Nürnberg
Flugverkehr

Sind Frankens Flugplätze sicher?

Nach dem Unglück vom Wochenende in Coburg mit drei Toten eine immer wieder gestellte Frage. Behörden und Experten geben Antwort. Erklären, wie es um die Sicherheit der rund 80 Flugplätze in Franken bestellt ist.
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Flugplatz Brandensteinsebene, Coburg. Foto: Jochen Berger
Flugplatz Brandensteinsebene, Coburg. Foto: Jochen Berger
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Bedrohliche Motorengeräusche am Himmel, ein besorgter Blick nach oben. Stürzt da jemand gerade ab? Während das sphärische Gebrumme seit Jahren mehr und mehr zunimmt, hält sich die Zahl der Flugzeuge, die tatsächlich abstürzen statt zu landen, in engen Grenzen. Zumal auf den dreizehn Verkehrslandeplätzen, die es derzeit in Franken gibt. Landeplätze wie den auf der Coburger Brandensteinsebene. Schön verteilt von Aschaffenburg bis Hof, von Bayreuth bis Rothenburg. Zum Teil auch ausgerüstet mit Instrumentenlandesystemen. Das heißt: Hier kann auch bei Schlechtwetter gestartet und gelandet werden.


27 Jahre ohne jeden Unfall

Das war's noch nicht - Frankens Flugbegeisterung ist größer. Hinzu kommt nämlich noch eine Vielzahl weiterer Start- und Landemöglichkeiten auf Sonderlandeplätzen und Ultraleichtflugplätzen, auf Segelfluggeländen oder Startplätzen für Freiballons. An nahezu 80 Orten in Ober,- Mittel- und Unterfranken kann der Franke bei Bedarf in die Luft gehen. Ohne dass deswegen gleich etwas passieren muss. Für Kurt Malter ist das nur logisch. Er betreibt seit 1986 eine Flugschule in Herzogenaurach. In diesen 27 Jahren, in denen Malter fliegt und seine Flugschüler mit dem ABC der Fliegerei vertraut macht, hat sich noch kein einziger Unfall ereignet. Malter hat keine Instrumentenflugberechtigung. Bei ihm geht es ausschließlich um Sichtflug. Wie bei den meisten Freizeitfliegern, die an Wochenenden das schöne Wetter ausnutzen und einige Runden über den Platz drehen.
"Wer sich an die Regeln hält, wer vor dem Flug die aktuellen Wetterprognosen einholt, gerät kaum in Schwierigkeiten," so der Fluglehrer.

Wolfgang Köhler, er startet und landet seit zehn Jahren bevorzugt vom Haßfurter Flugplatz aus, sieht es ähnlich. "Meiner Meinung nach sind die Flugplätze in Franken sicher. Die größte Fehlerquelle ist der Mensch selbst," so seine Erfahrung. Als Hobbyflieger ist er zumeist in einer Höhe von circa 1000 Metern unterwegs. Hoch genug, damit der Motorenlärm am Boden nicht für Verärgerung sorgt, und hoch genug, um im Falle von Flugfehlern noch ausreichend Zeit für Korrekturen zu haben. Einen Fallschirm hat er nicht dabei. Wie alle Hobbyflieger.


Kontrollierter Luftraum

Geht es höher hinauf, in Höhen über 3000 Meter oder 10.000 Fuß, beginnt der kontrollierte Luftraum. Hier beginnt die Sphäre der Geschäftsflieger und der größeren Verkehrsflugzeuge.

Doch zurück zu Frankens Verkehrslandeplätzen. Was sagt das als Behörde zuständige Luftamt Nordbayern zur Sicherheit der Flugplätze? Die am Nürnberger Flughafen ansässige Dienststelle der Regierung von Mittelfranken überwacht die Verkehrssicherheit in allen drei fränkischen Regierungsbezirken plus der Oberpfalz. Pressesprecherin Ruth Kronau-Neef verweist darauf, dass alle Flugplätze im Zuständigkeitsbereich der Behörde regelmäßig überprüft würden. Zudem werde der Flugbetrieb und der Zustand der Anlagen im Rahmen der Luftaufsicht auch durch unangekündigte Kontrollen geprüft. Und bis es zur Genehmigung eines Luftverkehrslandeplatzes und des anschließenden Betriebs kommt, gilt es eine ganze Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen. Das A und O im Hinblick auf die Geländeanforderung ist zum Beispiel die Hindernisfreiheit. Es darf halt nichts im Weg stehen, was Pilot und Flieger gefährden könnte. Dass dem so ist, davon darf man bei den im Fränkischen genehmigten Flugplätzen ausgehen.

Was die technische Ausstattung anbelangt, muss nicht auf jedem Platz ein Tower stehen, heißt es im Luftamt. Ein ausgebauter VW-Bus kann da genauso in Frage kommen. Wichtig ist freie Sicht auf die Start- und Landebahn. Unerlässlich für den Betrieb ist eine Flugleitung mit der entsprechenden Ausbildung, zum Beispiel einem Funksprechzeugnis. Meist kein Probleme für die Betreiber, oft genug Aero-Clubs in Kooperation mit einer Kommune.

Vorgaben für den Piloten gibt's natürlich auch. Besonders bei der Landung. So muss bei Sichtflug eine Flugsicht von mindestens 1,5 Kilometern gegeben sein. Bei einem Instrumentenflug braucht es das nicht. Der Flugplatz muss vom Piloten aber in einer bestimmten Höhe gesehen werden. Abhängig vom Anflugverfahren liegt die bei 200 bis 400 Fuß, so das Luftamt.
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