Schweinfurt
Fußball Regionalliga

Ungewöhnliche Maßnahme beim FC 05

Schweinfurter empfangen am Samstag Garching und gastieren am Sonntag beim WFV.
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Fuß fassen: Zuletzt ist Steffen Krautschneider (weiß) mit dem FC 05 ins Trudeln geraten, gegen den VfR Garching wollen die Schweinfurter zurück in die Erfolgsspur finden. Mikro Wölfling
Fuß fassen: Zuletzt ist Steffen Krautschneider (weiß) mit dem FC 05 ins Trudeln geraten, gegen den VfR Garching wollen die Schweinfurter zurück in die Erfolgsspur finden. Mikro Wölfling

FC 05 Schweinfurt - VfR Garching (Samstag, 14 Uhr) War Garching der Anfang allen Übels? Seit dem 1:1 Ende Juli im Münchner Norden, bei dem der Schweinfurter Stürmer Adam Jabiri erst den längst überfälligen Ausgleich erzielt, dann aber in der Nachspielzeit einen Elfmeter verschossen hatte, hat der FC 05 in Summe von neun Auswärtsspielen sieben Mal unentschieden gespielt, ein Mal verloren und nur in Burghausen Ende September ein einiges Mal gewonnen. Längst wird beim Aufstiegskandidaten vom Auswärtsfluch gesprochen. Nachdem es nun im letzten Heimspiel auch noch ein 1:2 gegen Schalding-Heining gesetzt hatte, der FC 05 nur noch Tabellenfünfter ist, hilft im Rückspiel gegen den VfR nur ein Sieg, um nicht endgültig in eine ausgewachsene Krise zu rutschen.

Dass Garching eine knifflige Kiste wird ("das wird eine Kopie des Hinspiels, die werden wieder nicht aus dem Schneckenhaus heraus kommen") glaubt der Schweinfurter Linksaußen Steffen Krautschneider zwar, nicht aber, dass das Hinspiel "der Anfang alles Bösen war". Es sei vielmehr allgemein so, dass die Zahl der Spiele, in denen sich ein Gegner auch zu Hause nur hintenrein stellt, deutlich gestiegen ist, seit man Liga-Favorit ist. Doch Krautschneider ist überzeugt, dass man auf die Garchinger Finte kein zweites Mal hereinfällt: "Wir haben uns weiterentwickelt. Wir bewegen uns, das hat auch die zweite Halbzeit in Bayreuth gezeigt, mehr ohne Ball, das ist der Schlüssel zum Erfolg."

Für ordentliche Vorzeichen sorgt aber auch der Gegner: Die bis auf Rang 16 durchgereichten Oberbayern kamen in den letzten neun Partien bei sechs Torerfolgen nur auf fünf Punkte. Viel läuft über Kapitän Dennis Niebauer, der mit sechs Treffer erfolgreichster Torschütze der Garchinger ist. Deren Trainer Daniel Weber muss mit Dominik Hepp, Joey Brenner, Zvonimir Kovac und Tim Sulmer gleich auf vier Akteure verzichten. Auch 05-Coach Timo Wenzel fehlen vier Mann, neben den beiden Gelb-gesperrten Stefan Kleineheismann und Florian Pieper auch Dominik Weiß (unter der Woche krank) und Ronny Philp, der zusammen mit Kleineheismann die Woche über beim Trainerlehrgang war. Wenzel fordert von seiner Mannschaft "Geduld und Mut" ein und hofft, dass es bei Goalgetter Adam Jabiri (muskuläre Probleme) zumindest zu einem Teilzeit-Einsatz reicht.

Wie existenziell drei Punkte für die Nullfünfer sind, zeigt eine ungewöhnliche Maßnahme des Trainers: "Wir haben sämtliche Posts in sozialen Kanälen diese Woche untersagt, das lenkt die Mannschaft nur ab. Der Fokus muss voll auf Garching liegen." Schon tags darauf geht es für die Schweinfurter weiter: Am Sonntagmorgen um 11 Uhr gastieren sie beim Würzburger FV zu einem Benefizspiel zu Gunsten des in finanzielle Schieflage geratenen Bayernligisten. Ab 10 Uhr gibt es an der Mainaustraße ein Weißwurstfrühstück. Zudem stellt der FC 05 den Würzburgern in Anlehnung an das erste Gründungsjahr des WFV 1904 Eintrittskarten für das 05-Heimspiel gegen den FC Bayern München II kostenfrei zur Verfügung. Die Einnahmen aus dem Spiel sowie aus dem Ticketverkauf der gespendeten Karten gehen an den WFV. Für 05-Präsident Markus Wolf eine Selbstverständlichkeit: "Nach der Meldung, der Würzburger FV sei finanziell angeschlagen, war es für uns von Beginn an selbstverständlich, zu helfen. Seit über 40 Jahren besteht eine enge Freundschaft zwischen den Fans der beiden unterfränkischen Traditionsvereine, dies soll auch künftig so bleiben. Freunde helfen Freunden."Michael Bauer



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