Schweinfurt
Totopokal auf Verbandsebene

Der FC 05 hat richtig Bock auf Pokal

Die Schweinfurter erwarten im bayerischen Achtelfinale den FC 04 Ingolstadt., der TSV Aubstadt empfängt Kickers Würzburg.
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Vor einem Jahr: Damals waren die Kickers Gegner im Pokal-Achtelfinale. Auch diesmal rechnet der FC 05 mit einer stattlichen Kulisse.  Foto: S. Gralla
Vor einem Jahr: Damals waren die Kickers Gegner im Pokal-Achtelfinale. Auch diesmal rechnet der FC 05 mit einer stattlichen Kulisse. Foto: S. Gralla

FC 05 Schweinfurt - FC 04 Ingolstadt (Dienstag, 18 Uhr)

Die jüngere Pokal-Geschichte des FC 05 hat die Fans ja durchaus verwöhnt. Drei Hauptrunden-Spiele gegen Sandhausen (2:1), Frankfurt (0:4) und Schalke (0:2) füllten das Willy-Sachs-Stadion, vorausgegangen waren zwei Triumphe im BFV-Pokal. Dann das famose 3:1 gegen die Würzburger Kickers vor knapp einem Jahr, auch wenn hernach am Grünen Tisch eine Niederlage daraus geworden ist. Und jetzt stehen die Schweinfurter erneut im Achtelfinale des bayerischen Cup-Wettbewerbs: Am Dienstag kommt Zweitliga-Absteiger FC 04 Ingolstadt. "Wir wollen das gewinnen", sagt 05-Trainer Timo Wenzel, die Außenseiterrolle aber dennoch gerne annehmend.

Das der Gegner das gar nicht zwingend so sieht, in Persona Florian Zehe, technischer Direktor des Drittliga-Dritten, von einem "Spiel auf Augenhöhe" spricht, hängt Wenzel nämlich nicht zu hoch, eingedenk der branchenüblichen Floskelei. "Man hört zwar gerne solche Komplimente, aber das ist eine ganz andere Wucht, die da auf uns zukommt, als in der Regionalliga. Ingolstadt war für uns das schwerstmögliche Los. Die Mannschaft schätze ich noch stärker ein als Unterhaching oder 1860 München." Gut, letztere beiden Klubs hätten es eh nicht werden können, ob der Einteilung in regionale Lostöpfe.

"Wir sind, anders als in der Liga, das zweite Glied", so Wenzel. "Das macht es für uns hoffentlich einfacher." Im Arbeitsalltag warten ja üblicherweise Kontrahenten, die alles dafür tun, den Nullfünfern ein Bein zu stellen und dafür physisch auch an Grenzen gehen. Diese Aufgabe kommt nun den Schweinfurtern zu, ein gar nicht unwillkommener Härtetest für Mitte Oktober, wenn hintereinander die Punktspiele gegen die Titel-Konkurrenten Bayreuth und Türkgücü München anstehen. Großartige Motivationskünste sieht Wenzel, der mit über 3000 Fans rechnet, für sich nicht gefordert: "Die Jungs haben richtig Bock auf dieses Spiel, das spürt man."

Es gelte aber, diesen Tatendrang sinnvoll zu kanalisieren. Seine Mannschaft solle zwar vorne frühzeitig stören, giftig sein, aber grundsätzlich auch abwartend reagieren. In einer wohl dosierten Mischung. Nur eines schließt Wenzel aus: "Wir werden ganz sicher nicht defensiv auftreten. Wir vertrauen unserer offensiven Spielweise aus der Liga. Damit sind wir für Ingolstadt unberechenbar." Die Kickers hatten mit diesen überfallartigen Aktionen des FC 05 letzte Saison ebenso ihre Probleme wie selbst Schalke 04. "Das Spiel wird über Laufbereitschaft und den Kopf entschieden", so Wenzel, der zuletzt mehrfach betonen durfte, wie mental stark die Schweinfurter geworden sind.

Für das Gros der neuen Stammformation ist freilich die tolle Pokal-Bilanz des FC 05 in den letzten beiden Jahren nicht fühlbar. Zuletzt standen beim 4:1 in Garching acht Neuzugänge in der Startelf. Und der Einsatz eines Protagonisten dieser Erfolgsgeschichte ist zudem fraglich: Adam Jabiri ist angeschlagen, Wenzel will erst kurzfristig im persönlichen Gespräch ausloten, ob es Sinn macht, der 35-jährigen Goalgetter zu bringen. "Wir wollen kein Risiko für die Liga gehen."

Kleinere Fragezeichen stehen noch hinter dem Ex-Ingolstadter Amar Suljic (Brustkorb) und Lamar Yarbrough (Sprunggelenk), die sich ihre Blessuren am Freitagabend zugezogen haben. Gut möglich, das im Falle einer Jabiri-Pause Florian Pieper wieder in den Kader rutscht, der in Garching Streichkandidat war. Bei den Ingolstadtern fallen vermutlich Verteidiger Federic Ananou und Mittelfeldmann Tobias Schröck verletzt aus. Auch für Abwehrspieler Michael Heinloth, der erst wieder ins Training eingestiegen ist, dürfte ein Einsatz noch zu früh kommen. Und der von Wehen-Wiesbaden zurückgekehrte Agyemang Diawusie laboriert an einer Schulterverletzung. mib TSV Aubstadt - FC Würzburger Kickers (Dienstag, 17.30 Uhr) In der dritten Runde des bayerischen Toto-Pokals auf Landesebene, dem Achtelfinale, empfängt der Regionalliga-Vierte TSV Aubstadt den Drittliga-Drittletzten FC Würzburger Kickers. Würzburg ist Titelverteidiger, hatte durch den 3:0-Erfolg im Endspiel in Aschaffenburg die Hauptrunde des DFB-Pokal-Wettbewerbs erreicht und scheiterte kürzlich sehr unglücklich am Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim mit 7:8 im Elfmeterschießen. Im Landespokal haben sich die Kickers durch Siege in Mosbach (5:3) und Kasendorf (4:1) für diese Runde qualifiziert, Aubstadt durch ein 3:0 beim Würzburger FV und ein 6:0 beim SC Feucht.

Über die Favoritenrolle gibt es durch den Klassenunterschied keine Diskussion: Das ist der Drittligist. Zwischen den Feierabendfußballern von Trainer Josef Francic und den Vollprofis von Trainer Michael Schiele klafft eine vergleichbare Lücke wie zwischen Amateur- und Profifußball. Wer bei den Gastgebern Hoffnungen schüren will, bringt den momentanen Lauf beider Mannschaften ins Spiel und rechnet die ligaübergreifend nur sechs Tabellenplätze Unterschied zwischen dem 18. der 3. Liga und dem Vierten der Regionalliga hoch.

"Wenn es läuft, läuft es", hat sich in Illertissen vor drei Tagen beim 2:1-Sieg der Aubstädter wieder einmal bewiesen. Dagegen haben die Kickers auch ihr jüngstes Heimspiel gegen Zwickau 0:2 verloren, davor 2:5 in Braunschweig. Bei zwei Siegen gab es fünf Niederlagen und auswärts keinen Punkt. Aubstadts Trainer Josef Francic sieht dem Spiel gelassen entgegen. "Die Kickers sind unser Kooperationsverein, zu dem wir ein gutes Verhältnis haben. Aber in diesem Spiel wird nicht kooperiert, da müssen Frieden und Freundschaft für zwei Stunden hintan gestellt werden." rd

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