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FC 05 Schweinfurt sagt Servus zum DFB-Pokal

Für Schweinfurt war's das nach dem 0:2 gegen Heimstetten und dem Eichstätter Sieg mit Platz 2. Doch es ging noch um einen andere wichtige Frage.
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Kam nicht entscheidend durch: Der Schweinfurter Dominik Weiß (grün) mühte sich auf der Außenbahn - wie hier gegen den SV-Torschützen Yannick Günzel und Maximilian Hintermaier (rechts) - vergeblich.  Foto: Marion Wetterich
Kam nicht entscheidend durch: Der Schweinfurter Dominik Weiß (grün) mühte sich auf der Außenbahn - wie hier gegen den SV-Torschützen Yannick Günzel und Maximilian Hintermaier (rechts) - vergeblich. Foto: Marion Wetterich

FC 05 Schweinfurt - SV Heimstetten 0:2 (0:0). Tore: 0:1 Kazuki Date (68.), 0:2 Yannick Günzel (82.). Wenn der Trainer sagt, dass sich die Spieler auf ihren Beruf und eventuelle Vertragsverlängerungen konzentrieren müssen, ist die Frage nach einem Ziel für die restlichen sieben Spiele klar beantwortet. Denn um Platz zwei und die Qualifikation für den DFB-Pokal spielt der FC 05 nach dem 0:2 (0:0) gegen den SV Heimstetten nicht mehr.

"Der Stachel sitzt tief, wir sind unglaublich traurig. Wir haben ohne jede Leidenschaft gespielt, da frage ich mich: Ist das eine Charakterfrage", stellte Wenzel auch die Wirkung seiner Arbeit auf das Team in Frage.

Seit Monaten fordert er Kampfgeist, Leidenschaft, Zweikampfhärte, Geilheit, Galligkeit. Der FC 05 hat immer mal begeistert. Aber nie drei Spiele am Stück und nie über 90 Minuten. "Es geht nicht, dass Spieler auf den Platz gehen und nur Fußball spielen wollen", sagt Wenzel. Und prangert die Selbstzufriedenheit der Mannschaft an, die sich nach drei 1:0 spätestens mit der 1:0-Pausenführung in Memmingen abgemeldet hatte. Der schwachen zweiten Hälfte dort folgte eine desaströse erste beim Vorletzten.

Dabei hätten schon die guten Ergebnisse aufhorchen lassen müssen. Vier Treffer aus fünf Spielen 2019 sind keine Bilanz eines Tabellendritten mit ursprünglicher Ambition auf den Titel und verbliebener auf Rang zwei. Zum Vergleich: Der VfB Eichstätt, den die Schweinfurter hätten einholen wollen, sammelte im gleichen Zeitraum drei Punkte mehr, traf dabei zwölf Mal und ist, ein Spiel im Plus, nun sogar am FC Bayern München II vorbei an die Spitze gestürmt. Der FC 05 hat ein Vollprofi-Team, Eichstätt nicht.

Doch am Samstagnachmittag reichten die Feierabend-Kicker aus Oberbayern aus, um die Nullfünfer zu besiegen. Heimstetten traf bei nur zwei Chancen zweimal, aber mit Kalkül: "Wir haben gewusst, dass Schweinfurt ungeduldig werden würde und die Räume größer werden. Das haben wir genutzt", sagte Lennart Hasenbeck, der den erkrankten SV-Trainer Christoph Schmitt vertrat. Kazuki Date musste nach einer Eiban-Parade gegen Mohamad Awata nur noch einnicken (68.). Und Yannick Günzel ließ vor seinem trockenen Schuss in die linke untere Ecke Philip Messingschlager und Stefan Kleineheismann stehen (82.). Spielentscheidend war bereits der erste Treffer.

Nach der Pause hatte der FC 05 gut zwanzig Minuten aggressiver und zielstrebiger gespielt, zahlreiche Chancen gehabt - um mit einem Mal nicht mehr an sich zu glauben, die Niederlage in rätselhafter Lethargie entgegen zu nehmen. Dass Florian Piepers Hereingabe für Adam Jabiri um eine Fußspitze zu nah an der Torlinie war (49.), Pieper am glänzend reagierenden Maximilian Riedmüller scheiterte (53.), Stefan Maderer nur um Zentimeter links daneben zielte (57.) - alles Geschichte.

"Wenn man so spielt, wie wir heute, dann hat man Platz zwei nicht verdient", ging Innenverteidiger Lukas Billick mit sich und seinen Kollegen hart ins Gericht. "Uns fehlt der letzte Pass, die Lockerheit vor dem Tor, die letzte Geilheit, den Ball über die Linie zu drücken." Der FC 05 hat nun in neun Spielen gegen die aktuell letzten vier Klubs der Tabelle 16 Punkte liegen lassen.

Bei Trainer Wenzel klangen Selbstzweifel durch, ob er als Trainer die Spieler erreiche mit seiner Idee von gearbeitetem Fußball. Fast klang's wie eine Abschiedsrede eines gescheiterten Kämpfers. Es geht auch um die mögliche Vertragsverlängerung mit Timo Wenzel, dessen Kontrakt am Saisonende ausläuft. "Die Chancen, dass wir verlängern, stehen 50:50", sagte Präsident Markus Wolf. Schweinfurt: Eiban - Messingschlager, Kleineheismann, Billick, Lo Scrudato - Fery, Andermatt - Weiß (71. Trinks), Maderer - Pieper, Jabiri.

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