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FC 05 schießt sich langsam warm

Einem 9:0 gegen Kreisliga-Aufsteiger Aidhausen lässt die Regionalliga-Truppe von Timo Wenzel ein 4:0 folgen
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Voller Einsatz: Der Aidhäuser Christoph Back (links) hält sich den Schweinfurter Florian Pieper vom Leib.  Dominik Großpietsch
Voller Einsatz: Der Aidhäuser Christoph Back (links) hält sich den Schweinfurter Florian Pieper vom Leib. Dominik Großpietsch
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Fast eine Stunde war bei der Kaderpräsentation des FC Schweinfurt 05 vergangen, da trat Torwart-Trainer Norbert Kleider im Autohaus Löffler ans Mikro und verkündete: "Unser Ziel ist die 3. Liga!" Nun wussten Fans, Gönner und Sponsoren: Der Regionalligist sieht sich als Gejagter.

Überraschend kommt das nicht: Die Mannschaft wurde unter anderem mit dem 30-jährigen Stefan Kleineheismann (222 Drittliga-Spiele), Ex-Bundesliga-Verteidiger Ronny Philp und Flügelflitzer Alexander Piller von der SpVgg Unterhaching verstärkt. Und doch blieb der neue Coach Timo Wenzel zurückhaltend: "Wenn wir das Ziel, Fünfter zu werden, ausgeben würden, wären wir fehl am Platz." Um aufzusteigen brauche man eine konstante Runde ohne Verletzte. Dann müsse man zwei Aufstiegsspiele überstehen.

Nun ja, der 40-Jährige hat zumindest 24 Spieler im Kader, die fast schon heißer sind als brodelndes Frittenfett. Mittelfeldmann Steffen Krautschneider: "Jetzt ist die Zeit gekommen, in der wir angreifen wollen. In dieser Saison wird viel möglich sein." Auch ohne die zum Drittliga-Aufsteiger 1860 München abgewanderten Marius Willsch und Herbert Paul sollen weitere Schritte folgen.

Der FC 05 will offensichtlich die turbulenten Wochen, die in der Abmeldung der zweiten Mannschaft gipfelten, schnell hinter sich lassen. Während so mancher Fan noch nicht recht glauben mag, dass es ohne U-23-Mannschaft weiter nach vorne geht, haben die Verantwortlichen mit Nicolas Pfarr und Jannik Binder zwei Jugend-Spieler in den Profi-Kader berufen. Sie werden mit Sicherheit Zeit bekommen, ehe sie sich beweisen dürfen.

Beim Großteil des Kaders sieht das anders aus: Kurz nach dem Saisonstart am Freitag, 13. Juli, zu Hause gegen Illertissen steht das große Highlight der Saison an: Das DFB-Pokalspiel gegen Schalke 04 am 17. August. "Für uns ist das eine Riesenchance", erklärt 05-Präsident Markus Wolf mit leuchtenden Augen, als er mit Sportreferent Jürgen Montag, Trainer Wenzel und Sportleiter Gerd Klaus beim lockeren Talk im Verkaufsraum sitzt. "Das ist ein Hammer-Los gewesen - aber auch eine schwere Aufgabe."

Der Vorteil: Die Schweinfurter werden an diesem Abend nicht die Gejagten sein und können befreit aufspielen - was in der Regionalliga wohl nicht unbedingt der Fall sein wird. Wie schwer sich der Alltag gegen vermeintlich schwächere Gegner gestalten könnte, zeigten die jüngsten Testspiele. Beim 4:0 gegen den SC Eltersdorf hatte der Schweinfurter Regionalligist den Widerstand des Bayernligisten erst nach einer Stunde gebrochen. Der wurde nur durch einen Lattenkracher von Thomas Dotterweich (28.) gefährlich.

Die 05er befolgten den Plan ihres Trainers erst nach der Pause richtig. "In der ersten Halbzeit haben wir fast keine Zweikämpfe geführt, das wurde nach der Pause wesentlich besser." Gäste-Coach Bernd Eigner wünschte "dieser Mannschaft, dass sie den Aufstieg schafft."

Vom Ergebnis her deutlicher gestaltete sich das Testspiel der "Schnüdel" beim Kreisliga-Aufsteiger TSV Aidhausen. Der FC 05 siegte mit 9:0 (4:0). Doch auch dort tat sich die Profi-Mannschaft anfangs schwer.

"Wir sind gerade noch dabei, uns einzuspielen", sagte Torjäger Adam Jabiri, "hier ging es darum, dass jeder Spieler 45 Minuten lang Gas gibt. Wir stehen auch schon gut im Saft."

Zugänge Ronny Philp (FC Heidenheim), Gianluca Lo Scrudato (SV Röchling Völklingen), Alexander Piller (SpVgg Unterhaching), Stefan Kleineheismann (Hallescher FC), Noah Schorn (TSG Hoffenheim U 19), Nicolas Pfarr, Jannik Binder (beide eigene U 19).

Abgänge
Kevin Bär (Ziel unbekannt), Christopher Lehmann (TSV Abtswind), Marco Janz (SV Seligenporten), Patrick Wolf (Lokomotive Leipzig), Herbert Paul, Marius Willsch (beide 1860 München).

Tor
Alexander Eiban (Rückennummer 1), David Paulus (12).

Abwehr
Ronny Philp (2), Gianluca Lo Scrudato (3), Stefan Kleineheismann (13), Matthias Strohmaier (17), Dominik Weiß (21), Philip Messingschlager (23), Lukas Billick (32).

Mittelfeld
Christopher Kracun (6), Marco Fritscher (7), Michael Schlicht (8), Lukas Kling (10), Alexander Piller (11), Kevin Fery (15), Vincent Waigand (16), Noah Schorn (18), Steffen Krautschneider (19), Nikola Jelisic (20), Nicolas Pfarr (24), Jannik Binder (29).

Angriff
Nicolas Görtler (9), Florian Pieper (22), Adam Jabiri (27).

Trainer
Timo Wenzel (neu, Nachfolger von Gerd Klaus). Co-Trainer Jan Gernlein.

Sportlicher Leiter Gerd Klaus.


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