Schweinfurt
Fußball Regionalliga Bayern

FC 05: 90 Prozent sind zehn zu wenig

Der traditionell leidenschaftlich zu Werke gehende TSV Buchbach bezwingt bevorzugt die Spitzenmannschaften der Liga.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf dem Sprung: Gianluca Lo Scrudato muss beim FC 05 Schweinfurt immer wieder mal auf die Bank, fordert aber Christian Köppel auf der Linksverteidiger-Position heraus.  Foto: Michael Bauer
Auf dem Sprung: Gianluca Lo Scrudato muss beim FC 05 Schweinfurt immer wieder mal auf die Bank, fordert aber Christian Köppel auf der Linksverteidiger-Position heraus. Foto: Michael Bauer

TSV Buchbach - FC 05 Schweinfurt (Samstag, 14 Uhr)

Buchbach. Für den FC 05 war der 3000 Einwohner zählende Markt zwischen 2011 und dem 1:0 im März 2019 kein gutes Pflaster. Auch die Gesamtbilanz spricht recht deutlich für den TSV. Die jüngere Vergangenheit mit zuletzt neun Pflichtspiel-Siegen in Serie macht aber am Samstag (14 Uhr) zweifellos die Schweinfurter zum Favoriten in Oberbayerns Süden. Auch wenn Linksverteidiger Gianluca Lo Scrudato von "einer ekligen Aufgabe" spricht. "Wenn wir da nur 90 Prozent bringen, kann's in die Hose gehen."

Damit liegt der 23-jährige gebürtige Saarländer goldrichtig. Außenseiterrolle hin oder her, die Buchbacher können sich gerade gegen starke Mannschaften über Leidenschaft und Kampf hineinsteigern. Das mussten mit Türkgücü München (1:2), dem TSV Aubstadt (1:2) und Greuther Fürth II (0:1) gleich drei Teams aus den Top Fünf der Liga erfahren. "Das wird ein Spiel mit sehr vielen Zweikämpfen. Und die müssen wir gewinnen", lautet Lo Scrudatos simple Formel. "Türkgücü hat in Buchbach genau die Fehler gemacht, die man dort nicht machen darf", ergänzt sein Trainer Timo Wenzel und spricht davon, zwischendurch, beispielsweise bei einer knappen Führung, nachzulassen.

Seinem "Zögling", den er schon aus der Zeit beim SV Elversberg II kennt, attestiert Wenzel die notwendigen Tugenden ("Tempo, Physis"). Aber auch die Fähigkeit, "ohne Murren professionell zu akzeptieren, wenn er draußen bleiben muss". Das muss Lo Scrudato immer wieder, immerhin teilt er sich die Position links hinten mit keinem Geringeren als Ex-Löwe Christian Köppel. Und Letzterer ist Linksfüßer. Doch der Deutsch-Italiener beißt sich immer wieder zurück ins Team. "Philipp Lahm hat als Rechtsfüßer auch links gespielt", zieht Wenzel einen mächtigen Vergleich zum Ex-Nationalspieler. "Seine Größe hat er ja." Tatsächlich messen beide 1,70 Meter.

Ob Lo Scrudato am Samstag auflaufen wird, will der Coach erst nach dem Abschlusstraining entscheiden. Grundlegend bescheinigt er ihm jedoch eine "gute Entwicklung, er hat einen großen Schritt nach vorn gemacht. Er macht nicht mehr solche groben Fehler wie in der vergangenen Saison." Bisweilen waren seine Ausflüge nach vorn zu unüberlegt, die Zweikampfführung zu übereifrig. Inzwischen ist der Linksverteidiger erheblich bedachter geworden, weiß seine Schnelligkeit bei Kontern dosierter einzusetzen.

Nachdem Köppel sechsmal in Folge gespielt und mit dem Team gewonnen hatte, gelang Lo Scrudato im Pokal-Achtelfinale gegen Ingolstadt eine starke Rückkehr. Die er im darauffolgenden Spiel gegen Memmingen eindrucksvoll bestätigte. Das 2:0 gegen die Allgäuer war das vierte "zu Null" des FC 05 in der aktuellen Regionalliga-Saison. "Wir verteidigen inzwischen als Mannschaft gut. Steht die Null, reicht das eigentlich, weil wir fast immer ein Tor machen. Wenn wir weiter so konzentriert spielen, werden wir unsere Serie ausbauen." Eine Vorstellung, wie lange das noch andauern kann, will sich der Spieler indes nicht machen: "Es bringt nichts, da zu spekulieren. Wir schauen von Spiel zu Spiel."

Inzwischen wurden beide "Schwerverletzten" (Wenzel) operiert. Lukas Ramser und Lamar Yarbrough werden acht bis zehn Wochen ausfallen, wahrscheinlich im Kalenderjahr 2019 kein Spiel mehr machen. Dagegen gibt es ein "Lebenszeichen" des Langzeitverletzten Ronny Philp. Er hat signalisiert, ab Ende Oktober wieder einsatzfähig zu sein. "Aber ohne Druck", sagt Wenzel, der bei dem Rechtsverteidiger kein Risiko durch zu schnelle Belastung gehen will.

Abseits der Liga ist nun auch das bayerische Pokal-Viertelfinale fix terminiert: Viktoria Aschaffenburg empfängt den FC 05 am Donnerstag, 3. Oktober. Das bedeutet, dass die Schweinfurter ihr Liga-Spiel gegen den 1. FC Nürnberg II verschieben werden, vermutlich um einen Tag auf Sonntag, 6. Oktober. Das letzte Wort ist diesbezüglich aber noch nicht gesprochen. Michael Bauer

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren