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WhatsApp Gründer rät: Löscht Facebook!

WhatsApp-Gründer Brian Acton rät zur Löschung von Facebook - dabei hat Mark Zuckerbergs Social Network ihn 2014 reich gemacht, als es WhatsApp für 19 Milliarden Dollar übernahm. Actons Gründe lassen aufhorchen.
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Der Gründer des Messengers WhatsApp rät zum wiederholten Male zur Löschung von Facebook. Das sind seine Gründe. Symbolfoto: Martin Gerten/dpa
Der Gründer des Messengers WhatsApp rät zum wiederholten Male zur Löschung von Facebook. Das sind seine Gründe. Symbolfoto: Martin Gerten/dpa

WhatsApp-Gründer kämpft gegen Facebook: Zum wiederholten Mal rät WhatsApp-Gründer Brian Acton zur Löschung von Facebook. Bereits im vergangenen Jahr sorgte Acton mit dem Tweet "It is time. #deletefacebook" für Aufsehen. Diesen Aufruf erneuerte er jetzt während einer Ansprache vor Studenten an der Stanford University in Stanford, Kalifornien. Er riet seinen Zuhörern zur Löschung ihres Facebook-Accounts.

Facebook kaufte WhatsApp 2014 für 19 Milliarden Dollar

Der Lösch-Aufruf erscheint auf den ersten Blick befremdlich, weil Brian Acton durch Facebook zu einem der reichsten Männer der Welt wurde. Im Jahr 2014 kaufte Facebook seinen Messenger-Dienst WhatsApp für 19 Milliarden Dollar. Actons privates Vermögen wird aktuell auf rund 3,6 Milliarden Dollar geschätzt. Gegenüber den Studenten der Stanford University verteidigte Acton seine oft kritisierte Entscheidung, WhatsApp an Mark Zuckerbergs Social Network zu verkaufen.

WhatsApp-Gründer kritisiert Facebooks Geschäftsmodell

Brian Acton trat an im Rahmen der Vortragsreihe "Computer Science 181" an der Universität auf, in der Studenten der soziale Einfluss und die ethische Verantwortung von Technologieunternehmen vermittelt werden soll. Der 47-jährige WhatsApp-Gründer ist selbst ein ehemaliger Stanford-Student. In seiner Ansprache kritisierte Acton die Geschäftsmodelle von Facebook und Google. Obwohl er WhatsApp an Facebook verkauft hat, machte Acton aus seinen negativen Gefühlen für Facebook nie ein Geheimnis. Im November 2017 verließ er das Unternehmen, nachdem er und WhatsApp-Co-Gründer Jan Koum vergeblich gegen die Einführung von Werbeanzeigen in WhatsApp gekämpft hatten.

Zuckerberg will 10 Milliarden Dollar mit WhatsApp verdienen

Im März 2018, nachdem der Cambridge-Analytica-Skandal öffentlich geworden war, twitterte Acton seinen mittlerweile berühmten Aufruf zur Löschung von Facebook. Acton kritisierte "Unternehmen", denen Profit wichtiger sei als die Privatsphäre der Nutzer. Zudem machte er bereits im vergangenen September Mark Zuckerbergs Pläne öffentlich, mit WhatsApp innerhalb von fünf Jahren 10 Milliarden Dollar zu verdienen. Früher sei es WhatsApps Geschäftsmodell gewesen, den User für einen Dollar ein Jahr lang WhatsApp nutzen zu lassen. "Wenn man dann eine Milliarde Nutzer hat, verdient man eine Milliarde Dollar. Doch das ist nicht das, was Google und Facebook wollen. Sie wollen Multi-Milliarden Dollar verdienen."

WhatsApp-Gründer: "Löscht Facebook, ok?"

"Und wir geben ihnen die Macht", so Acton in seiner Ansprache. "Das ist der schlechte Teil. Wir kaufen ihre Produkte. Wir melden uns bei diesen Webseiten an. Löscht Facebook, ok?"

Seit dem Cambridge-Analytica-Skandal hat sich die Diskussion um Facebook deutlich verschärft. Der ehemalige Facebook-Expansions-Manager Chamath Palihapitiya mahnte an, Facebook habe "Werkzeuge entwickelt, die das soziale Gewebe der Gesellschaft zerreißen" könnten. Und US-Politiker wie die Demokratin Elisabeth Warren fordern mittlerweile öffentlich, IT-Giganten wie Facebook zu zerschlagen.