Franken
Momo-Challenge

"Momo": WhatsApp-Gruselfigur kommt mit Horrorfilm ins Kino

Die Gruselfigur "Momo" verbreitete vergangenes Jahr Angst und Schrecken im Messenger-Dienst WhatsApp. Eine "Challenge" stellte Kindern Aufgaben, die bis zum Tod führten. Experten und Behörden warnen vor dem Phänomen. Nun soll ein Horrorfilm entstehen - in der Hauptrolle: "Momo".
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"Momo", bekannt aus einer "Challenge", die sich als Kettenbrief verbreitete, kommt auf die Leinwand. Zwei Regisseure planen einen Horrorfilm rund um die Puppe. Screenshot: Glomex
"Momo", bekannt aus einer "Challenge", die sich als Kettenbrief verbreitete, kommt auf die Leinwand. Zwei Regisseure planen einen Horrorfilm rund um die Puppe. Screenshot: Glomex

  • "Momo" kommt ins Kino
  • Gruselfigur dient als Vorlage für neuen Horrorfilm
  • "Momo-Challenge" verbreitet Angst und Schrecken unter Kindern
  • Polizei, Kindergärten und Ärzte warnen vor Horrorfigur
Die sogenannte "Momo-Challenge", ein Kettenbrief, der massenhaft via WhatsApp und YouTube kursierte, soll in Zukunft weltweite Kinosäle in Angst und Schrecken versetzen. Das Filmstudio "Orion Pictures" plant in Zusammenarbeit mit den Regisseuren Roy Lee und Taka Ichise einen gruseligen Kinostreifen, wie das Szenemagazin Deadline berichtet. Die Regisseure sind echte Kenner der Szene: Sie verantworten unter anderem die Produktionen der Horrorfilme "The Ring" und "The Grunge". Zusätzlich war Roy Lee an der "Es"-Reihe beteiligt. Aus der fiktiven Figur "Momo" soll nun ein neuer Kino-Hit entstehen. Wann der Film im Kino zu sehen, ist aktuell noch nicht bekannt.

"Momo" als Film im Kino: Darf man das?

Angesichts der Gefahr, die von der "Momo-Challenge" ausging, dürfte Lees und Ichises Film große Aufmerksamkeit zu Teil werden - ebenso wie harsche Kritik. Die "Challenge" brachte die Warnungen der Polizei sowie von Kindergärten und Ärzten auf den Plan.

Ursprung der Hysterie um "Momo" symbolisierte der WhatsApp-Kettenbrief, der Im November 2018 in einem Selbstmord eines 14-jährigen Jungen in Frankreich gipfelte. Informationen der französischen Nachrichtenagentur afp zu folge, erhängte sich der Jugendliche. Er strangulierte sich mit einem Kimono-Gürtel bis in den Tod. Doch bereits zuvor wurden zahlreiche Fälle von Kindern bekannt, die sich aufgrund der gestellten Aufgaben durch "Momo" in Gefahr brachten.

Die Polizei Mittelfranken und die Polizei München warnten in diesem Kontext. Die Warnung galt insbesondere Eltern, da oftmals im Dunkeln bleibt, was Kinder auf WhatsApp schreiben und weiterleiten. Demnach wurde empfohlen mit Kindern darüber zu sprechen, was sie geschickt bekommen und dafür zu sensibilisieren, dass mediale Phänomene wie die "Momo-Challenge" zur Gefahr werden können.

Gefahr durch "Momo-Challenge"? Auch Kinderärzte warnen

Neben den polizeilichen Behörden hat auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte davor gewarnt. Die animierte Monsterpuppe mache Kindern Angst und drohe mit Konsequenzen, falls die gestellten Aufgaben nicht erledigt würden, so der Verband. Neben Gesprächen, die zur Sensibilisierung führen sollen, verweist der Verband auf Anzeigen der Polizei, sobald ein Kind Nachrichten von "Momo" erhalte.

Via Facebook verbreitete sich ebenfalls eine Warnung vor der "Momo-Challenge": "Bitte sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, denn selbst unsere Kindergartenkinder hat es schon erreicht!!! Schützen Sie ihr Kind, damit es nicht in solch eine Situation kommt und lassen es kein YouTube oder YouTube Kids mehr schauen!!!"

Hintergrund des Elternbriefes war das zwischenzeitliche Auftauchen von "Momo" in YouTube-Videos der Kinderserie "Peppa Wutz". Der Elternbrief wurde im Kindergarten "Regenbogenland" verteilt. Um welchen Kindergarten es sich dabei handelt, ist jedoch ungewiss. Allein in Bayern gibt es zahlreiche Kindergärten mit diesem Namen - beispielsweise im mittelfränkischen Roßtal. Dieser Kindergarten erklärte allerdings auf Nachfrage von inFranken.de, dass der Brief nicht dort verteilt wurde. Berichten der Daily Mail nach, soll "Momo" auch im beliebten Actionspiel "Fortnite" auftauchen.

Nicht nur die Polizei, Kindergärten und Kinderärzte beschäftigt das Problem. Zahlreiche Schulen in Großbritannien veröffentlichten 2018 Warnungen vor "Momo":

jugendschutz.net, ein Aufklärungsportal, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird hat zusätzlich einen Hinweis zur "Momo-Challenge" veröffentlicht: "Kinder und Jugendliche sollten darüber aufgeklärt werden, dass es sich bei "Momo" um eine frei erfundene Figur handelt. Kommt es zu einer Kontaktaufnahme, sollten sie nicht antworten, den WhatsApp-Kontakt umgehend sperren und sich an eine Vertrauensperson wenden. Bei konkreten Drohungen sollte die Polizei informiert werden."

"Momo" erlebt Comeback - steigt die Gefahr für Kinder erneut?

Da aktuell noch unklar ist, wann der Film erscheint und wie er ausgestaltet sein wird, lässt sich derzeit nur mutmaßen, wie hoch die Gefahr durch den Kinofilm sein wird. Unabhängig davon, ob "Momo" Fix- und Angelpunkt des Horrorstreifens sein wird, steht jedoch fest: "Momo" wird ein Comeback erleben - und damit auch die "Challenge". Durch mediale Berichterstattung wurde bereits sehr viel davor gewarnt - jedoch zeigt das Auftauchen "Momos" auf anderen Plattformen als WhatsApp, dass die Strippenzieher dahinter flexibel sind und neue Wegen suchen, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Hinweis der Redaktion: Wir berichten für gewöhnlich nicht über Selbstmorde. Eine Ausnahme bilden Fälle von großem öffentlichen Interesse. Bei der Telefonseelsorge erreichen Sie unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Hilfe in schwierigen, möglicherweise ausweglos erscheinenden Situationen. Unter www.frnd.de ("Freunde fürs Leben") finden Sie zudem weitere Informationen und Hilfsangebote.