Schweinfurt
Fußball Regionalliga

Taktische Kniffe lassen den FC 05 jubeln

Beim 3:0 in Illertissen griff der Schweinfurter Coach Timo Wenzel tief in die Taktik-Trickkiste.
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Bekam fast nichts zu tun: FC-05-Keeper Luis Zwick (gelbes Trikot), der hier den Ball vor dem Illertissener Marius Wegmann (links) wegfaustet.   Foto: Horst Hörger
Bekam fast nichts zu tun: FC-05-Keeper Luis Zwick (gelbes Trikot), der hier den Ball vor dem Illertissener Marius Wegmann (links) wegfaustet. Foto: Horst Hörger

FV Illertissen - FC 05 Schweinfurt 0:3 (0:1). Tore: 0:1 Marco Fritscher (29.), 0:2, 0:3 Adam Jabiri (64.,73.).

Timo Wenzel, Trainer des FC 05 Schweinfurt, hatte sich vor dem 3:0-(1:0)-Erfolg seines Teams beim FV Illertissen viele Gedanken gemacht. Unbedingt wollte er seinem früheren Mitspieler Marco Küntzel, den der gebürtige Ulmer schon seit gemeinsamen Zeiten beim FC Augsburg kennt und schätzt, ein Schnippchen schlagen. "Während den 90 Minuten ist jeder auf seiner Seite. Jeder will das Beste für sein Team", erklärte der Schweinfurter knapp eine halbe Stunde nach dem Abpfiff, als es in Küntzel mächtig brodelte.

Im Anschluss redete sich der Illertissener Coach gut zwei Minuten lang den Frust von der Seele, der sich angesammelt hatte. Und warum? Die taktischen Kniffe von Wenzel hatten das Team des FV Illertissen zur Verzweiflung getrieben. So beorderte der frühere Stuttgarter Pius Krätschmer, der seit seinem Wechsel nach Franken im offensiven Mittelfeld zu finden war, in die Mitte der Abwehrkette.

"Es freut mich sehr, dass diese Umstellung geklappt hat", erklärte Linksverteidiger Christian Köppel, als die mitgereisten Schweinfurter Fans gerade ihre Banner einpackten. "Wir wussten, dass Illertissen eine Mannschaft ist, die gut umschaltet und starke Konter fährt. Wir sind alle nach Ballverlusten schnell wieder hinter den Ball gekommen und waren so sehr kompakt."

Dort, wo Krätschmer sonst zu finden ist, wirbelte nämlich Tim Danhof, der zu Hause gegen Augsburg II noch das 1:0-Siegtor geschossen hatte. Wenzel hatte mit seinen Entscheidungen, auch Sturm-Solist Adam Jabiri, Linksaußen Amar Suljic und Benedict Laverty (rechtes Mittelfeld) von Anfang an zu bringen, alles richtig gemacht. So musste allerdings der etatmäßige Kapitän Stefan Kleineheismann 90 Minuten lang von der Bank aus zusehen, wie Marco Fritscher die Führung erzielte (29.), ehe Jabiri zwei Mal nachlegte (64., 73.).

Dass der frühere Drittliga-Akteur nun schon zum fünften Mal in dieser Liga-Runde ohne Einsatz im Kader stand, begründete sein Trainer mit rein taktischen Überlegungen. "Stefan ist und bleibt unser Kapitän. Es war einer unserer Züge, Pius als Linksfuß in die Abwehr zu stellen, weil er einfach gute Bälle spielen kann. Deswegen haben wir uns für diese Variante entschieden. Er hat ja auch schon im Test gegen Greuther Fürth II in der Verteidigung gespielt und das nun wieder sehr gut gemacht. Stefan hat das nicht unbedingt gut gefallen, aber er hat es professionell aufgenommen."

Dass sich die Spieler voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellen, macht den derzeitigen Liga-Primus zu einem unangenehmen Gegner. Besonders, weil die Nullfünfer in dieser Saison auch nach vielen kräftezehrenden Zweikämpfen - wie in Illertissen - eben doch noch die Lücken finden und sie nutzen. Das ist auch nötig, um nach einer Vorsaison, an deren Ende 13 Unentschieden in der bayerischen Regionalliga zu Buche standen, nun oft mit drei Punkten mehr auf dem Konto den Platz zu verlassen.

"Da kann man jetzt meiner Meinung nach auch keinen Spieler herausheben", meinte der Zweifach-Torschütze Jabiri, den nicht gerade wenige der 430 Zuschauer im Vöhlin-Stadion zum Matchwinner gekürt hätten. "Wir sind als Mannschaft sehr gut aufgetreten und haben keine Großchance zugelassen." Was auch daran lag, dass die taktischen Vorgaben des Trainers genau umgesetzt wurden. Dominik Großpietsch

Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Billick, Krätschmer, Köppel - Korb, Fery - Laverty (72. Pieper), Danhof, Suljic (81. Frimpong Manu) - Jabiri (77. Awata).

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