Schweinfurt
Kriminalität

Viele Kriminelle mit Drogen und illegalen Waffen kommen über A7 nach Franken

Zahlreiche Kriminelle "schwimmen auf der Transitroute" über die A7 nach Franken mit. Bepackt mit Drogen, illegalen Waffen und Diebesgut.
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Zahlreiche Kriminelle "schwimmen auf der Transitroute" über die A7 nach Franken mit. Bepackt mit Drogen, illegalen Waffen und Diebesgut. Symbolfoto: Christopher Schulz
Zahlreiche Kriminelle "schwimmen auf der Transitroute" über die A7 nach Franken mit. Bepackt mit Drogen, illegalen Waffen und Diebesgut. Symbolfoto: Christopher Schulz
Neben den uniformierten Streifenbeamten sind Kollegen der Fahndungsgruppe der VPI Schweinfurt-Werneck in Zivil auf den Autobahnen unterwegs, um die überörtliche Kriminalität zu bekämpfen.

Insbesondere die Autobahn A 7 stellt laut Bericht einen ständigen Arbeitsschwerpunkt dar. Auf der Transitroute "schwimmen" zahlreiche Kriminelle mit, die Drogen, illegale Waffen und Diebesgut mitführen, oder mit gefälschten Führerscheinen, Ausweispapieren oder entwendeten Fahrzeugen unterwegs sind. 104 Rauschgiftdelikte musste die Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck 2017 verzeichnen und zusätzlich 131 Fahrzeugführer, die unter Drogeneinfluss am Steuer saßen, aus dem Verkehr ziehen.



Wofür ist die VPI Schweinfurt-Werneck zuständig

Von der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck wird eine Streckenlänge von 165,4 Kilometern auf folgenden Autobahnabschnitten
betreut: A 7: Anschlussstelle Gramschatzer Wald bis zur Landesgrenze Hessen A 70: Autobahnkreuz Schweinfurt/ Werneck bis zur Anschlussstelle Eltmann A
71: Autobahndreieck Werntal bis zur Landesgrenze Thüringen.
Im Zuständigkeitsbereich liegen sechs Rastanlagen, zwei Autohöfe und das Gewerbegebiet an der A 70 bei Werneck.
2017 waren die Beamten bei 5291 Einsatzfahrten unterwegs.


Unfälle auf den Autobahnen der A7

Fünf Menschen wurden bei den Unfällen, die sich im vergangenen Jahr auf den von der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck betreuten Bundesautobahnen A 7, A 70 und A 71 ereigneten getötet. 2016 waren es noch zwei. Insgesamt nahmen die Beamten 1331 (2016: 1324) Verkehrsunfälle auf.
Bei den 152 (160) Unfällen mit Personenschaden wurden 217 (246) Menschen verletzt, 57 (54) davon schwer.


Unfallursachen

Häufigste Unfallursache: zu wenig Sicherheitsabstand und nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit. Besonders oft gekracht hat es in den Baustellen, darunter in den großen Brückenbaustellen auf der A 7 bei Schraudenbach und am Klöffelsberg bei Fuchsstadt. Der Grund: Fehler beim Überholen und beim Nebeneinanderfahren auf den schmalen Fahrspuren im Baustellenbereich.

Der folgenschwerste Verkehrsunfall 2017 ereignete sich Mitte November auf der A 7 zwischen den Anschlussstellen Bad Kissingen/Oberthulba und Bad Brückenau/Wildflecken, wo ein Lkw beim Überholen nach links kam und mit einem Mercedes zusammenstieß. Ein Mensch wurde getötet, ein anderer schwerst verletzt. In Fällen wie diesen müssen Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr schnell zu den Betroffenen kommen können. Stichwort
Rettungsgasse: Diese zu bilden, so heißt es in dem Jahresbericht der VPI, sei keine Frage der Höflichkeit, sondern gesetzlich festgelegte Pflicht.
Schon bei stockendem Verkehr müsse eine Rettungsgasse gebildet und offengehalten werden.


Kontrollen sollen helfen, die Unfallzahlen nach unten zu schrauben

Mit Kontrollen und Programmen, wie dem für Motorrad- oder Lkw-Fahrer, setzt die Verkehrspolizei auf Prävention. Man will die Hauptunfallursachen bekämpfen - zu dichtes Auffahren, zu schnelles Fahren. Ein Mittel: die mobile Verkehrsüberwachung in Zivilfahrzeugen. 2017 erwischten man so 216 Verkehrsteilnehmer, es gab Anzeigen und 45 Fahrverbote.

Radargeräte und Lichtschranken wurden an Unfall- und Gefahrenstellen aufgestellt. 5085 Stunden waren sie auf und neben den Autobahnen im Einsatz. Nach der Auswertung wurde gegen 8902 Fahrer ein Bußgeldverfahren eingeleitet; 431 Raser mussten ihr Auto mindestens vier Wochen stehen lassen, für 21 969 gab es ein Verwarnungsgeld. Bei Abstandskontrollen auf den Autobahnen wurden 1931 Fahrzeugführer beanstandet, für 209 davon gab es ein Fahrverbot.


Zahl der Unfallfluchten sinkt

Gesunken ist die Zahl der Unfallfluchten im Zuständigkeitsbereich der VPI um 10,1 Prozent auf 159. In 59 Fällen wurden die Unfallbeteiligten ermittelt. Bei Unfallfluchten mit schwerverletzten oder getöteten Personen übernimmt die Verkehrspolizei für die Dienststellen im gesamten Bereich Main/Rhön die Sachbearbeitung.

Die Spezialisten der VPI unterstützen auch die Polizeiinspektionen bei der Recherchearbeit im Zusammenhang mit tödlichen Verkehrsunfällen. So die Polizeiinspektion Schweinfurt bei der Aufklärung der Unfallflucht mit einer getöteten Radfahrerin bei Maibach Mitte Juni. Und sie übernahm die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang des tödlichen Unfalls auf der Schweinfurter Hahnenhügelbrücke Ende Juli.


Zu lange unterwegs oder überladen: der Schwerverkehr im Visier

Zu den Aufgaben der VPI gehört auch die Überwachung des Schwerlastverkehr.
Das Kontrollkonzept ist "engmaschig". Täglich würden Lenk- und Ruhezeiten, Geschwindigkeiten, Sicherung der Ladung und der Zustand der Fahrzeuge überprüft. Allein im Bereich der Lenk- und Ruhezeiten wurden 862 Anzeigen mit Bußgeldern erstellt. In 63 Fällen wurde die Weiterfahrt unterbunden; wegen erheblicher technischer Mängel oder Überladung in 208 Fällen. Im Gefahrguttransport mussten in 96 Fällen Anzeigen gegen Fahrer und Firmenverantwortliche erstattet werden, so die VPI. Und diese Bußgelder fallen deutlich höher als im übrigen Schwerverkehr.


Leichter Anstieg bei der Kriminalität

Leicht angestiegen ist die Statistik der registrierten Straftaten: Sie stiegen um 15 Fälle auf 731. Gestiegen sei aber auch die Aufklärungsquote - um 5,4 auf 61,1 Prozent. Zurückgegangen sind dabei Delikte wie Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung um 39,2 Prozent auf 79 Fälle.
Dagegen stieg die Zahl der Tankbetrügereien um 15 Fälle auf 312 Delikte.
28,8 Prozent wurden aufgeklärt. Mehr als bisher, was an der besseren Ausstattung mit Überwachungskameras liegt, so die Mitteilung. Die Zahl der Diebstähle sank um die Hälfte - auf 44. Martina Riedele


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