Schweinfurt
Fußball Regionalliga

Der FC 05 bleibt in der Fremde ein Rätsel

Beim 1:1 in Heimstetten geht den Schweinfurtern über weite Strecken Körpersprache und Spielwitz ab.
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SV Heimstetten - FC 05 Schweinfurt 1:1 (0:0). Tore: 1:0 Lukas Riglewski (52.), 1:1 Stefan Maderer (71.). Gelb-Rot: Sabbagh (88., Heimstetten).

Was ist nur auswärts los mit dem FC 05? Auch im vierten Anlauf hintereinander gab's nur ein Unentschieden. Mit dem 1:1 (0:0) beim SV Heimstetten verloren die Schweinfurter binnen fünf Wochen nun schon acht Punkte auf fremden Plätzen - für einen zwar weiter ungeschlagenen Titelaspiranten nach insgesamt neun Partien eine zu dürftige Ausbeute. Zumal es diesmal auch an Spielwitz und Wille fehlte. Wohlgemerkt eine Woche nach dem beeindruckenden 5:1 über Memmingen.

Beide Mannschaften wichen vor 420 Zuschauern in Halbzeit eins nicht von ihrer Grundordnung ab - und neutralisierten sich über weite Strecken damit. Allerdings auch bei einer hohen Fehlpassquote. Die Heimstettener waren die etwas aktivere Mannschaft, gefährlich wurden sie aber, von Moritz Hannemanns Pfostenschuss (14.) abgesehen, nicht. Der FC 05 hätte mit einer 1:0-Führung in die Kabine gehen können: Denn nach Philip Messingschlagers Hereingabe versuchte es Florian Pieper aus der Drehung und zwang SVH-Keeper Maximilian zu einer starken Reaktion samt Nachfassen (45.+1).

Selbstkritik von Trinks

"Wir haben zu lange gebraucht, sind nicht in die gefährlichen Räume gekommen, waren zu behäbig", übte sich Mittelfeldmann Florian Trinks in Selbstkritik. Dass es erst nach einer deutlichen Ansprache zumindest zielstrebiger wurde, macht Trinks fassungslos: "Wir sprechen ja auch schon vor dem Spiel deutlich an, worauf es ankommt. Klar haben wir auswärts andere Bedingungen als daheim, aber wir trainieren unter Profibedingungen, da sollte man auch auswärts erwarten können, dass wir die Vorgaben umsetzen und so ein Spiel souverän herunter spielen." Von Souveränität war in der 52. Minute nichts zu sehen. Ein langer Ball in den Rücken der Viererkette, Foulspiel Stefan Kleineheismann, Freistoß, schöner Schlenzer Lukas Riglewski, 1:0. "Wir wollten, wenn wir aggressiver und offensiver aus der Kabine kommen, die zweiten Bälle haben. Genau das war vor dem Gegentor nicht der Fall", monierte Trinks erneut zu laxe Zweikampfführung in der Entstehung der Szene. Immerhin: Der FC 05 war nur ein paar Minuten lang geschockt, besann sich danach auf Wenzels Pausen-Worte, probierte es auf Biegen und Brechen. Hätte aber auch auf die Nase fallen können damit: Denn die frei werdenden Räume nutzten die Oberbayern zu Großchancen von Felix Michalz (76.) und Simon Werner (79.). Davor hatten die Schweinfurter aber zum 1:1 ausgeglichen. Der zu Wiederbeginn eingewechselte Adam Jabiri, der trotz einer Magen-Darm-Erkrankung den Einsatz wagte und in der 62. Minute knapp drüber geschossen hatte, bediente Stefan Maderer, und der schob eiskalt ins rechte untere Eck. Trotz etlicher für die Gastgeber haariger Szenen, hatte nur noch ein Schweinfurter den Siegtreffer auf dem Fuß: Nachdem dem FC 05 ein Handelfmeter verweigert und nur auf Ecke entschieden worden war, kam bei dem zu kurz abgewehrten Ball Kevin Fery von hinten angerauscht, verzog aber um wenige Zentimeter (85.)

Hand aufs Herz: Es wäre auch nicht verdient gewesen. Das wusste auch Wenzel, der selbst die staubedingt lange Anreise und das damit verbundene späte Eintreffen im Sportpark Heimstetten nicht als Ausrede gelten lassen wollte. Er rätselte lieber darüber, warum seine Worte vor dem Spiel offenbar nicht das gleiche Gewicht haben wie zur Halbzeit. "Vielleicht nehmen die Spieler selbst den Druck zu hoch und verkrampfen dann. Wenn sie dann sehen, was dabei Schlechtes herauskommt, wissen sie, dass sie die Einstellung um hundert Prozent korrigieren müssen."

5000 Zuschauer erwartet

Schon am Mittwoch (19 Uhr) haben sie die Chance, die Fans noch mehr für sich zu gewinnen. Dann steht im BFV-Pokal-Achtelfinale das prestigeträchtige Derby gegen Drittligist Würzburger Kickers an, für das schon über 1000 Gästekarten verkauft worden sind und die 05-Verantwortlichen mit rund 5000 Zuschauern rechnen. Wenzel hält, allerdings unabhängig vom Remis-Frust, die Trainingsfrequenz bis dahin hoch: Sonntag, Montag, Dienstag und auch noch am Mittwochvormittag bittet er sein Personal auf den Platz. Ob Kapitän Kleineheismann auch mit an Bord sein kann, hängt von den ärztlichen Untersuchungen ab: Der Innenverteidiger zog sich eine Knieverletzung zu. Michael Bauer Schweinfurt: Eiban - Messingschlager, Strohmaier, Kleineheismann (56. Fery), Fritscher - Billick - Pieper, Trinks, Krautschneider, Maderer (76. Piller) - Görtler (58. Jabiri).



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