Schweinfurt
Fußball Regionalliga

FC 05 hat mit dem Schlusslicht viel Arbeit

Eine schnelle 2:0-Führung der Schweinfurter war gegen mutige und effektive Heimstettener zur Pause wieder futsch.
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Machte das 2:0 und ein gutes Spiel: der Schweinfurter Amar Suljic (grün), der hier den Heimstettener Fabian Cavadias stehen lässt.  Foto: Marion Wetterich
Machte das 2:0 und ein gutes Spiel: der Schweinfurter Amar Suljic (grün), der hier den Heimstettener Fabian Cavadias stehen lässt. Foto: Marion Wetterich

FC 05 Schweinfurt - SV Heimstetten 3:2 (2:2). Tore: 1:0 Lamar Yarbrough (7.), 2:0 Amar Suljic (15.), 2:1 Fabio Sabbagh (17.), 2:2 Stefan Reuter (40.), 3:2 Marco Fritscher (48.).

Das war so etwas wie eine Wellness-Woche für den FC 05. Dem niederschmetternden 1:3 in Rain folgten binnen acht Tagen, BFV-Pokal inklusive, drei Siege. Dass das 3:2 (2:2) gegen den SV Heimstetten alles andere als ein Husarenstreich war, dürfte den Schweinfurtern ziemlich egal sein. "Dass die Mannschaft das noch hingebogen hat, war psychisch gut", musste sich Trainer Timo Wenzel sprachlich ganz schön verrenken auf der Suche nach dem Positiven neben den drei Punkten. "Mir sind heute einige graue Haare mehr gewachsen", sagte da ein bisschen mehr aus über das, was Fußballer dann halt einen Arbeitssieg nennen.

Dabei hätte es bei etwas mehr Konzentration der Schufterei nicht bedurft in diesem seltsamen Spiel. Seltsam im Hinblick auf den Vergleich eines Titelfavoriten mit dem Letzten, der freilich nicht wie ein solcher auftrat. Tolle Auftakt-Viertelstunde Schweinfurt, 2:0-Führung. Gäste aus Heimstetten, die das nicht juckt, die munter die Offensive suchen und mit dem 2:2-Ausgleich belohnt werden. Und wiederum Nullfünfer, die sich die Aufholjagd der Oberbayern merkwürdig passiv anschauen - fast schon ohne Gegenwehr.

Da musste auch der Schweinfurter Linksaußen Amar Suljic den Kopf schütteln. "Wir haben anfangs so gut gespielt und uns dann das Leben selbst schwer gemacht. Das war nicht das, was wir spielen wollten, das war schlecht." Es hatte eigentlich alles so fein ausgesehen. Freistoß Sascha Korb, Kopfball Lamar Yarbrough, 1:0. Zu kurz herausgeköpfter Ball von Heimstetten, Amar Suljic nimmt ihn aus der Luft, in den Winkel, 2:0. Dann aber nutzte Heimstetten seine erste Chance: Fabian Cavadias schickt Fabio Sabbagh, 2:1. Und nach weiteren Gäste-Möglichkeiten tatsächlich der Ausgleich, als Stefan Reuter eine Cavadias-Vorlage nutzt.

Dass es so leicht sein würde, gegen den FC 05 Tore zu schießen überraschte zwar Viele der 1140 Zuschauer, nicht aber SVH-Coach Christoph Schmitt: "Wir haben das in dieser Phase sensationell gespielt. Wir haben technisch hochbegabte Spieler in unseren Reihen, wenn die erst einmal mit dem Ball in Bewegung kommen, sind wir schwer zu verteidigen. Das war keine Schweinfurter Schwäche, das war unsere Stärke." Hoppla, ganz schön selbstbewusst für den Trainer einer Mannschaft, die unlängst noch mit einem 0:2 in Aubstadt gut bedient gewesen war. Aber der Mann hatte recht. Das musste auch sein 05-Kollegen Timo Wenzel abnicken: "Heimstetten hat es uns vorgemacht, hat einfach und schnell gespielt, gut die Halbräume genutzt. Das war eine Lehrstunde für meine Mannschaft."

Die nicht zum ersten Mal in dieser Saison eine schärfere Pausen-Ansprache von Wenzel bedurfte. Die schnell fruchtete: Nach einem Korb-Freistoß war Marco Fritscher plötzlich frei und traf aus spitzem Winkel. Und diesmal setzte der FC 05 nachhaltig aktiv nach. Blieb aber in seinem Mühen unbelohnt - weil Tim Danhof nach Suljic-Flanke das Abspiel statt es Abschlusses suchte (66.), Benedict Laverty sich zwar erst den Ball energisch erkämpfte, aber aus fünf Metern Torwart Maximilian Riedmüller in die Arme spielte (79.) und später noch Riedmüller zu einem unglaublichen Reflex zwang (87.; an die Latte), und weil Suljic aus fünf Metern ebenfalls in diesem starken Schlussmann seinen Meister fand (90.+2).

Was alles umso ärgerlicher gewesen wäre, wäre Tim Schels beim einzigen Gästekonter der zweiten Halbzeit nicht an 05-Keeper Luis Zwick gescheitert (89.). "Das waren letzte Saison die Spiele, die uns den Kopf gekostet haben", erinnerte Wenzel daran, dass Abschlussschwäche und Leichtsinn keine neuen Weggefährten sind, nur eben aktuell keinen gröberen Unfug anrichten.

Lamar Yarbrough und Lukas Billick wirkten in der Innenverteidigung nicht sattelfest, über Christian Köppels links Abwehrseite passierten beide Treffer. Davor räumten Sascha Korb und Pius Krätschmer schon mal besser ab. Und Mohamad Awata war zwar zentral keineswegs so giftig wie in Rosenheim. Ganz vorn war Adam Jabiri 90 Minuten abgemeldet, zog mit seiner intensiven Spielweise aber meist zwei Gegner auf sich. Lichtblicke waren rechts hinten Fritscher und links vorne Suljic sowie die Mentalität der gesamten Mannschaft nach Wiederbeginn. Etwas schmutzigere Siege wollen erkämpft werden.Michael Bauer

Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Billick, Yarbrough, Köppel - Korb, Krätschmer - Danhof (87. Ramser), Awata (71. Laverty), Suljic - Jabiri.

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