wurde am Mittwoch das Urteil zum Familiendrama aus Gunzenhausen verhandelt. Foto: Nicolas Armer/dpa
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Ein Vierfachmord erschütterte im Frühjahr 2018 Gunzenhausen: Ein Vater soll seine drei Kinder und seine Ehefrau erstochen haben. Nun wurde das Urteil gegen den Täter gefällt.

Update vom 15.05.2019: Lebenslange Haft - Gericht fällt Urteil

Im Prozess um den Vierfachmord das Landgericht im mittelfränkischen Ansbach ein Urteil gefällt: Der 31-Jährige muss lebenslang ins Gefängnis. Eine Haftentlassung ist ausgeschlossen, da das Landgericht eine besondere Schwere der Schuld feststellte. Damit folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Vor Gericht wurde ebenfalls die Frage geklärt, ob es sich beim Sprung des 31-Jährigen vom Balkon, um einen Suizidversuch handelte. Diese beantworteten die Geschworenen mit "Nein". Der Mann habe lediglich vor seinem Schwager fliehen wollen. Das sei damit zu erklären, dass der 31-Jährige gezielt auf eine Grünfläche gesprungen sei. Dies berichtet neben diversen Medien die Deutsche-Presse-Agentur.

Update vom 15.05.2019: Prozess wegen Vierfachmord - Urteil erwartet

Familienvater wegen mehrfachen Mordes vor Gericht - heute soll das Urteil fallen: Rund ein Jahr nach dem Familiendrama in Gunzenhausen (Mittelfranken) soll an diesem Mittwoch, den 15.05.2019, im Prozess um die Gewalttat von Gunzenhausen vom Juni 2018 das Urteil fallen.

Zuvor haben mit den Plädoyers noch einmal Staatsanwalt und Verteidigung am Landgericht Ansbach das Wort. Vor dem Gericht muss sich seit Anfang Mai ein 31-Jähriger verantworten, der vor einem knappen Jahr seine drei Kinder und deren Mutter ermordet haben soll. Während des mehrtägigen Prozesses gab sich der Mann wortkarg. Über seine Anwältin hatte er gleich zum Prozessbeginn mitteilen lassen, er werde von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machen.

Frau schilderte Gewalt kurz vor ihrem Tod: "Er hat den Hang dazu, Messer zu nehmen"

Vor Gericht ist am Mittwoch die letzte Polizeivernehmung der Frau verlesen worden. Darin schilderte die 29-Jährige am Tag vor ihrem Tod Gewalt gegen sich und ihre zwei Söhne. Schon im Kleinkindalter habe der Deutsche mit russlanddeutschem Aussiedlerhintergrund die Buben immer wieder hart an den Handgelenken angefasst und geschüttelt, wenn ihm etwas nicht gefallen habe, zitierte der Vorsitzende Richter Claus Körner aus der Vernehmung. "Er hat mich auch selbst gepackt und am Hals gewürgt. Er hat den Hang dazu, Messer zu nehmen. Er hat mir das Messer gezeigt und gesagt, "willst Du sterben, dann mache ich das fertig"", gab sie bei der Polizei zu Protokoll.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwalt hatte der Familienvater seine schlafenden Kinder im Alter von 3, 7 und 9 Jahren sowie seine 29-jährige, von ihm getrennt lebende Ehefrau Ende Juni 2018 mit einem Messer erstochen. Danach sei der Maschinen- und Anlagenführer vom Balkon im dritten Obergeschoss gesprungen.

Der Schwager des Angeklagten beschrieb den 31-Jährigen als gewalttätigen Familientyrannen, der seine Schwester immer wieder aufs Übelste beleidigt habe. Bereits bei Kleinigkeiten sei er ausgerastet. "Das hat sich über die Jahre nicht gebessert. Wir haben ihn belehrt, er soll damit aufhören. Aber er hat uns alle manipuliert und belogen." 

Dennoch habe seine Schwester gezögert, sich von ihrem Mann zu trennen - auch wegen der drei Kinder. "Sie hatte Angst, das allein zu bestreiten", berichtete ihr Bruder. Offenbar habe sie schon länger in extremer Angst gelebt. Schon einmal habe der Angeklagte ihr damit gedroht, dass er den Kindern etwas antue, wenn sie ihn verlasse.

Schließlich habe sie dennoch den Entschluss gefasst, sich von dem immer wieder gewalttätigen Mann zu trennen. Nachdem er seine zwei Söhne in deren Kinderzimmer geschlagen habe, hatte die Polizei bereits ein Kontaktverbot verhängt. Unter einem Vorwand verschaffte sich der Familienvater schließlich am Tattag Zugang zur Wohnung seiner Frau. Auch der Bruder der getöteten Frau, der zum Schutz seiner Schwester in der Familienwohnung übernachtete, konnte die Taten nicht mehr verhindern.

Lesen Sie zusätzlich auf inFranken.de: Bombenfund an der A73 bei Nürnberg: Sprengmeister hatte Angst um Gasleitung



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