Schweinfurt
Streiks

Streik: IG Metall will fränkische Autozulieferer lahmlegen

Im Tarifkonflikt erhöht die Gewerkschaft IG Metall vor der dritten Verhandlungsrunde den Druck. Ein Schwerpunkt sind Autozulieferer in Franken.
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Im Tarifkonflikt  erhöht die Gewerkschaft IG Metall vor der dritten Verhandlungsrunde den Druck. Ein Schwerpunkt sind Autozulieferer in Franken.  Aber auch anderswo, wie hier in Neuss, wird gestreikt. Foto: Guido Kirchner/dpa
Im Tarifkonflikt erhöht die Gewerkschaft IG Metall vor der dritten Verhandlungsrunde den Druck. Ein Schwerpunkt sind Autozulieferer in Franken. Aber auch anderswo, wie hier in Neuss, wird gestreikt. Foto: Guido Kirchner/dpa
Im Kampf um höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten hat die IG Metall am Dienstag zu massiven Warnstreiks in Bayern und in Nordrhein-Westfalen aufgerufen. Ein Schwerpunkt der bundesweiten Aktionen ist Schweinfurt, wo mehrere Tausend Beschäftigte der Industrie- und Autozulieferer Schaeffler, Bosch-Rexroth, ZF und SKF die Arbeit vorübergehend niederlegen sollen.

Erste Aktionen soll es bereits in den Nachtschichten geben. In den Schweinfurter Betrieben sollen die Beschäftigten der Frühschichten ab 8.30 Uhr in einem Sternmarsch zu einer Kundgebung an der Hahnenhügelbrücke am Main ziehen. In anderen Teilen Frankens, in der Oberpfalz und im oberbayerischen Rosenheim sollen am Dienstag vor allem mittelgroße und kleinere Metall- und Elektrobetriebe bestreikt werden.

Neben Bayern ist Nordrhein-Westfalen ein Schwerpunkt; dort sind Beschäftigte von 143 Unternehmen zu Warnstreiks aufgerufen. Von den Alpen bis zur Küste werde es in jedem IG-Metall-Bezirk am Dienstag Aktionen geben, sagte eine Sprecherin der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt am Main.


Sechs Prozent mehr Lohn


Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr sowie ein Recht für jeden Beschäftigten, seine Arbeitszeit vorübergehend von 35 auf 28 Stunden pro Woche zu verkürzen. Für Schichtarbeiter und Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen sollen die Arbeitgeber einen teilweisen Lohnausgleich zahlen.

Die Arbeitgeber haben eine Einmalzahlung für drei Monate und danach zwei Prozent mehr Lohn für ein Jahr angeboten. Zudem wollen sie die Arbeitszeit mit Zustimmung des einzelnen Arbeitnehmers auch weit über 35 Stunden hinaus verlängern können.

Die dritte Verhandlungsrunde für die Branche beginnt am Donnerstag in Baden-Württemberg. Die bayerischen Verhandlungspartner folgen am 15. Januar in Nürnberg.

In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie arbeiten rund 835 000 Beschäftigte. Davon sind 475 000 in tarifgebundenen Betrieben beschäftigt, die Mitglied des Arbeitgeberverbandes vbm sind.
Die ersten Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie hatten am Montag in Aschaffenburg und im nordrhein-westfälischen Iserlohn begonnen. Am Montag hatten sich bundesweit etwa 15 000 Metaller an Aktionen beteiligt.
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