Franken
Sprachnachricht bei WhatsApp

Morddrohungen in WhatsApp-Kettenbrief: Sprachnachricht von Nico (9) sorgt für Panik

Immer wieder machen Kettenbriefe bei WhatsApp Ärger. Die neuste Version in Form einer Sprachnachricht ist besonders verstörend: In der Mitteilung spricht ein angeblich neun Jahre alter Nico. Dieser macht den Empfängern mit eindeutigen Drohungen Angst. inFranken.de klärt auf, was dahinter steckt.
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Was hat es mit dem verstörenden Kettenbrief bei WhatsApp auf sich? Die Sprachnachricht verbreitet bei dem Empfängern große Angst. Symbolfoto: Lino Mirgeler/dpa
Was hat es mit dem verstörenden Kettenbrief bei WhatsApp auf sich? Die Sprachnachricht verbreitet bei dem Empfängern große Angst. Symbolfoto: Lino Mirgeler/dpa

Erneut ist ein Kettenbrief im Messenger "WhatsApp" unterwegs, der sich schnell verbreitet. Der Kettenbrief treibt derzeit sein Unwensen in Nordrhein-Westfalen. Insbesondere in Viersen und Münster wurde der WhatsApp-Kettenbrief in Chatverläufen verbreitet und weitergeschickt. Da sich vergangenes Jahr die Anzahl an Kettenbriefen im Messenger deutlich erhöht hat und diese sich rasend schnell verbreiten können, ist nicht auszuschließen, dass auch Smartphones im Norden Bayerns die Sprachnachricht bekommen könnten.

Ähnlich, wie bei der "Momo-Challenge" , der Warnung vor "Ute Lehr" oder dem Weihnachtsmann-Profilbild, spielt auch dieser Kettenbrief mit den Emotionen der Nutzer. Sein Ziel: Angst verbreiten. Doch ist das Alles oder steckt noch mehr hinter den Morddrohungen des neunjährigen Nico?

WhatsApp-Kettenbrief via Sprachnachricht aufs Smartphone: "Hi, ich bin Nico"

Wen der Kettenbrief erreicht, der bekommt eine Sprachnachricht beziehungsweise "Voicemail" angezeigt. Die Sprachaufzeichnung enthält die verzerrte Kinderstimme von "Nico". Nico soll neun Jahre alt sein und keine Hände mehr haben. Der Kettenbrief soll sich im Wortlaut wie folgt anhören:

"Hi, ich bin Nico und neun Jahre alt. Ich habe keine Hände mehr und mein Gesicht ist voller Narben und Blut. Du glaubst es nicht? Anna W. hat es einfach ignoriert, sie glaubte nicht daran. Um 0.00 Uhr hörte sie komische Geräusche aus dem Flur, sie ging in den Flur und sah mich. Sie schrie um ihr Leben. Aber naja, ich brachte sie um und keiner hat sie mehr wieder gesehen."

Das Technik-Portal onlinewarnungen.de nahm den Kettenbrief zuletzt zum Anlass davor zu warnen.

Sprachnachricht-Kettenbrief bei WhatsApp sorgt für Angst vor Nico (9)

In diesem Fall handelt es sich um reine Angst- und Panikmache, die als Spam zu begreifen ist. Eine Betrugsmasche, wie beispielsweise im Kettenbrief mit dem "dabbenden" Weihnachtsmann, steckt nicht dahinter. Jedoch kann das Verbreiten von Angst über solche Kettenbriefe zu anderen schwerwiegenden Konsequenzen führen.

Die Rheinische Post griff vor kurzer Zeit, die Sorge eine Großmutter um ihren Enkel auf, der die Sprachnachricht vom neunjährigen Nico bekam. Der Enkel verschickte den Kettenbrief weiter - unter anderem in die Familiengruppe. So wurden Eltern und Großeltern darauf aufmerksam und sprachen die Thematik an. Die Mutter des Jungen informierte umgehend die Schule, so dass weitere Eltern davor gewarnt wurden.

Durch die Drohungen im Kettenbrief kann es bei Kindern zu emotionalen Schäden in deren Entwicklungen kommen. Insbesondere in den Händen psychisch labiler Charaktere, kann der WhatsApp-Kettenbrief großen Schaden anrichten, warnt onlinewarnungen.de.

Die sogenannte "Momo-Challenge", die 2018 über den Messenger viral ging, spielte ebenfalls mit den Emotionen von WhatsApp-Nutzern. Dabei ging es zwar um Mutproben und nicht um Morddrohungen, aber das Spiel mit der Angst, haben die Kettenbriefe gemeinsam. In Frankreich starb sogar ein 14-Jähriger an den Mutproben. Damals warnte die Polizei Mittelfranken zusätzlich vor dem WhatsApp-Kettenbrief und stufte ihn als "furcheinflößend" ein. Die Gefahren für Kinder treffen in Teilen auch auf den Sprachnachricht-Kettenbrief von Nico zu.

Lesen Sie zusätzlich auf inFranken.de: Die "Momo-Challenge" und deren Vorgänger, die "Blue -Whale-Challenge" - diese Kettenbrief verbreiteten Angst und Schrecken in Franken.

Wie sollte man mit den Kettenbriefen umgehen?

Derartige Kettenbriefe auf WhatsApp, sollte umgehend gelöscht werden. Zudem ist es wichtig, über diese Spam-Kettenbrief aufzuklären und deutlich zu machen, dass Betrüger diese Kettenbriefe im Internet verbreiten. Vor dem Hintergrund, dass Kinder die Nachrichten in die Hände fallen, sollte Medienkompetenz ein wesentlicher Faktor erzieherischen Umgangs sein. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass sich Kettenbriefe rasend schnell verbreiten können und so massenhaft Falschinformationen Nutzer verunsichern.

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