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WhatsApp-Kettenbrief: Kinder sollen auf Nacktbilder an fremden Mann verschicken

Schon wieder kursiert ein neuer Kettenbrief bei WhatsApp: In Bayern hat zuletzt eine Mädchen Kettenbrief-Nachrichten erhalten, die sie dazu aufforderte, Nacktbilder weiterzuschicken. Die Polizei warnt davor.
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Der Fall einer Zwölfjährigen aus Bayern ruft die Polizei auf den Plan: Die Behörden warnen vor "Cybergrooming". Symbolbild: Armin Weigel/dpa
Der Fall einer Zwölfjährigen aus Bayern ruft die Polizei auf den Plan: Die Behörden warnen vor "Cybergrooming". Symbolbild: Armin Weigel/dpa

Ein WhatsApp-Kettenbrief, der Kinder auffordert, Nacktbilder weiterzuschicken, sorgt für Aufruhr: Über den Messengerdienst WhatsApp werden immer wieder Kettenbriefe verschickt und weitergeleitet. Beispielsweise kursierten 2018 WhatsApp-Kettenbriefe mit einem Weihnachtsmann-Bild, der "Momo Challenge", von "Ute Lehr" oder des neunjährigen Nico im Messenger. Auch im neuesten Kettenbrief sollen WhatsApp-Nutzer zu Aktivität animiert werden. Der Fall einer Zwölfährigen bereitet der Polizei derweil Sorgen:

WhatsApp-Kettenbrief: Kinder sollen Nacktfotos schicken

Bereits Anfang April 2019 wurde nahe des bayerischen Landshut ein Vorfall bekannt: Die Mutter einer Zwölfjährigen entdeckte einen Chatverlauf auf dem Smartphone ihrer Tochter, der sie äußerst besorgt stimmte. Darin war zu lesen, dass das Mädchen Nacktbilder von sich machen und diese an einen "jungen Mann" schicken solle. Wie das Polizeipräsidium Niederbayern mitteilt, gab das Mädchen (12) an, den Mann in einem Chat kennengelernt zu haben.

Fotos beziehungsweise Bilder, auf denen sie sich nackt zeigt, hatte die Zwölfjährige zu diesem Zeitpunkt noch nicht an den Mann geschickt. Das aufmerksame Eingreifen der Mutter kam also zum genau richtigen Zeitpunkt. Die Kriminalpolizei Landshut hat in diesem Fall die Ermittlungen übernommen. Mittlerweile ist klar, wer hinter dem Fall aus dem Kreis Landhut steckte: Ein 54-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen (NRW) wurde ermittelt. Die örtliche Staatsanwaltschaft hat gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch eingeleitet.

WhatsApp: Polizei warnt vor Kettenbriefen

Die Behörden warnen in diesem Zusammenhang vor allerlei was auf WhatsApp kursiert, unter anderem Kettenbriefe: "Die Möglichkeit des schnellen, unkomplizierten und anonymen Austausch bieten nicht nur Vorteile, sondern ermöglichen auch Kriminellen, gezielt mit Kindern den Kontakt zu suchen", so die Polizei. Bei "Cybergrooming" handle es sich um eine fiese Masche, die darauf abzielt aus einer gezielten Kontaktaufnahme eine sexuelle Grundlage entstehen zu lassen.

Eltern sollen deshalb Kinder medial erziehen und beim Surfen beziehungsweise Chatten begleiten. Dabei gibt die Polizei einige Tipps für Eltern im Umgang: Beispielsweise wird Müttern und Vätern geraten, gemeinsam mit dem Kind einen Kodex mit Verhaltens- und Sicherheitsregeln aufzustellen. Des weiteren sollen Eltern immer ein offenes Ohr für negative Erfahrungen ihrer Kinder im Internet haben und etwaige Sorgen ernstnehmen. Der Fall aus dem Kreis Landshut, bei dem die Behörden auf den 54-Jährigen aus NRW gestoßen sind, zeigt, dass Kriminelle gezielt versuchen, Kontakt zu Kindern aufzubauen, um diese möglicherweise sexuell zu missbrauchen.

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