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WhatsApp ist jetzt ab 16: Was passiert, wenn ich beim Alter lüge?

WhatsApp ist ab sofort ab 16 Jahren. Die Nutzer müssen bestätigen, dass sie entsprechend älter sind, um den Messenger weiterhin verwenden zu können. Aber was kann schlimmstenfalls passieren, wenn man beim Alter lügt und sich älter schummelt, als man ist? Wir haben einen Anwalt für Medienrecht gefragt.
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WhatsApp fragt nun, ob seine Nutzer 16 Jahre oder älter sind. Aber was kann schlimmstenfalls passieren, wenn ein Jugendlicher beim Alter lügt und sich älter schummelt, als er ist? Wir haben einen Anwalt gefragt. Foto: Martin Gerten/dpa
WhatsApp fragt nun, ob seine Nutzer 16 Jahre oder älter sind. Aber was kann schlimmstenfalls passieren, wenn ein Jugendlicher beim Alter lügt und sich älter schummelt, als er ist? Wir haben einen Anwalt gefragt. Foto: Martin Gerten/dpa

"Ich habe bei der Altersangabe für WhatsApp geschummelt, weil ich noch gar nicht 16 bin - was kann mir schlimmstenfalls passieren, wenn ich auffliege?" Diese Frage dürften sich derzeit so einige Jugendliche in Deutschland stellen, denn WhatsApp ist ab sofort ab 16 Jahren freigegeben. Nutzer müssen dem Dienst per Checkbox bestätigen, dass sie entsprechend älter sind, um die Messenger weiterhin zu nutzen. Natürlich will niemand freiwillig darauf verzichten, einen Dienst zu nutzen, in dem sich der gesamte Freundeskreis bewegt und miteinander kommuniziert. Dementsprechend hoch dürfte die Zahl der Alters-Schummler in Deutschland ausfallen.

Was passiert, wenn man dabei erwischt wird? Wir haben nachgefragt und Medienrechts-Anwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke um eine Stellungnahme gebeten.


"WhatsApp: Beim Alter geschummelt - was sind die Folgen?"
 

"Die gravierendste Folge dürfte meiner Ansicht nach lediglich sein, dass WhatsApp den Account sperrt oder löscht, sollte tatsächlich herauskommen, dass ein Nutzer jünger ist als angegeben", so Chrisitan Solmecke in seinem Staement für inFranken.de. "Theoretisch ist das nach den Nutzungsbedingungen möglich, denn darin heißt es, dass der Dienst ausgesetzt oder beendet werden kann, wenn er unerlaubt genutzt wird. Letztlich glaube ich aber, dass WhatsApp keine strenge Linie fahren wird. Schließlich will das Unternehmen keine Nutzer verlieren."


Auch die Eltern müssen dem Vertrag mit WhatsApp zustimmen
 

"Letztlich ist das Risiko einer Löschung eh gegeben, sollten die Eltern dem Vertrag nicht zugestimmt haben. Denn zwischen WhatsApp und dem Minderjährigen wird beim Download der App ein Dienstvertrag geschlossen, der nur wirksam ist, wenn die Eltern diesen bei unter 18-jährigen Kindern auch genehmigt haben. Bis zur Zustimmung ist dieser Vertrag schwebend unwirksam - sollten sie die Genehmigung verweigern, können sie dies WhatsApp mitteilen, dann muss der Dienst den Account des Kindes eh löschen, inklusive aller Daten."


Strengere Kontrollen sind in Zukunft bei WhatsApp möglich
 

"Zwar halte ich es für realistisch, dass die Datenschutz-Aufsichtsbehörden den Dienst später dazu zwingen können, strenger zu kontrollieren oder ihm sogar Bußgelder auferlegen können, weil WhatsApp die DSGVO im Hinblick auf den Minderjährigenschutz eigentlich umgeht. Ich bin aber sicher, dass WhatsApp diese Gelder dann nicht als Schadensersatzforderungen auf einzelne Nutzer bzw. ihre Eltern abwälzen kann, obwohl diese ja eigentlich gegen Vertragsbestimmungen verstoßen haben. Denn zum einen kann ihnen dieser Schaden nicht dem Einzelnen zugerechnet werden. Zum anderen wäre WhatsApp selbst verantwortlich dafür, wenn das Unternehmen gegen die Vorgaben der DSGVO verstoßen hat. Strafrechtlich ist hier auch kein Tatbestand erfüllt. In Betracht käme allenfalls (Computer-)betrug. Die erforderlichen Voraussetzungen hierfür liegen aber nicht vor, weil man das Unternehmen ja nicht direkt schädigt, indem man den Dienst weiter nutzt."

Auf der Seite der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke finden Sie auch einen ausführlichen Artikel von Christian Solmecke zum Thema "WhatsApp erst ab 16 - was steckt dahinter".