Schweinfurt
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Ein Endspiel für den FC 05 gegen Türkgücü

Gegen Tabellenführer Türkgücü München steht für die Schweinfurter das Saisonziel auf dem Prüfstand. Woraus Verteidiger Christian Köppel und Trainer Timo Wenzel positive Energie ziehen.
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Zwei Schweinfurter, eine Meinung: Verteidiger Christian Köppel (links) und Timo Wenzel sind überzeugt davon, dass der FC im Spitzenspiel gegen München wieder die Kurve kriegt.  Foto: foto2press/Frank Scheuring
Zwei Schweinfurter, eine Meinung: Verteidiger Christian Köppel (links) und Timo Wenzel sind überzeugt davon, dass der FC im Spitzenspiel gegen München wieder die Kurve kriegt. Foto: foto2press/Frank Scheuring

FC 05 Schweinfurt - Türkgücü München (Montag, 20.15 Uhr) Das Pokal-Aus und zwei Regionalliga-Niederlagen sind am FC 05 Schweinfurt nicht spurlos vorüber gegangen. Aufsteiger Türkgücü München zog erst gleich, dann vorbei, hat vor dem Liga-Gipfel im Willy-Sachs-Stadion drei Punkte Vorsprung - und mutmaßlich die breitere Brust. Mit einem Sieg können die Nullfünfer alles glattbügeln. Eine Niederlage würde die Mannschaft einen Spieltag vor Saison-Halbzeit dahin bringen, wo sie vor einem Jahr stand: sechs Zähler hinter einem Mitfavoriten, der sich so ein Polster schwer nehmen lassen wird.

Christian Köppel muss sich schütteln beim Gedanken an die Aufarbeitung des gnadenlos schlechten 1:3 in Bayreuth. "Es war eine härtere Woche als normal", sagt der Linksverteidiger. "Es ist wichtig gewesen, dass wieder Zug rein kommt. Alle Spieler müssen wissen, was da am Montagabend auf sie zukommt." Die zusätzlichen Trainingstage erlauben eine optimale Vorbereitung, der vorherige enge Terminplan darf nicht mehr als Ausrede herhalten.

Die Mentalität

"Wir haben sehr viel geredet", sagt Köppel, der Ex-Sechziger. "Das ist in solchen Phasen das wichtigste. Da kann man sich als Spieler nicht einfach verpissen. Jetzt müssen wir als Mannschaft wieder in die richtige Bahn kommen." Sein Trainer Timo Wenzel war vor allem als Mental-Coach gefragt. "Man kann nicht in einer Woche die Mentalität einer Mannschaft ändern", sagt er, "aber wir haben in den Trainingseinheiten immer wieder Spieler rausgeholt und ihnen für bestimmte Situationen Hilfestellungen gegeben."

Wenn dabei der Ton mal rauer werde, müssten seine Spieler "verstehen, dass es nicht gegen sie geht, sondern um die Sache." Sie haben beim FC 05 erkannt, dass sie plötzlich vor einem die Meisterschaft vorentscheidenden Endspiel stehen. Wenzel: "Die Niederlagen als auch die Gespräche diese Woche haben uns einen Schritt weiter gebracht." Das klingt realistisch, zumal die Mannschaft schon öfter gezeigt hat, dass sie sich in Ausnahmesituationen und vor allem auf technisch versierte, vielleicht sogar stärkere Gegner sehr gut fokussieren kann.

Auf die Frage nach dem sich durch einen Negativlauf zwangsläufig ergebenden Druck Verziehen Fußballer und Trainer gerne das Gesicht. Da machen weder Köppel, noch Wenzel eine Ausnahme. Köppel räumt aber ein, dass "es sich leichter spielt, wenn man vorne steht. Wir dürfen jetzt nur nicht rechnen und uns damit beschäftigen, was nach dem Spiel sein könnte. Das macht keinen Sinn. Wir haben junge Spieler im Team, das ist vielleicht gar nicht so schlecht, die gehen womöglich frecher, freier, unbekümmerter in so ein Spiel." Es seien aber auch genug, Köppel inklusive, Erfahrene da, die das in rechte Bahnen lenken könnten. Das kann mit Abstrichen so stehen bleiben, Türkgücü bringt dennoch etwas mehr individuelle Erfahrung aus Zweit- und Drittliga-Spielen auf den Platz.

Das Endspiel

Wenzel ist die Freude auf die so wichtige Partie anzumerken. "Da treffen zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinander. Die Münchner haben vielleicht mehr individuelle Klasse; wir sind als Mannschaft stärker." Oha, ausgerechnet die zuletzt vermisste Tugend soll wieder greifen. "Der Mannschaft war im Training anzumerken, dass sie bereit ist, mit einem Spiel die letzten drei Wochen vergessen zu machen." Köppel sieht's ähnlich: "Es wird sich durchsetzen, wer den größeren Siegeswillen zeigt. Wir müssen hart und mit Leidenschaft spielen, denen den Schneid abkaufen."

Wenzel hat die viel über Außen spielenden und defensiv stabilen Münchner mehrfach beobachtet: "Wenn man sieht, wie sie die Spiele teils gewinnen, oft durch Standardtreffer. Sie haben einen Flow, da läuft das so. Aber ich glaube, dass Türkgücü vor uns den selben Respekt hat, wir wir vor denen. Wir wollen gewinnen, das ist zu Hause unser Anspruch."

Das Personal

Adam Jabiri war unter der Woche krank; bei Sechser Sascha Korb hat der Rücken "zugemacht". Bei beiden glaubt Wenzel an einen Einsatz. "Sorgenkind" Ronny Philp steht nach Verletzung im Training, allerdings ohne Belastung. Bei Türkgücü fehlen Verteidiger Maximilian Engl und Angreifer Marian Knecht. Das Stammpersonal steht Trainer Reiner Maurer komplett zur Verfügung, inklusive des Ex-Schweinfurters Dominik Weiß sowie der Toregaranten Patrick Hasenhüttl (9 Treffer), Kasim Rabihic (6) und Marco Holz (5).

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