Schweinfurt
Fussball

Nicolas Görtler ebnet 05 den Weg zum Sieg

Der FC 05 Schweinfurt gewann auch sein drittes Saisonspiel. Ein Spieler zeichnete sich dabei besonders aus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Schweinfurter Görtler bereitete ein Tor vor und erzielte eines selbst. Hier versetzt er Bayreuths Tobias Weber. Marion Wetterich
Der Schweinfurter Görtler bereitete ein Tor vor und erzielte eines selbst. Hier versetzt er Bayreuths Tobias Weber. Marion Wetterich
Besser kann es für einen Spieler und eine Mannschaft kaum losgehen. Schon nach knapp drei Minuten machte Stürmer Nicolas Görtler seinen Treffer zum 1:0 für den FC 05 Schweinfurt. Und ersparte seinem Team vor 2217 Zuschauern bei Sommerhitze ein kräftezehrendes Geduldspiel gegen die SpVgg Bayreuth. "Ich habe gedacht, schieß' einfach mal den Ball volley mit links ins Eck, und es hat gepasst", sagte er nach dem Spiel.

Doch für Görtler war das 4:0 (2:0) über die Oberfranken mehr als nur drei Punkte; es war auch ein Sieg über seine Leidensgeschichte. Die halbe Runde in der Vorsaison ausgefallen. Und vor zwei Wochen standen die Zeichen erneut auf eine lange Verletzungspause. Jetzt ist der 28-Jährige plötzlich topfit, kann "schmerzfrei trainieren".

Wie kommt's? "Unsere Ärzte haben das toll hingekriegt", beschreibt Trainer Timo Wenzel die "Wunderheilung" am eingerissenen Außenmeniskus im rechten Knie. "Die Spritzenkur hat gut angeschlagen. Nic trainiert sehr gut, hat sich den Einsatz gegen Bayreuth verdient gehabt und das Vertrauen mit Leistung zurückgezahlt." Es sei schön zu wissen, dass Schweinfurt jetzt vier gute Stürmer habe.

Die wegen Görtlers Verletzung getätigte Verpflichtung des Ex-Fürthers Stefan Maderer gerät so zum zusätzlichen Bonbon. Florian Pieper konnte so seine Blessur in der Wade auskurieren und wenn es Oldie Adam Jabiri mal nach einer Pause lechzt, scheint das aktuell ebenfalls leicht ausgleichbar.

Hört sich nach Luxusproblem an und sorgt für mächtig Konkurrenzkampf, auch in anderen Mannschaftsteilen. Denn für das Auswärtsspiel in Garching am Freitag wird Wenzel wieder vier Spieler aus dem Kader streichen müssen.

Gegen Bayreuth standen fünf frische Kräfte auf dem Platz, eben auch Görtler, für den das Gerangel um Startelfplätze mehr Segen denn Fluch ist: "Dass wir Fünf auf den Einsatz gebrannt haben, hat man gesehen."

Da schiebt freilich Wenzel ein kleines "Moment mal" dazwischen und findet durchaus einige Haare in der Erste-Halbzeit-Suppe: "Vor der Pause, gerade nach dem 1:0 war einiges nur lala. Da hätte auch von den Neuen mehr kommen können. Die Zweikampfführung war schlecht. Da haben wir in der Pause auf den Tisch gehauen."

Mit Erfolg. Bayreuth musste sich mehr und mehr dem Druck der Gastgeber beugen. "Neue" wie Innenverteidiger und 3:0-Schütze Matthias Strohmaier oder der eingewechselte Marco Fritscher, der einige entschlossene Antritte hinlegte und so Adam Jabiris Elfmeter-4:0 ermöglichte, zeigten bärenstarke Leistungen. Selbst der erst 22-jährige Linksverteidiger Gianluca Scrudato legte bei seiner Premiere seine Nervosität nach der Pause ab.

Jetzt war auch Wenzel zufrieden: "Die Mannschaft weiß bis heute nicht, wie gut sie ist, welches Potenzial sie hat. Das muss man ihr jeden Tag aufs neue klar machen." Vielleicht hilft da ja der Blick aufs Tableau, denn da steht der FC 05 Schweinfurt nun auf Platz 1.

Wenzel: "Das war unser Ziel am Dienstagabend Erster zu werden; das ist unser Anspruch. Und deswegen heißt es am Freitag in Garching einen Dreier nachzulegen, was anderes gibt's da nicht. Wir fahren da mit komplett breiter Brust hin." Auch, weil erstmals in dieser Saison hinten die Null stehen geblieben ist.

Das will der Trainer, selbst einst in der Bundesliga Verteidiger, "in jedem Spiel sehen", sagt Nicolas Görtler. "Denn vorne haben wir so viel Qualität, dass wir immer ein Tor machen können." Übrigens eine Qualität, die in der abgelaufenen Spielzeit auch den späteren Meister und Drittliga-Aufsteiger TSV 1860 München auszeichnete. Kann der FC 05 den Durchmarsch der Löwen kopieren? Görtler dazu: "Wir denken von Spiel zu Spiel." Er sagt aber auch: "Es ist schön, Erster zu sein und auszunutzen, dass die Bayern erst einmal weniger Spiele haben werden. Wenn wir uns einen Vorsprung herausarbeiten, setzt sie das vielleicht unter Druck."

Schweinfurt: Eiban - Messingschlager, Strohmaier, Kleineheismann, Lo Scrudato - Jelisic, Kracun - Piller, Görtler (75. Schorn), Krautschneider (63. Fritscher) - Jabiri (70. Maderer).


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren