Schweinfurt
Fußball Regionalliga

FC 05 erkämpft sich in Rosenheim das Glück

Warum Stürmer Adam Jabiri trotz der tadellosen Leistung nicht in Euphorie verfallen will.
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Kurze Rangelei: Nach einem Pfiff geraten der Schweinfurter Marco Fritscher (links) und die TSV-Akteure Linor Shabani und Luftetar Mushkolaj (Nummer 21) aneinander.  Foto: Hans-Jürgen Ziegler
Kurze Rangelei: Nach einem Pfiff geraten der Schweinfurter Marco Fritscher (links) und die TSV-Akteure Linor Shabani und Luftetar Mushkolaj (Nummer 21) aneinander. Foto: Hans-Jürgen Ziegler

TSV 1860 Rosenheim - FC 05 Schweinfurt 0:4 (0:2). Tore: 0:1, 0:2 Adam Jabiri (24., 45.+1), 0:3 Amar Suljic (64.), 0:4 Tim Danhof (68.). Bes. Vorkommnis: Marius Herzig (Rosenheim) pariert Foulelfmeter von Adam Jabiri (24.).

Kaum war die Sieger-Humba nach dem 4:0-(2:0)-Erfolg des FC 05 Schweinfurt gegen den TSV 1860 Rosenheim ausgetanzt, drückte Doppeltorschütze Adam Jabiri kräftig auf die Euphorie-Bremse. "Das waren jetzt drei Punkte. Man sollte nicht nach jedem Sieg in Jubel, Trubel, Heiterkeit verfallen und nach einer Niederlage in Depressionen." Ein Statement, dass so gar nicht in die Gefühlswelt der restlichen Nullfünfer passte. Die freuten sich, dass sie nach dem 1:3 gegen Rain eine Reaktion gezeigt - und sich das Glück erkämpft hatten.

"Ich bin stolz auf die Jungs. Das war ein Abend, an dem man als Trainer draußen steht und sich denkt: 'Ihr könnt es doch'", meinte FC-05-Trainer Timo Wenzel mit einem Lächeln auf den Lippen. Bis das allerdings zum Vorschein kam, dauerte es etwas. Zäh begann der Kick im Jahnstadion. Bis zum ersten Schussversuch von Sascha Korb, der TSV-Keeper Marius Herzig prüfte, war der Minutenzeiger schon 21 Mal im Kreis gerannt. Doch die Schweinfurter glauben an sich und hatten das Glück, dass sich der manchmal doch etwas zu ungestüm wirkende Herzig drei Minuten später beim Herauslaufen mächtig verschätzte - und den heranrauschenden Mohamad Awata im Sechzehner umriss.

Jabiri, der im Vorfeld vehement drei Punkte gefordert hatte, übernahm die Verantwortung, traf allerdings erst im Nachschuss, als ihm der doppelte Unglücksrabe Herzig den Ball wieder vor die Füße legte. Der 35-Jährige, neben Awata einer der Aktivposten im Schweinfurter Spiel, düpierte kurz vor dem Pausenpfiff die bis dato erschreckend schwachen Rosenheimer: Zwei Verteidigern rannte er nach einem punktgenauen Ball von Marco Fritscher davon, um dann cool zu versenken.

Da war sie, die Kaltschnäuzigkeit, die den Schweinfurtern gegen Rain noch gefehlt hatte. Obwohl der TSV nach dem Seitenwechsel bissiger wirkte und durch einen Kopfball von Christoph Wallner (55.) die Schweinfurter Hintermannschaft zum ersten - und einzigen - Mal richtig in Verlegenheit brachte, blieb der wie ausgewechselt FC 05 Herr auf fremden Platz. "Da hat das Spiel eine ganz komische Dynamik bekommen", bemerkte 1860-Coach Thomas Kasparetti hernach. Ehe sein Team so richtig herausgefunden hatte, wie es diesen plötzlich wieder gefestigten Unterfranken gefährlich werden könnte, machten der quirlige Amar Suljic (64.) und der zehn Minuten zuvor eingewechselte Tim Danhof (68.) endgültig den Deckel zu.

War die Rosenheimer Mannschaft etwa zu grün für die Grünen? "Das wäre mir dann doch zu einfach", erklärte Kasparetti niedergeschlagen, "heute waren es vor allem die individuellen Fehler in unserer Hintermannschaft, die zu den Gegentoren geführt haben." Dabei hatte er - mit Ausnahme einer personellen Änderung - der ersten Elf vertraut, die den neuen Schweinfurt-Schreck TSV Rain/Lech im vorangegangenen Heimspiel mit 1:0 besiegt hatte. "Wir waren einfach 90 Minuten lang konzentriert, haben die Zweikämpfe angenommen, gut gekontert und die Chancen gemacht, die wir in der vergangenen Woche liegengelassen haben. Das war geil anzuschauen", meinte Wenzel. Es war an diesem Abend ein FC 05 ganz nach seinem Geschmack. Einer, der sich das Glück erkämpft.Dominik Großpietsch

Schweinfurt: Zwick - Fritscher (70. Lo Scrudato), Billick, Yarbrough, Köppel - Korb, Krätschmer - Awata, Pieper (58. Danhof), Suljic (81. Fery) - Jabiri.

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