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Lob, aber auch Kritik nach 5:1 von Schweinfurt

Der FC Schweinfurt gewann sein Heimspiel gegen Memmingen souverän mit 5:1. Dennoch hatte Trainner Timo Wenzel etwas zu meckern.
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So sehen Sieger aus: Mit Adam Jabiri (links) und Florian Trinks (rechts) beglückwünschen zwei weitere Schweinfurter Torschützen Stefan Maderer (Mitte), der den FC 05 in Führung gebracht hatte. Wetterich
So sehen Sieger aus: Mit Adam Jabiri (links) und Florian Trinks (rechts) beglückwünschen zwei weitere Schweinfurter Torschützen Stefan Maderer (Mitte), der den FC 05 in Führung gebracht hatte. Wetterich

FC 05 Schweinfurt - FC Memmingen 5:1 (1:0). Tore: 1:0 Stefan Maderer (45.+1), 2:0 Florian Trinks (49.), 3:0 Adam Jabiri (54), 4:0 Steffen Krautschneider (74.), 5:0 Adam Jabiri (79.), 5:1 Patrik Dzalto (82.).

Die Mentalität der Mannschaft stand auf dem Prüfstand - und die Messwerte lagen hinterher überwiegend im grünen Bereich. Vier Heimspiele, vier Heimsiege - das ist eine sehr konstante Ansage in Richtung Spitzenreiter Bayern München II. Drei Spiele ohne Torerfolg - Adam Jabiri schmeckte die Rede von der kleinen Flaute überhaupt nicht. Und der 34-Jährige gab auf dem Platz die richtige Antwort. Zwar befand sein Trainer Timo Wenzel, dass "Adam von zwölf Bällen gefühlt zwölf verpasst hat." Aber: "Dann macht er halt die zwei Dinger. Wir sind sehr froh einen Stürmer mit solcher Qualität in unseren Reihen zu haben."

Mindestens genauso sehr freute sich Wenzel über das erste Pflichtspieltor von Stefan Maderer - und das am Abend vor seinem 22. Geburtstag. Nach vielen knapp verpassten Chancen war nicht nur der Knoten geplatzt. Der Treffer zum 1:0 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit just nach zwei Riesenchancen der Gäste war auch ein eminent wichtiger. "Der Junge ist Woche für Woche besser ins Spiel gekommen. Wir haben ihn jetzt schon so weit, dass er für uns eine Verstärkung ist", lobte der Coach den Ex-Fürther. Der sich selbst auf seiner neuen Position pudelwohl fühlt.

Als klassischer Stürmer gekommen, hat er sich in den letzten Partien auf der linken Außenbahn auch zu einem exzellenten Vorlagengeber entwickelt. "Dass, ich getroffen habe, ist für mich schon sehr wichtig. Ich werde schließlich als Angreifer vor allem an Toren gemessen", sagte der Erlanger und übte sich gleich in Bescheidenheit: "Der Dosenöffner war aber das 2:0 gleich nach der Pause."

Fürwahr, es hätte eine ganz enge Kiste werden können für die Schweinfurter, hätte nicht Florian Trinks vier Minuten nach Wiederbeginn auf Pieper-Flanke den bis dato überragenden FCM-Keeper Martin Gruber per Kopf überwunden. Nach dem 5:0 hatte Wenzel doch noch Anlass zur Verärgerung: "Ich war selbst Verteidiger; vielleicht stinkt mir deswegen das Gegentor so." Denn die Rückwärtsbewegung klappte in den letzten zehn Minuten nicht; sogar ein 5:2 oder 5:3 wäre noch drin gewesen. "Da waren wir nicht mehr voll da", monierte der Trainer, der eben zum Perfektionismus neigt und sich nicht zufrieden gibt mit 70 richtig starken Minuten.

Und der dennoch nicht unkommentiert die Unmutsbekundungen speziell von der Haupttribüne stehen lassen wollte. "Wir haben einen ganz klaren Plan, deswegen interessiert es uns auch nicht, wenn wir zwei oder fünf Mal zum Torwart zurückspielen. Wir spielen ganz bewusst mit viel Geduld." Woraus sich zwangsläufig ergibt, dass sich ein an sich sehr tief stehender Gegner wie Memmingen locken und dann auskontern lässt.

Das Umschaltspiel der Schweinfurter klappte in der Anfangsphase, als den Gästen reihenweise Flanken um die Ohren segelten, und nach der Pause, als wunderschön über die Außen oder punktgenau durch die Schnittstelle die Tore herausgespielt wurden. Einen ganz starken Auftritt legten neben Maderer und Jabiri vor allem Florian Pieper in seinem ersten Einsatz nach überstandener Magen-Darm-Erkrankung und der unermüdliche Sprinter Marco Fritscher hin. Letzterer rettete famos gegen vier durchgebrochene Memminger erst das 0:0 (44.) und bereitete mit einem überragenden Flankenlauf Jabiris 3:0 vor. Später musste er verletzt raus.

Dass Einiges aus dieser eindrucksvollen Vorstellung gegen die Allgäuer mit in die nächste Partie am Samstag in Heimstetten genommen werden muss, um die Serie von drei sieglosen Auswärtsspielen nicht länger werden zu lassen, weiß auch Maderer: "Wir machen es ja auf fremden Plätzen nicht so schlecht, belohnen uns nur nicht. Wir müssen dort den Sieg noch ein Stück mehr wollen als zuletzt."

Und erst dann, wenn es klappt die Theorie auch in die Praxis umzusetzen. Erst dann "werden wir über den 12. September reden", setzt Jabiri ganz bewusst den Fokus auf Heimstetten, wo die fünf Tore vom Freitagabend schon wieder Schall und Rauch sind. Erst nach dem anvisierten ersten Auswärtssieg seit dem 21. Juli in Schalding-Heining dürfe das Toto-Pokal-Highlight gegen die Würzburger Kickers, Jabiris früherem Verein, Thema sein. Schweinfurt: Eiban - Messingschlager, Strohmaier, Kleineheismann, Fritscher (72. Lo Scrudato) - Trinks, Billick, Krautschneider - Pieper (63. Piller), Jabiri (80. Görtler), Maderer.



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